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Wandel in Autoindustrie: GM will 15.000 Stellen streichen - Job-Präsident Donald Trump schäumt vor Wut

Donald Trump hatte versprochen, die US-Stahlindustrie wiederzubeleben. Doch nun kündigt ausgerechnet General Motors, der größte Autobauer des Landes an, tausende Jobs zu streichen. Der US-Präsident ist sauer und droht mit Konsequenzen.

"Ich sage, diese Jobs, die Ohio verloren hat, die werden zurückkommen. Sie werden alle zurückkommen. Zieht nicht weg, verkauft eure Häuser nicht" – dieses Versprechen hatte Donald Trump vergangenes Jahr im Sommer auf einer Veranstaltung in Ohio abgelegt. Dort im Rust Belt, dem Stahl- und Autoherzen Amerikas, hatten sie ihn 2016 mehrheitlich gewählt - wegen genau dieser Versprechen. Er wird sie aber möglicherweise nicht halten können. Denn einer der großen Firmen in der Gegend, Autobauer General Motors (GM), wird nicht nur keine neuen Arbeitsplätze schaffen, sondern seine Fabrik in Lordstown, zwischen Cleveland und Pittsburgh, schließen. Und nicht nur dort.

Bis zu 15.000 Jobs will GM streichen

Fast 1600 Jobs fallen im Rust Belt weg. Plus 300 in Baltimore, 1600 in Detroit, 300 in Warren, 3000 in Oshawa. Insgesamt will GM ein halbes Dutzend Werke in den USA und Kanada schließen und damit 10.000 bis 15.000 Stellen weltweit streichen. Das wären rund 15 Prozent der Angestellten und 25 Prozent der Führungskräfte. US-Präsident Donald Trump bringen diese Pläne in Rage. Der Regierungschef reagierte äußerst verärgert auf die Ankündigungen des GM-Managements und drohte mit Konsequenzen.

"Sie sollten dort verdammt noch mal schnell eine neue Fabrik eröffnen", sagte Trump dem "Wall Street Journal" zum bevorstehenden Aus in Ohio. Er habe GM-Chefin Mary Barra bei einem Gespräch erklärt, sie habe "ein Problem", sollte das Werk dauerhaft geschlossen bleiben. Er habe Barra außerdem aufgefordert, die Autoproduktion in China zu stoppen. Vor Reportern in Washington erklärte Trump, die USA hätten viel für GM getan - und man sei in der Lage, großen Druck auf den Konzern mit Hauptsitz in Detroit auszuüben.

Sparen um fit für Zukunft zu sein

Als Hauptgründe für die Abbaupläne gelten der schwächelnde US-Absatz bei kleinen Pkw und gestiegene Materialkosten. Wichtige Vorprodukte für die Autoindustrie wurden aber etwa auch durch die von Trump selbst eingeführten Sonderzölle auf Stahl teurer.

Mit dem Sparprogramm will sich GM verändernden Marktbedingungen anpassen. Auch GM muss Milliarden in den Ausbau der Elektromobilität stecken. Erzrivale Volkswagen hatte kürzlich einen riesigen Investitionsplan aufgesetzt, die japanischen und südkoreanischen Konkurrenten sind ebenfalls im Rennen. Das Geld hierfür müssen die Autokonzerne zusätzlich verdienen und teils an anderen Stellen einsparen. Es gehe darum, "das Unternehmen für langfristigen Erfolg zu positionieren", verkündete Barra.

GM will verkaufsschwache Modelle einstellen und sich künftig stärker auf innovative Bereiche wie E-Autos und das autonome Fahren konzentrieren. Ein tiefgreifender Umbau sei nötig, erklärte Barra. Aus dem chronisch defizitären Europa-Geschäft mit der deutschen Ex-Tochter Opel und der britischen Marke Vauxhall hatte sich GM schon 2017 verabschiedet. Letztlich musste der US-Konzern beim Verkauf an die französische PSA-Gruppe hier 6,2 Milliarden Dollar draufzahlen.

Gierige Firmen, ahnungslose Politiker

Nicht nur beim US-Präsidenten auch bei der oppositionellen Lokalpolitik stoßen die Schließungspläne auf heftige Kritik: Der örtliche Abgeordnete Tim Ryan von den Demokraten sagte, der Schritt von GM sei eine "üble Kombination aus gierigen Unternehmern und Politikern, die keine Ahnung von wirtschaftlichen Zusammenhängen haben". An Donald Trump gerichtet meinte Ryan: "Er hat versprochen, dass die Unternehmenssteuer-Erleichterungen hier zu großen Reinvestitionen führen würden. Das passiert eindeutig nicht."

Quellen: CNBC, "Wall Street Journal", General Motors, "The Colombus Dispatch"

nik mit DPA