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Wirtschaftsentwicklung: Deutsches Konsumklima in Gefahr

Die aktuelle Krise an den Börsen gefährdet das deutsche Konsumklima. Einer Studie zufolge ist die Kauflust zwar leicht gestiegen, doch wurden die Daten vor dem Einbruch der Finanzmärkte erhoben. Das Konsumklima war bereits ohne die Finanzkrise von steigenden Lebensmittelpreisen belastet.

Die internationale Finanzkrise sowie gestiegene Preise für Lebensmittel und Energie drücken weiter auf die Stimmung der Verbraucher in Deutschland. Die Kauflust der Menschen sei zwar ein wenig gewachsen, die Einkommenserwartung aber gesunken, teilte das Marktforschungsinstitut GfK mit. Die Studie basiert auf monatlich 2000 Verbraucher-Interviews. Die jüngsten Turbulenzen an den Aktienmärkten hätten sich noch nicht auf die Daten der Untersuchung ausgewirkt, weil die Befragung bereits vorher erfolgt sei, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.

Mehr Optimismus bei den Verbrauchern

Beim Konsumklimaindex prognostizierte das Institut für Februar mit 4,5 Punkten den gleichen Wert wie im Januar. Die Erwartungen der Verbraucher an die Entwicklung der Konjunktur haben sich den Angaben zufolge im Januar erstmals seit sieben Monaten wieder verbessert - und zwar um gut 5 Punkte auf plus 28,7 Punkte. Die Kauflust verbesserte sich um knapp 2 Punkte, liegt aber mit minus 8,8 Punkten immer noch unter dem langjährigen Mittel. Die Einkommenserwartung sank um 3,0 Punkte.

Privatkonsum bleibt Konjunkturstütze

Die Einbrüche an den Börsen werden nach Ansicht der GfK mittelfristig auch die Konsumlust der Deutschen dämpfen. "Wenn die Talfahrt an den Aktienmärkten anhält oder sich sogar noch verstärkt, dürfte das die Konjunkturstimmung nachhaltig beeinträchtigen", sagte Bürkl. Weitere Gefahr für die Verbraucherstimmung drohe auch für den Fall, dass der Abschreibungsbedarf der deutschen Banken infolge der Finanzmarktkrise in den USA weiter steigt.

Die GfK geht aber nach wie vor davon aus, dass der private Konsum in Deutschland im laufenden Jahr um 1,5 Prozent wächst und damit die wesentliche Stütze der Konjunktur bleibt.

DPA / DPA