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Smartphone-Krise: Samsung-Gewinn bricht massiv ein

Die Handy-Krise setzt Weltmarktführer Samsung mächtig zu: Der Gewinn der Südkoreaner schrumpfte im dritten Quartal um 60,1 Prozent. Ein Grund ist die billige Konkurrenz aus China.

Der weltweit größte Smartphone-Hersteller Samsung hat das schwächste Quartalsergebnis seit mehr als drei Jahren verbucht. Nach den am Donnerstag vorgelegten endgültigen Zahlen brach der Betriebsgewinn von Juli bis September gegenüber dem Vorjahrszeitraum um 60,1 Prozent auf umgerechnet 3,09 Milliarden Euro ein und blieb damit noch hinter den letzten Prognosen zurück.

Für den Einbruch trotz leicht gestiegener Absatzzahlen macht Samsung den gesunkenen Durchschnittspreis verkaufter Smartphones verantwortlich - bei gleichzeitig gestiegenen Werbe-Ausgaben. Die Gewinnmarge sei dadurch geschrumpft. Zwar stellen die Südkoreaner alle möglichen elektronischen Bauteile und Geräte von Speicherchips über Fernseher bis hin zu Spülmaschinen her. Doch Smartphones, Tablet-Computer und andere mobile Geräte machen mehr als die Hälfte des Konzerngewinns aus.

Bei Smartphones ist Samsung vor Apple sogar Weltmarktführer. Doch die wachsende Konkurrenz des US-Konkurrenten und der chinesischen Hersteller sowie der Preisverfall im Smartphone-Geschäft machen dem Unternehmen zu schaffen, zumal der Markt als nahezu gesättigt gilt. Die Handys der Südkoreaner sind zwar billiger als die iPhones von Apple, aber teurer als die chinesischen Geräte etwa von Lenovo und Xiaomi.

Für das vierte Quartal gab sich der Konzern vorsichtig optimistisch: Es werde ein Gewinnanstieg erwartet, Grund sei vor allem die saisonal bedingt starke Nachfrage nach Fernsehgeräten.

Der Ausblick für die Handy-Sparte bleibe aber unsicher, erklärte der Konzern weiter. Hier rechnen Experten mit dem schwächsten Betriebsergebnis seit drei Jahren - trotz des neuen Galaxy Note 4. Die Zeiten, da Samsung Rekordverkäufe bei seinen Handys vermeldete, sind Analysten zufolge vorbei.

mad/AFP/Reuters / Reuters
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