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TOURISTIK: LTU fliegt unter Zeitdruck

Seit den heftigen Geldproblemen der Swissair steckt auch Ferienpionier LTU in Finanznöten. Aber offenbar will niemand die Swissair-Beteiligung übernehmen.

Mit der LTU fliegen wollen viele, aber kaufen wollte sie in den vergangenen Wochen niemand. Deutschlands zweitgrößter Ferienflieger hinter Condor braucht nach der Pleite der Schweizer Fluggesellschaft Swissair einen neuen Hauptgesellschafter, der die Sanierung des Unternehmens finanziert. Vier Wochen nach dem Swissair-Absturz ist aber noch kein Investor in Sicht. Die Airline gerät immer stärker unter Zeitdruck. Die Zahlungsfähigkeit reicht Presseberichten zufolge jetzt nur noch bis Mitte November.

Kurz vor der Pleite?

»Keine Konkursgefahr bei LTU!«, wies LTU International Airways schon Anfang Juli anderslautende Spekulationen zurück. Die Airline fliegt in den Sommermonaten mit der sehr guten Auslastung von 80 bis 90 Prozent und die Sanierung kam mit dem Einsatz von fünf neuen Airbus-Flugzeugen planmäßig voran. Doch mit den Terroranschlägen in den USA verschlechterten sich im September die Geschäftsaussichten der gesamten Luftfahrtbranche. Inzwischen wird dem Düsseldorfer Unternehmen sogar nachgesagt, dass es kurz vor der Pleite stehe.

Flugzeuge bleiben am Boden

»Das ist ein schlechter Zeitpunkt für Investitionen«, ist in der Reisebranche zu hören. Nach dem 11. September blieben Flugzeuge am Boden, Fernverbindungen wurden gestrichen und Arbeitsplätze werden bei einigen Reiseunternehmen abgebaut. »Da hat keiner Geld übrig«, meinte ein Insider. Ohnehin besteht bei den führenden deutschen Touristikanbietern kaum Bedarf: TUI und Thomas Cook besitzen mit Hapag-Lloyd und Condor schon eigene Ferienflieger. Dementsprechend wies ein TUI-Sprecher Spekulationen zurück, dass TUI bei LTU einsteigen würde.

Auch Rewe will nicht

Große Erwartungen wurden an den Kölner Lebensmittelhändler Rewe geknüpft. Der Genossenschaftsverbund übernahm zu Jahresbeginn die LTU-Reiseveranstalter komplett und 40 Prozent an der Airline. Warum stockt Rewe jetzt nicht seine Anteile auf? Rewe-Chef Hans Reischl befürchtet, die Kölner könnten sich überheben. Eine Fluggesellschaft gehört nicht zum Kerngeschäft, ist bei Rewe zu hören. Die Nummer 3 der deutschen Reisebranche sieht ausreichend Sitzplätze auf dem Markt und bescheinigt sich selbst, keine Flug-Fachkenntnisse zu haben.

NRW will helfen

Als Stütze der Airline bot sich in den vergangenen Monaten das Bundesland Nordrhein-Westfalen an. Eine Landesbürgschaft von 200 bis 300 Millionen DM soll dem Unternehmen zu einer stabilen Finanzbasis verhelfen. »Wir haben Verständnis für das Problem gefunden«, meinte ein Sprecher des Düsseldorfer Wirtschaftsministeriums zu Kontakten mit Brüssel. Ob und wann die EU-Behörden der Bürgschaft zustimmen, ist aber unklar. Optimismus wird aus einem ähnlichen Antrag für die belgische Fluglinie Sabena geschöpft, der bewilligt wurde.

Banken sind desinteressiert

Bei einer LTU-Pleite würden mehr als die 2.300 Arbeitsplätze des Unternehmens wegfallen. Auch der Düsseldorfer Flughafen und Zulieferer würden das zu spüren bekommen. Deshalb wird als ein letzter Rettungs-Fallschirm eine »politische Lösung« erwartet. Doch die Sparkassen in Düsseldorf und Köln winkten bereits beim Thema LTU-Einstieg ab. Auch die Westdeutsche Landesbank lässt keine Bereitschaft erkennen, sich wieder bei der LTU zu beteiligen. Im Gegenteil, die größte deutsche Landesbank trennt sich beim EU-konformen Umbau von Beteiligungen.

Gehaltsverzicht für Belegschaft

Für die LTU-Belegschaft bedeutet die erneute Krise der Airline, Opfer zu bringen. Gehaltsverzicht in Millionen-Höhe und der Wegfall des Kündigungsschutzes sollen das Unternehmen in den kommenden Jahren massiv entlasten. Der Betriebsrat pocht dabei auf Verhandlungen. Die LTU-Geschäftsführung könne nicht nach dem Motto »Friss oder stirb« vorgehen, unterstreicht Betriebsratsvorsitzender Rolf Wagner. Die LTU-Mitarbeiter benötigten endlich eine verlässliche Perspektive.

Volker Danisch

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.