Warren Buffett Milliardär sucht Nachfolger


Warren Buffett, der legendäre amerikanische Investor und zweitreichste Mann der Welt, sucht einen Nachfolger für das Management in seiner Firma Berkshire Hathaway. Er suche jemanden, "der Fehler vermeidet, die man noch nie erlebt hat".

Der 76-jährige Multi-Milliardär Warren Buffet plant seine Unternehmensnachfolge. Er hat bereits drei Kandidaten im Visier, die ihn als Konzernchef beerben könnten. Der Verwaltungsrat wisse genau, was zu tun sei, falls er heute Nacht sterben sollte, schrieb Buffett in seinem am Donnerstag veröffentlichten Aktionärsbrief für das Geschäftsjahr 2006.

Privatvermögen von 46 Milliarden Dollar

Firmengründer Buffett ist mit einem Vermögen von 46 Milliarden Dollar nach Microsoft-Gründer Bill Gates (53 Milliarden Dollar) zweitreichster Mann der Welt. Er hat den größten Teil seines Vermögens der Stiftung von Bill und Melinda Gates sowie Stiftungen seiner Kinder zugesagt. Mit 76 fühle er sich aber hervorragend und seine Gesundheit sei ausgezeichnet. "Es ist erstaunlich was Cherry Coke (das Buffett-Lieblingsgetränk) und Hamburger für einen Burschen tun können", scherzte er.

Buffett wies darauf hin, dass eine personelle Klärung auch auf der Investmentseite notwendig sei. Lou Simpson, der Chef der Versicherungstochter Geico, sei nur sechs Jahre jünger als er selbst. Deshalb sucht Buffett in Absprache mit dem Berkshire-Verwaltungsrat nach einen jüngeren Mann oder einer jüngeren Frau, die das Potenzial hätten, ein sehr großes Portefeuille zu verwalten. Sie sollten in der Lage sein, Buffett in dieser Funktion abzulösen können, falls dies notwendig werden sollte.

Ein einziger Fehler kann alles zunichte machen

Buffett hatte Berkshire seit den sechziger Jahren von einer winzigen Investmentfirmen in einen der weltgrößten Mischkonzerne mit 73 Tochterfirmen und riesigen Aktienpaketen von US-Großkonzernen wie Coca-Cola, American Express, Procter & Gamble, Wells Fargo und ConocoPhillips sowie anderen lukrativen Investments verwandelt.

Märkte erlebten im Laufe der Zeit "ungewöhnliche und selbst bizarre Dinge", schrieb Buffett. Ein einzelner Fehler könne eine lange Erfolgsserie zunichte machen. Deshalb benötige man Jemanden, der "genetisch programmiert sei, schwerwiegende Risiken zu erkennen und zu vermeiden, einschließlich solcher, die man noch nie erlebt habe".

Berkshire auch 2006 mit glänzendem Gewinn

Berkshire Hathaway hat 2006 dank glänzender Gewinne seiner Versicherungs- und Energietöchter elf Milliarden Dollar (8,3 Milliarden Euro) verdient. Damit wurde der Vorjahresgewinn um 29,2 Prozent übertroffen. Dies hat das in Omaha (US-Bundesstaat Nebraska) ansässige Unternehmen mitgeteilt. Berkshire profitierte in großem Stil von den ausgebliebenen Hurrikans im vergangenen Jahr. Die Gewinne waren 2004 und 2005 durch die amerikanische Hurrikan-Serie stark belastet worden. Berkshire hatte danach die Versicherungen stark verteuert. Der Jahresumsatz stieg auf 98,5 (Vorjahr: 81,7) Milliarden Dollar.

Berkshire kontrolliert auch dutzende Einzelhandels- und Großhandels-, Bekleidungs-, Restaurant-, Baumaterial-, Schmuck- und andere Firmen. Der Jahresgewinn pro Aktie stieg auf 7144 (Vorjahr: 5538) Dollar. Die Berkshire-Aktien notierten zuletzt mit dem enormen Kurs von 106.600 Dollar um 410 Dollar höher. Es ist die einzige Aktie, die einen Kurs von mehr als 100.000 Dollar hat. Die Berkshire-Aktien haben einen Gesamtwert von mehr als 164 Milliarden Dollar.

Der Berkshire-Gewinn fiel im Schlussquartal 2006 auf 3,6 (5,1) Milliarden Dollar oder 2323 (3330) Dollar je Aktie, da es im Vorjahr einen Milliarden-Sondergewinn durch den Verkauf einer Beteiligung an dem Rasierklingen- und Batteriehersteller Gillette gegeben hatte.

DPA DPA

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