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Steuersünder: Schweizer Banker übergibt brisante CDs an Wikileaks

Neuer Coup für Wikileaks: Ein Schweizer Ex-Bankier hat eine CD mit den Namen von mutmaßlichen Steuersündern an Julian Assange übergeben, den Kopf der Enthüllungsplattform. Auch Deutsche sollen sich unter den Verdächtigen befinden.

Der Schweizer Ex-Banker Rudolf Elmer hat am Montag CDs mit Daten von mutmaßlichen Steuerbetrügern an den Kopf der Internet-Plattform Wikileaks, Julian Assange, übergeben. "Wir werden diese Informationen so behandeln, wie wir alle anderen Informationen auch behandeln, die wir bekommen", sagte Assange vor Journalisten in London. "Es wird eine vollständige Offenlegung geben." Elmer hatte angekündigt, zunächst keine Namen von Firmen oder Personen bekanntgeben zu wollen.

Die Auswertung der Daten werde nun vermutlich einige Wochen in Anspruch nehmen, teilte Assange mit. Medien hatten zuvor berichtet, auf den CDs befänden sich 2000 Namen, darunter auch die von Deutschen. Nach eigenen Angaben hat Elmer das Material bereits vor Jahren dem damaligen Bundesfinanzminister Peer Steinbrück ohne Geldforderung angeboten, jedoch keine Antwort auf sein Schreiben bekommen.

Elmer war in der Schweiz 30 Tage lang in Haft. Am Mittwoch muss er sich vor dem Bezirksgericht in Zürich wegen des Vorwurfs der Verletzung des Bankgeheimnisses und der Nötigung verantworten. Er hat nach eigenen Angaben für Schweizer Banken acht Jahre lang im Steuerparadies Cayman Islands gearbeitet. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz sei er zu dem Entschluss gekommen, die Öffentlichkeit über das wahre Ausmaß des internationalen Steuerbetrugs zu informieren. Er werde verfolgt und unter Druck gesetzt, beteuerte er.

kng/DPA / DPA