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US-Automarkt: Noch größer, noch gewaltiger – die USA verabschieden sich von der Limousine

Straßenkreuzer? Das war einmal. Die US-Käufer steigen geschlossen auf SUV und Pick-up um. Der neue Jeep Gladiator ist das Symbol der Zeit: Der Spritfresser kreuzt einen klassischen Offroader mit einer Pick-up-Ladefläche.

Limousinen sind langweilig und brav - ein Fahrzeug wie der Gladiator macht den US-Käufern Spaß.

Limousinen sind langweilig und brav - ein Fahrzeug wie der Gladiator macht den US-Käufern Spaß.


Getty Images

Der US-Automarkt boomt. Dennoch will GM sieben Fabriken schließen – fünf davon in den USA. So zog sich der Konzern den Zorn des US-Präsidenten zu, der per Twitter mit Konsequenzen drohte. Das Problem ist nicht die Konjunktur, sondern die Autos die GM dort herstellt. Es handelt sich um die Bauform "Sedan", um Limousinen, und die will nun auch in den USA niemand mehr haben.

Zu langweilig und zu brav

Limousinen, das sind Fahrzeuge die vorne mit einer Haube beginnen, dann folgt die Fahrerkabine und am Ende kommt der separate Kofferraum. In Deutschland begann der Niedergang schon viel früher. Nachdem der erste Golf auf den Markt kam, wurden Kofferraumraum Autos alsbald aus den Segmenten Kompakte und Kleinwagen verdrängt. Und auch in der Mittelklasse fand der deutsche Käufer immer mehr Gefallen am praktischen Kombi. Nur in der Oberklasse dominierte lange die klassische Autoform.

In den USA blieben lange Limousinen länger in der Gunst der Kunden – die US-Käufer fanden weder an Kompakten noch an Kombis großen Gefallen.

Marktanteil im freien Fall

Doch der Siegeszug der SUVs rollt jetzt den US-Markt auf. Autos können gar nicht gewaltig genug sein. SUVs und Pick-ups sind gefragt. Im Jahr 2018 verteilen sich die Neuzulassungen so: 30 Prozent Limousinen stehen 70 Prozent SUVs und Pick-ups gegenüber. Auch bei den Importeuren profitieren SUV-Marken wie Range Rover. Ein Hersteller wie Jaguar ist traditionell stark bei Limousinen und büßte 28 Prozent der Verkäufe ein.

Götterdämmerung
Der Pick-up Ford F 150 verkauft sich in den USA prächtig

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GM zieht nicht als erster Hersteller die Reißleine. Chrysler hat den Dodge Dart und Chrysler 200 eingestellt. Und Ford kündigte den kompletten Rückzug aus dem Limousinenmarkt an. Finanzchef Bob Shanks sagte, dass die Limousinen "kein Geld verdienen". Um überhaupt noch welche zu verkaufen, müssen große Nachlässe eingeräumt werden.

 Zu dem Umschwung trägt auch der niedrige Spritpreis in den USA bei. Aktuell kostet die Gallone Benzin (3,78 Liter) rund 2,60 Dollar. Das spielt der Verbrauch keine Rolle – zumal auch in den USA die Motoren sparsamer als früher geworden sind.

Je gewaltiger, umso besser

Politisch spaltet Präsident Trump das Land, doch Autos können gar nicht "trumpig" genug sein. Exzellent verkaufen sich überdimensionierte SUVs wie der Lincoln Navigator. Er läuft am besten mit besonders markiger Extraausstattung.

Die heißeste Neuvorstellung der Los Angeles Autoshow ist kein E-Mobil und kein Auto, sondern der Jeep Gladiator. Die Marke Jeep betritt hier Neuland: Der Wrangler wird zum Pick-up verlängert. Doch anders als die anderen Pick-ups im US-Markt wurde der Gladiator nicht primär als Nutzfahrzeug konzipiert. Der Gladiator ist ein Lifestyle-Statement. Schlägt er ein, dürfte es nicht lange dauern, bis andere Hersteller eine gestreckte Pick-up-Variante ihrer SUVs anbieten.

Kra mit Pressinform
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