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TELEKOMMUNIKATION: UMTS-Entscheid hilft Aktien kleinerer Lizenznehmer

Bei einer Zusammenarbeit wollen die Anbieter durch die Aufteilung der Kosten für den Netzaufbau Milliarden einsparen.

Die Entscheidung der Telekom-Regulierungsbehörde, Allianzen der UMTS-Mobilfunkanbieter in einem bestimmten Umfang zu erlauben, haben am Dienstag einigen Aktien der kleineren UMTS-Lizenzinhaber Auftrieb gegeben. Von einer Zusammenarbeit versprechen sich die Firmen Einsparungen in Milliardenhöhe.

MobilCom

Klarer Gewinner des jüngsten Entscheids aus Bonn war MobilCom, die sich von dieser Möglichkeit Einsparungen von bis zu vier Milliarden DM verspricht. Auch die finnische Sonera konnte zulegen. Die Mobilcom-Aktie kletterte um 1,41 Prozent auf 18,71 Euro. MobilCom-Chef Gerhard Schmid hatte kürzlich Gespräche mit mehreren Mobilfunkanbietern über eine Zusammenarbeit beim Aufbau der UMTS-Netze bestätigt. Die zu 28,5 Prozent an MobilCom beteiligte France Telecom verzeichnete dagegen leichte Verluste. Der Kurs gab 0,47 Prozent auf 63,30 Euro ab.

G3 - Konsortium

Der Aktienkurs der am G3-Konsortium beteiligten finnischen Sonera legte um 4,6 Prozent auf 10,20 Euro zu. Händler erwarten trotzdem nur ein begrenztes Aufwärtspotenzial, da die Entscheidung des Regulierers vorhersehbar war. Dagegen fielen die Titel des spanischen G3-Partners Telefonica um 0,74 Prozent auf 17,45 Euro. Marktexperten gehen trotzdem davon aus, dass G3 profitieren wird, da die beiden Unternehmen in Deutschland ein komplett neues Netz aufbauen müssen.

Vodafone

Zuschläge verzeichnete auch die D2-Muttergesellschaft Vodafone, der Aktienkurs kletterte um 1,31 Prozent auf 173-1/2 Pence. Bereits im Vorfeld der Regulierer-Entscheidung hatten die beiden Branchenführer auf dem deutschen Mobilfunkmarkt, D2 Vodafone und D1 Telekom, angekündigt, vor Gericht ziehen zu wollen, falls nach ihrer Ansicht zu weitgehende Kooperationen beim Netz-Aufbau und -Betrieb zugelassen werden. Zunächst war unklar, ob Vodafone gegen den Regulierer-Entscheid vorgehen wollte.

Deutsche Telekom

Mit einem leichten Verlust reagierten dagegen die Titel der Deutschen Telekom auf die Nachricht. Der Aktienkurs notierte gegen Mittag mit 0,52 Prozent im Minus bei 24,74 Euro.

KPN Telecom

Der kooperationswillige Mobilfunknetzbetreiber E-Plus hat die Entscheidung der Regulierungsbehörde begrüßt. Der Aktienkurs der zu 77 Prozent an der drittgrößten deutschen Mobilfunk-Gesellschaft beteiligten niederländischen KPN Telecoms büßte jedoch mehr als sieben Prozent ein. Investoren machen dafür die hohen Schulden der KPN unter anderem die hohen Übernahmekosten für E-Plus verantwortlich.

British Telecom

Der von der British Telecom kontrollierte viertgrößte Mobilfunkbetreiber in Deutschland, Viag Interkom, glaubt durch die jetzt möglichen Kooperationen etwa 20 bis 30 Prozent an Aufbaukosten einsparen zu können. Die Titel des hochverschuldeten britischen Telekomkonzerns verloren an der Londoner Börse dennoch über ein Prozent.

Die sechs UMTS-Wettbewerber hatten im letzten Jahr insgesamt 50,8 Milliarden Euro für die Lizenzen für die dritte Mobilfunkgeneration bezahlt und damit ihre Schuldenberge erheblich aufgetürmt. Zu diesen Ausgaben kommen für jeden der Anbieter noch Milliardenbeträge für den Netzaufbau hinzu.