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DHL, Hermes, Amazon Wie groß wird das Paketchaos zu Weihnachten?

Pakete
In der diesjährigen Weihnachtszeit erreicht das Paketaufkommen neue Rekorde
© Tom Weller / DPA
In der Weihnachtszeit werden neue Rekordmengen an Paketen erwartet. Kann die Post das schaffen? Müssen sich Kunden auf Probleme einstellen? Und bis wann muss ich Geschenke spätestens verschickt haben?

Wegen der Corona-Pandemie bestellen die Menschen sowieso schon mehr Pakete als sonst. Und jetzt kommt auch noch die Weihnachtszeit. Los geht die heiße Päckchen-Phase am 27. November mit dem Black Friday, dem auch hierzulande zunehmend beliebten Schnäppchenevent. Von da an gibt es für die großen Logistikunternehmen bis Heiligabend praktisch kein Durchatmen mehr.

Können DHL, Hermes und Co. diese Paketflut überhaupt bewältigen? Wie bereiten Sie sich auf die Mammutaufgabe vor? Und sind für Kunden Verzögerungen oder andere Einschränkungen beim Service zu erwarten? Das haben wir DHL, Hermes und Amazon gefragt. Hier sind die Antworten.

Wie viele Pakete werden erwartet?

Die Logistikunternehmen stoßen in neue Dimensionen vor: "Von Ende November bis Weihnachten erwarten wir drei bis vier sehr starke Wochen mit neuen Rekordmengen von über 11 Millionen Sendungen an Spitzentagen direkt vor Heiligabend", sagt DHL-Sprecherin Sarah Preuß. Zum Vergleich: An einem normalen Tag befördert die Post lediglich 5,2 Millionen Pakete. Für das Gesamtjahr 2020 erwartet DHL ein Paketvolumen von 1,8 Milliarden Paketen - 15 Prozent mehr als 2019.

Auch Konkurrent Hermes rechnet mit neuen Rekorden. Bis Ende des Jahres wird das Versandunternehmen nach eigener Prognose zehn bis zwölf Millionen Pakete pro Woche transportieren, etwa 20 Prozent mehr als im letzten Jahr. "Wir gehen vom mengenstärksten Weihnachtsgeschäft aller Zeiten aus", sagt Hermes-Sprecherin Birte Ayhan-Lange. 

Wie bereiten sich die Firmen auf die Paketflut vor?

Der größte Paketversender DHL rüstet massiv auf, um das Weihnachtsgeschäft zu bewältigen. Bereits im Frühjahr habe man als Reaktion auf die steigenden Bestellmengen während des ersten Lockdowns 4000 zusätzliche Kollegen eingestellt, erklärt der Konzern. Bis Jahresende sollen rund 10.000 zusätzliche Aushilfskräfte in Zustellung und Sortierung eingesetzt werden. Zudem werden 13.000 zusätzliche Fahrzeuge im Paket-Großeinsatz sein.

Weil auch das voraussichtlich nicht ausreicht, sollen kleine Pakete zusätzlich von Briefträgern zugestellt werden. "Zudem werden wir auch mit mehreren Wellen über den Tag arbeiten, sodass unsere Zusteller in den kommenden Wochen mancherorts häufiger auch noch abends klingeln werden", sagt DHL-Sprecherin Preuß.

Bei Hermes sind in den kommenden Wochen 3500 zusätzliche Mitarbeiter sowie 3900 Extra-Fahrzeuge im Einsatz. Zudem seien die Sortierkapazitäten durch den Ausbau bestehender Standorte sowie ein komplett neues Verteilzentrum in Bremen um 30 Prozent erhöht worden.

Auch Onlinehändler Amazon legt sich mächtig ins Zeug, um seinen Teil der Logistik zu stärken: Neben den 16.000 fest angestellten Mitarbeitern setzt der Konzern in der Weihnachtszeit 10.000 zusätzliche Saisonkräfte ein, um die erhöhten Bestellmengen abzuarbeiten. "Zudem haben wir dieses Jahr zwei neue Logistikzentren in Oelde und Sülzetal gestartet – wir sind also gut aufgestellt", sagt ein Amazon-Sprecher.

Sind Verzögerungen und Einschränkungen zu erwarten?

Rekorde bei den Paketmengen, Tausende zusätzlich zu koordinierende Mitarbeiter - und das alles auch noch unter den Bedingungen der Pandemie. Die damit einhergehenden Schutzmaßnahmen machten das Weihnachtsgeschäft "besonders herausfordernd", sagt DHL-Sprecherin Preuß. "Sollte es dabei einmal regional zu Laufzeitverzögerungen kommen, hoffen wir auf das Verständnis unserer Kunden", warnt sie schon mal vorsichtig vor.

Die Kunden könnten aber auch selbst ihren Teil beitragen, um Überlastungen zu verhindern, indem sie ihre Weihnachtsgeschenke frühzeitig bestellen beziehungsweise verschicken.

DHL, Hermes, Amazon: Wie groß wird das Paketchaos zu Weihnachten?

Gut anschauen sollte man sich vor Weihnachten auch die Benachrichtigungen der Zusteller, die einen nicht angetroffen haben. Denn womöglich liegt das Paket gar nicht in der gewohnten Postfiliale zur Abholung bereit, sondern ganz woanders. Selbstverständlich könne es vorkommen "dass die Kapazitätsgrenze einer Filiale erreicht wird und weitere Pakete daher in umliegende Filialen/Paketshops/Packstationen gebracht werden müssen", sagt die DHL-Sprecherin.

Daher bittet DHL seine Kunden, Pakete aus der Filiale oder Packstation möglichst frühzeitig abzuholen, damit der Platz wieder frei wird. Alternativ könnten Paketempfänger, die wenig zu Hause sind, auch einen Ablageort auf dem eigenen Grundstück bestimmen oder einen Nachbarn nennen, der die Sendung annimmt.

Bis wann muss ich mein Weihnachts-Päckchen verschicken?

DHL sagt, dass Pakete innerhalb Deutschlands bis spätestens Samstag, 19. Dezember, um 12 Uhr, verschickt werden sollten, um pünktlich an Heiligabend unterm Weihnachtsbaum zu liegen. Briefe und Postkarten können noch bis 22. Dezember vor Leerung eingeworfen werden.

Hermes erklärt, für alle bis 21. Dezember eingeworfenen Pakete erfolge "ein erster Zustellversuch bis Heiligabend". Für internationale Sendungen nennt Hermes den 15. Dezember als Stichtag. "Aber wie immer gilt: Weihnachtsbestellungen besser frühzeitig tätigen und auch private Sendungen nicht erst auf den letzten Drücker abschicken." So sei eine pünktliche Lieferung meist dann noch gesichert, wenn die Zusteller vom Winterwetter ausgebremst würden.

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