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Sergej Bogdantschikow: Schmächtiger Ölboss mit großen Zielen

Kurz vor dem Börsengang des russischen Ölgiganten Rosneft rückt dessen Chef Sergej Bogdantschikow in den Blickpunkt. Dabei profitiert der Mann, in dessen Adern scheinbar Öl statt Blut fließt, vom Unglück eines anderen.

Eine wenig schmeichelhafte Begegnung mit Mick Jagger hängt Russlands wichtigstem Ölboss Sergej Bogdantschikow (48) bis heute in den heimischen Medien nach. "Das kann ja nur Herr Putin sein, obwohl er auf Fotos ganz anders aussieht", soll der Rocksänger im Pariser Luxushotel George V beim Anblick von Bogdantschikow gespottet haben, weil jener sich selbst im streng bewachten Foyer mit Bodyguards umgab. So jedenfalls schildert der Enthüllungsjournalist Oleg Lurje die Zufallsbegegnung zwischen Jagger und dem Vorstandschef des staatlichen Ölkonzerns Rosneft vor einigen Jahren.

Wie ein "gewöhnlicher Oligarch"

Der schmächtige Konzernchef Bogdantschikow gehört zu den ganz großen Nummern in der russischen Wirtschaft. Sein Aufstieg ging einher mit dem Niedergang der Oligarchen, die wie Boris Beresowski ins Ausland flohen oder wie Michail Chodorkowski im Gefängnis landeten. Obwohl Bogdantschikow nur der Leiter eines Staatskonzerns sei und nicht der Eigentümer, führe er sich auf wie ein "gewöhnlicher Oligarch", kritisiert Lurje den mit besten Kontakten in den Kreml ausgestatteten Beamten.

Bogdantschikow hat sich das Ziel gesetzt, mit Rosneft in die erste Liga der weltweiten Ölmultis aufzusteigen. Auf diesem langen Weg kann er vor allem auf die Hilfe von einflussreichen Freunden aus dem Umfeld von Präsident Wladimir Putin bauen. Igor Setschin, Vizestabschef des Kremls, hält als Vorsitzender des Aufsichtsrates bei Rosneft die Fäden in der Hand. Bogdantschikow wird auch ein Vertrauensverhältnis zum Petersburger Investmentbanker Sergej Pugatschow nachgesagt, in Russland auch "Putins Bankier" genannt.

Mächtige Freunde, mächtige Feinde

Allerdings ist auch die Liste der Widersacher prominent besetzt. Der Vorstandschef des Gasförderers Gasprom, Alexej Miller, gilt spätestens seit dem Vorjahr als Feind, nachdem eine Fusion von Gasprom und Rosneft zum weltgrößten Energiekonzern scheiterte. Außerdem wird Bogdantschikow ein alles andere als herzliches Verhältnis zu Roman Abramowitsch nachgesagt, der in den umstrittenen Privatisierungen der 1990er Jahre einen märchenhaften Reichtum anhäufte und heute auch als Eigentümer des Londoner Fußballclubs FC Chelsea für Schlagzeilen sorgt.

Wer den Lebensweg Bogdantschikows verfolgt, muss glauben, in seinen Adern fließe Öl statt Blut. Seit frühester Jugend dreht sich bei ihm alles um das schwarze Gold. Nach der Schulzeit im Gebiet Orenburg an der Grenze zwischen Europa und Asien lässt sich Bogdantschikow zum Ölingenieur ausbilden. Mit 24 Jahren geht der junge Experte nach Fernost, um sich auf der russischen Insel Sachalin bei der Erschließung von Ölvorräten einen Namen zu machen. Als "Verdienter Arbeiter der Ölindustrie" übernimmt Bogdantschikow 1998 die Leitung des Staatskonzerns Rosneft.

Management-Leistung ist umstritten

Bogdantschikows Ruf in der Branche ist umstritten. Die einen sagen, er habe aus Rosneft, das unter seinem Vorgänger zu einem Selbstbedienungsladen für Manager verkommen war, einen effektiven und profitablen Ölkonzern gemacht. Kritiker bewerten Rosneft dagegen auch nach acht Jahren mit Bogdantschikow an der Spitze noch immer als den am schlechtesten geführten Ölkonzern im Land.

Seine derzeit größte Herausforderung dürfte der für den 19. Juli in Moskau und 20. Juli in London geplanten Börsengang von Rosneft liegen. Der bislang zu knapp 100 Prozent staatliche russische Ölgigant Rosneft bietet 14,3 Prozent seiner Anteile und wird damit auch in Zukunft mehrheitlich in staatlicher Hand bleiben. Der Emissionspreis der Aktien wurde auf 7,55 Dollar festgelegt, Rosneft würde damit auf einen Marktwert von 78,8 Millionen Dollar kommen.

Yukos will Börsengang stoppen

Nach Medienberichten wollen sich zahlreiche ausländische Energiekonzerne als strategische Investoren bei Rosneft einkaufen. Für die ausländischen Konzerne ist Rosneft eine begehrte Zugangstür zum lukrativen russischen Öl- und Gasmarkt. Ursprünglich sollte Rosneft bereits am 14. Juli an die Börse gehen. Wegen der großen Nachfrage war die Zeichnungsfrist für den weltweit viertgrößten Börsengang eines Unternehmens aber verlängert worden. Nach Angaben des Unternehmens waren insgesamt Kaufaufträge mit einem Volumen von 15 Milliarden Dollar eingegangen.

Gleichzeitig versucht nach Angaben der Londoner "Times" (Freitagausgabe) der zerschlagene Rosneft-Rivale Yukos den Börsengang noch in letzter Minute durch eine einstweilige Verfügung zu stoppen. Yukos habe damit argumentiert, dass die britische Finanzaufsicht FSA bei ihrer Genehmigung des Börsengangs nicht berücksichtigt habe, dass die Rosneft-Aktie mit dem Risiko der "Geldwäsche" verbunden sei. Der Aufstieg von Rosneft hatte mit der Zerschlagung von Yukos mittels riesiger Steuernachforderungen begonnen. 2004 hatte Rosneft das Herzstück des Yukos-Konzerns - den Ölförderer Juganskneftegas - über eine staatliche Auktion zu einer von Branchenepxerten als Spottpreis bezeichneten Summe übernommen. Auch dies ein Coup des stillen Sergej Bogdantschikow.

Stefan Voß/DPA / DPA
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.