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Teure Subventionen SPD stellt Steuerrabatt für Handwerksleistungen infrage


Mit der steuerlichen Vergünstigung für Handwerkerarbeiten wollte der Staat die Konjunktur stützen und Schwarzarbeit eindämmen. Doch Politiker und Ökonomen stellen den teuren Rabatt zunehmend infrage.

Die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerarbeiten wird innerhalb der SPD infrage gestellt. Der SPD-Haushaltspolitiker und Vize-Fraktionschef Carsten Schneider sagte der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagsausgabe), die mit der Vergünstigung verbundenen Ziele würden teilweise verfehlt. Es bestehe "ganz offensichtlich Handlungsbedarf". Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) könne das "nicht ignorieren".

In Fraktionskreisen hieß es der Zeitung zufolge zudem, wenn die Union die Zustimmung der SPD für eine Entlastung der Bürger etwa bei der sogenannten kalten Progression wolle, dürfe sie im Gegenzug den "Abbau von Steuersubventionen nicht länger als Steuererhöhung verteufeln".

Handwerker-Subvention kommt den Staat teuer

Hintergrund der Aussagen ist eine von der Regierung in Auftrag gegebene Studie, in der die Abschaffung des Handwerkerprivilegs, zumindest aber eine Beschneidung, empfohlen wird. Jeder Bürger kann in der Steuererklärung 20 Prozent der Arbeitskosten für Renovierungen, die Gartengestaltung sowie den Austausch oder die Wartung etwa der Heizung geltend machen.

Seit die damalige große Koalition 2009 die Obergrenze für den Steuervorteil anhob, dürfen bis zu 1200 Euro abgesetzt werden. Erklärtes Ziel war es damals, die Konjunktur zu stützen, die legale Beschäftigung von Handwerkern zu fördern und damit die Schwarzarbeit einzudämmen. Die Subvention kostet den Staat gut 1,5 Milliarden Euro im Jahr, sie ist damit die fünftteuerste Steuervergünstigung überhaupt.

kis/AFP AFP

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