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US-Autobauer: GM drosselt Produktion - Hoffen auf Bush

Nach dem Aus für das Auto-Hilfspaket: US-Präsident George W. Bush will die drei großen Autokonzerne offenbar mit Geld aus dem 700 Milliarden Dollar schwerem Rettungspaket für die Finanzbranche unterstützen. GM hat trotzdem schon angekündigt, die Produktion erneut zu drosseln.

Die US-Regierung prüft den Einsatz von Geldern aus dem Banken-Rettungspaket für die taumelnden Autohersteller General Motors, Chrysler und Ford. Es sei unverantwortlich, die US-Wirtschaft mit einem Zusammenbruch der drei großen Hersteller weiter zu schwächen, sagte eine Sprecherin von Präsident George W. Bush am Freitag. GM machte am Freitag mit einer weiteren Drosselung der Produktionsvorgaben für 2009 den Ernst der Lage deutlich.

Zwar würde es das Weiße Haus normalerweise bevorzugen, den Finanzmarkt über das Schicksal der großen Autobauer entscheiden zu lassen, sagte Sprecherin Dana Perino. Angesichts des Zustands der Wirtschaft werde die Regierung aber andere Optionen prüfen, um einen Zusammenbruch der Hersteller zu verhindern. Dies könne die Verwendung von Geldern aus dem 700-Milliarden-Paket für die Banken bedeuten.

Ein Hilfspaket in Höhe von 14 Milliarden Dollar war nach einem mehrstündigen Verhandlungsmarathon im US-Senat gescheitert. Die Senatoren lehnten das Hilfsprogramm wegen eines Streits über von den Republikanern geforderte Lohnsenkungen mit 52 zu 35 Stimmen ab. General Motors und Chrysler könnten schon in den nächsten Wochen in Zahlungsschwierigkeiten kommen, Ford ist offenbar nicht unmittelbar von einem Zusammenbruch bedroht. Direkt und indirekt hängen bis zu drei Millionen Arbeitsplätze von der US-Autoindustrie ab.

GM drosselt Produktion drastisch

General Motors (GM) kündigte unterdessen am Freitag an, seine Produktion im ersten Quartal 2009 um weitere 250.000 Fahrzeuge zu kürzen. Damit werde der Ausstoß im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 60 Prozent sinken, so der Mutterkonzern von Opel. Der Schritt sei die Konsequenz aus der kollabierten Nachfrage auf dem Heimatmarkt.

Bereits Anfang Dezember hatte der ehemals größte Autokonzern der Welt angekündigt, seine Produktion in dem Vierteljahr um 285.000 Fahrzeuge gegenüber dem Vorjahr zu drosseln und nur noch 600.000 Autos vom Band laufen zu lassen. Das Fabrikvolumen falle damit in Nordamerika in den ersten drei Monaten 2009 zeitweise um 30 Prozent, erklärte GM weiter.

Ford baut nun mehr Autos als GM

Mit den neuen Einschnitten baut die einstige Nummer eins der Branche weniger Autos als der Rivale Ford, der bislang bei den Verkaufszahlen in den USA hinter GM und Branchenführer Toyota auf Platz drei liegt. Auch Chrysler-Chef Bob Nardelli sagte, sein Unternehmen werde weiter Kosten senken, um wieder profitabel zu werden. Details nannte er nicht.

Der Sparzwang ist wächst von Tag zu Tag. So berichtet das "Wall Street Journal", dass Opel-Mutter GM und der kleinere Konkurrent Chrysler ihren Zulieferern neun Milliarden Dollar. Die Rechnungen würden in den kommenden Wochen fällig, heißt es in dem Bericht.

AP/DPA / AP / DPA