HOME

Springer Verlag: Verkauf von ProSieben angeboten

Der Springer Verlag bietet an, den TV-Sender ProSieben an einen Wettbewerber zu verkaufen. Damit will man das Kartellamt bewegen, die Übernahme von ProSiebenSat1 doch noch zu genehmigen. bietet

Die Fusion des Springer Verlages mit der ProSiebenSat1 AG könnte doch noch klappen. Überraschend hat Springer dem Bundeskartellamt angeboten, ProSieben an einen Wettbewerber zu verkaufen. Das Kartellamt hatte die Bedingung gestellt, Springer müsse sich entweder von der "Bild" oder einem der Sender trennen, um eine Genehmigung zu bekommen.

Strittig ist allerdings der Zeitpunkt: Während Springer den Sender erst nach der Übernahme verkaufen will, besteht das Kartellamt darauf, dass der Sender schon vor der Fusion verkauft wird. Die Axel Springer AG kündigte am Mittwoch in Berlin an, man müsse prüfen, "ob die (vom Kartellamt) vorgeschlagene Gestaltung wirtschaftlich und rechtlich überhaupt umgesetzt werden kann".

KEK revidiert eventuell

Der Verlag hatte nach dem Veto der Medienaufsicht KEK vom Dienstag betont, dass er sein Fernsehprojekt nicht aufgeben wolle. "Wir halten an den Plänen so lange fest, wie wir eine Chance sehen, sie zu realisieren", sagte Konzernsprecherin Edda Fels. Das Kartellamt muss nun bis zum 20. Januar über die Fusion entscheiden.

Die KEK hatte die ProSiebenSat1-Übernahme mit der Begründung abgelehnt, durch den Kauf würde Springer zuviel Meinungsmacht erlangen und die Meinungsvielfalt bedrohen. Der KEK-Vorsitzende Dieter Dörr hält es aber für möglich, diese Entscheidung nachträglich zu revidieren. "Springer müsste dann einen neuen Antrag stellen. Und falls das Unternehmen auf ProSieben oder Sat1 verzichtet, würden wir diesem auch zustimmen", sagte er der FAZ.

Widerstand bei ProSieben

ProSiebenSat1 jedoch wehrt sich dagegen, den Konzern von Springer zerteilen zu lassen. Der Vorstand könne einem Verkauf des Stammsenders nicht zustimmen, weil dieser Schritt nicht im Interesse des Unternehmens sei, hieß es am Mittwoch in Branchenkreisen. Die Integration von Sat1 sei nicht einfach gewesen, nun gebe es zahlreiche Synergien zwischen den beiden Hauptsendern der TV-Gruppe. ProSieben hatte jahrelang den Großteil der Gewinne für den Konzern beigesteuert.

DPA/Reuters / DPA / Reuters