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Finanztest: So sparen Alleinerziehende richtig Geld

Wer alleinerziehend ist, muss häufig jeden Euro dreimal umdrehen. Dabei können viele Ausgaben abgesetzt werden, und auch ein Wechsel der Steuerklasse lohnt sich. Finanztest erklärt, wie Mütter oder Väter sparen können.

Wechsel der Steuerklasse: Alleinerziehenden können Geld sparen.

Wechsel der Steuerklasse: Alleinerziehenden können Geld sparen.

Viel ist es nicht: Knapp 1700 Euro hat der durchschnittliche Alleinerziehende in Deutschland zur Verfügung, zumindest bei Kindern unter drei Jahren. Rechnet man Miete, Nahrung, Hygieneartikel und Reinigungsmittel - und natürlich Windeln, Kindernahrung, Kitakosten, Klamotten und Schuhe für das ständig wachsende Kind ab, bleibt kaum etwas übrig. Dabei können Alleinerziehende, die arbeiten, einige Kosten steuerlich geltend machen - und so mehr Netto vom Brutto behalten. Wie das geht, erklärt "Finanztest" in der aktuellen Ausgabe.

Steuerklasse wechseln 

Ein Wechsel der Steuerklasse kann sich für viele lohnen. Allerdings kommen nur "echte" Alleinerziehende in den Genuss der Steuerklasse II: Im Haushalt lebt keine weitere volljährige Person, also der neue Lebensgefährte oder ein erwachsenes Kind. Der Vorteil dieser Steuerklasse ist der Entlastungbetrag. Dieser liegt aktuell bei 1908 Euro für das erste Kind. Für jedes weitere Kind gibt es einen Freibetrag von 240 Euro.

Günstigerprüfung beim Kindergeld

Ob Eltern Kindergeld bekommen oder den Kinderfreibetrag erhalten, hängt von der Höhe des Einkommens ab. Hier macht das Finanzamt am Jahresende eine Günstigerprüfung, welche Form vorteilhafter ausfällt. Klar formuliert: Eltern bekommen nicht beides. Bei Alleinerziehenden bekommt derjenige Elternteil das Kindergeld, bei dem das Kind hauptsächlich lebt. In Deutschland sind das zu 90 Prozent die Mütter. Geteilt werden dagegen der Kinder- und der Erziehungsfreibetrag. Ab Januar steigt der Kinderfreibetrag auf 2304 Euro jährlich an. Ob nun Kindergeld oder doch die Freibeträge günstiger für Alleinerziehende sind, muss das Amt errechnen. Als Faustformel gilt: Wer mehr als 33.500 Euro brutto pro Jahr verdient, fährt mit dem Freibetrag besser. Und: Zahlt der andere Elternteil keinen Unterhalt (oder weniger als 75 Prozent des festgesetzten Betrags), können Alleinerziehende sich deren Freibetrag übertragen lassen. 

Betreuungskosten sind absetzbar

Auch die Betreuungskosten können das zu versteuernde Gehalt drücken. Das Finanzamt erkennt pro Jahr 6000 Euro steuerlich an - allerdings sind nur zwei Drittel davon als Sonderausgaben steuerlich absetzbar. Abzugsfähig sind Kosten für Kita, Tagesmutter, Hort, aber auch für Babysitter (Wenn es eine Rechnung gibt), Kosten für die private Vorschule und Betreuungshilfen im Haushalt. Holt jemand das Kind aus der Kita ab, können die Fahrtkosten auch steuerlich geltend gemacht werden. So können alleinerziehende Eltern jährlich bis zu 4000 Euro anbringen.

Den gesamten Test mit Vergleichsrechnungen erhalten Sie gegen Gebühr unter www.test.de.