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Umstrittenes Milliardenprojekt: Bahn rechnet angeblich S21-Ausstieg durch

Was wäre wenn? Die Bahn spielt einem Medienbericht zufolge einen möglichen Ausstieg aus dem Milliardenprojekt Stuttgart 21 durch. Der Bahnvorstand dementiert.

Wie teuer wäre es und welche Ansprüche hätte die Deutsche Bahn gegen das Land Baden-Württemberg? Laut einem Medienbericht spielt die Bahn einen möglichen Ausstieg aus dem milliardenschweren durch. Wie der "Spiegel" in seiner neuesten Ausgabe schreibt, ermittelten Bahnmitarbeiter bereits seit Wochen mögliche Ansprüche des Unternehmens gegen das Land Baden-Württemberg. In den noch anstehenden Auftragsvergaben werde "eine Sollbruchstelle für den Fall eines Projektabbruchs verhandelt", zitiert das Nachrichtenmagazin aus einem internen Konzernpapier.

Bahn dementiert

Die Bahn bestreitet, sich auf einen Ausstieg vorzubereiten und wies den Bericht zurück. "Der Vorstand der Deutschen Bahn ist unverändert fest entschlossen, Stuttgart 21 zu bauen", erklärte ein Konzernsprecher. Der Aufsichtsrat habe in seiner jüngsten Sitzung bestätigt, den Vorstand dabei uneingeschränkt zu unterstützen.

In dem "Spiegel"-Bericht heißt es weiter. Bis Dezember solle Infrastruktur-Vorstand Volker Kefer detailliert ausrechnen lassen, wie teuer ein Ausstieg aus Stuttgart 21 für die Bahn wäre. Das Ergebnis soll demnach auf der nächsten Aufsichtsratssitzung noch vor Jahresende beraten werden.

Neuer Kostenschub

Erst kürzlich hatte der Bahnvorstand eingeräumt, dass das derzeit mit 4,1 Milliarden Euro veranschlagte Riesenprojekt nochmals teurer werden könnte. "Wir halten die Lage in dem Projekt durchaus für angespannt", sagte Technikvorstand Kefer am Freitag in Stuttgart. Man habe erst die Planungsphase hinter sich und wolle nun zu bauen beginnen. Dabei gebe es Hinweise von Kostensteigerungen um 370 Millionen Euro bis 2016.

Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann von den Grünen sah sich dadurch in seiner Skepsis bestätigt: "Wir gehen direkt auf den 4,5-Milliarden-Kostendeckel zu und haben noch nicht einmal zu bauen begonnen." Man liege nur noch 68 Millionen Euro unterhalb der Grenze des Risikopuffers.

joe/DPA/Reuters / DPA / Reuters