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Zum Tode des Medienunternehmers Leo Kirch: Der alte Mann und das Mehr

Zar und Zocker, Tycoon und Trickser: Leo Kirch war einer der schillerndsten und umstrittensten Unternehmer der Bundesrepublik. Um sein Vermächtnis kämpfte er bis zuletzt. Ein Leben wie ein Film.

Von Frank Thomsen

Friedlich sei er gestorben, teilte seine Familie mit. Wenigstens der Tod also war friedlich bei Leo Kirch. Sein Leben war Kampf. Um Mehrheiten, um Meinungsmacht, um Milliarden. Zuletzt um Rache an denjenigen, die vermeintlich sein Lebenswerk zerstört hatten: die Deutsche Bank. Das berufliche Schaffen des Mannes, der jetzt mit 84 Jahren gestorben ist, war mit "Medienunternehmer" stets nur unzureichend umschrieben. Mogul, Zar, Tycoon - Begriffe aus fernen Reichen mussten her, um Leo Kirch einzuordnen. Oder auch: Machtmensch, Trickser oder gar "Krimineller", wie ihn Axel Springer einmal titulierte.

Leo Kirch, das muss man den jüngeren unter den Usern im Jahr 2011 erstmal klar machen, war bis 2002 einer der mächtigsten, einflussreichsten und umstrittensten Unternehmer des Landes. Zu seinem Imperium zählten ganz oder teilweise: Premiere (heute Sky), ProSieben, Sat.1, Kabel 1, der Springer-Verlag ("Bild"), die Fernsehrechte von Filmen, Fußball und Formel 1, und und und. Er war ein enger Freund Helmut Kohls. Er hatte eine Mission: Rechtzeitig vor Wahlen setzte er seine Medien ein, um Propaganda für die CDU zu machen. Er machte als Medienunternehmer Milliarden, scheute selbst aber die Medien wie kaum einer sonst. Interviews mit ihm waren praktisch nicht möglich, eine Zeitlang existierten nicht mal aktuelle Fotos von ihm. Er war "der Pate" der deutschen Wirtschaft, das Phantom der Medien-Oper. In Deutschland könne niemand gegen "Bild", "BamS" und Glotze regieren, lautet ein Bonmot des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder. Alle diesen Medien beherrschte über viele Jahre: Leo Kirch. Er war der Schattenkanzler der Bundesrepublik Deutschland, frei von jeglicher demokratischen Kontrolle, nur seinen Interessen und seinem Portemonnaie verpflichtet. Er spielte in einer Liga mit den anderen autokratischen Medien-Selfmademen Silvio Berlsuconi und Rupert Murdoch, deren aktive Zeit gerade erst zu Ende geht.

"Der Herr hat's gegeben..."

Schließlich, im Jahr 2002, scheiterte der damals schon 75 Jahre alte Mann am Immermehr. "Ich spiele gern", sagte Kirch oft. Seine Devise war: Lieber ein Geschäft zu viel riskieren, als eines verpassen. Sagte ihm ein Manager, dass für die Verwirklichung seiner nächsten Idee gar kein Geld da sei, antwortete Kirch: "Mit Geld kann es jeder machen."

Ohne Geld konnte Kirch es fast immer. Bis kurz vor Schluss, dann sollte er sich verzocken. Die Verluste im Pay-TV waren erdrückend. Banken forderten Kredite über viele hundert Millionen Euro zurück. Er zahlte Filmdeals mit Hollywoodstudios nicht. Sein Schuldenstand kurz vorm Ende des Imperiums: 6,5 Milliarden Euro. Dass er in existenziellen Schwierigkeiten steckte, sprach 2002 der damalige Deutsche-Bank-Chef Rolf-Ernst Breuer öffentlich in einem Fernsehinterview aus. Wenig später war Kirch pleite. Die Schuld hat er bis zuletzt dem Deutsch-Banker gegeben. "Erschossen hat mich der Rolf", so sah Kirch das. Dem lieben Gott mochte der gläubige Katholik nicht schmollen: "Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen", kommentierte er seine Pleite trocken.

Facettenreich wie nur wenige andere Unternehmer

Leo Kirch, körperlich durch seine Zuckerkrankheit stark gehandicapt, war facettenreich wie nur wenige andere großer Unternehmer aus der Gründerzeit der Bundesrepublik. Ein Geschichtenerzähler, privat belesen und humorvoll, zu seinen Mitarbeitern ganz der gute Patriarch. Ein Instinktmensch. Aufgewachsen in Fahr bei Volkach im fränkischen Weinland als Sohn eines Klempners, der nebenbei ein paar Weinberge bewirtschaftete. Hier lebt bis heute ein Teil der Kirch-Familie. Hier gehörten ihm Weinberge. In seiner Villa in München-Bogenhausen schenkte er gern den Wein aus der Heimat aus, etwa den "Volkacher Ratsherrn".

Sein Weg heraus in die Welt sagt alles über Kirch: Mit einem Kommilitonen fuhr Student Leo 1956 mit der Bahn dritter Klasse nach Rom. Im Kopf den Plan, die Rechte an einem Kinofilm zu kaufen und mit dem Verleih in Deutschland Geld zu verdienen. Ein damals verrückter Plan. Filmhändler - so etwas gab es auf der ganzen Welt nicht. Doch Kirch kauft in Italien die Rechte an "Fahrraddiebe" und "La Strada", besorgt zu Hause das Geld. Und ist fortan: Filmhändler. Mit dem aufziehenden Fernsehen und dessen wachsendem Hunger nach Filmen wird Kirch groß und größer, reich und reicher. Später, als Kirch durch seine Zuckerkrankheit fast erblindet war, ließ er sich von seinen Einkäufern die Inhalte der Filme erzählen und entschied dann, ob sie gekauft wurden oder nicht.

Ein Gründer aus den Wirtschaftswunderjahren

Mutig war er, aber auch verschlagen und knallhart. Durfte er sich wegen zu großer Meinungsmacht nicht mehr an einem TV-Sender beteiligen, schickte er seinen Sohn vor. Geheime Absprachen mit anderen Selfmade-Milliardären wie Otto Beisheim (Metro-Gruppe) oder Berlusconi wurden ihm fast zum Verhängnis; Staatsanwaltschaften ermittelten. Doch letztlich gelang es nie, ihn dingfest zu machen. Und Kirch ließ immer nur alles dementieren, wenn es um Vorwürfe wie Strohmänner, Steuerhinterziehung oder Schweizer Briefkastenfirmen ging. "Kirch ist großzügig umgegangen mit Vorschriften, die er für sinnlos hielt", sagte mal sein ehemaliger Manager Jan Mojto.

Gestorben ist an diesem 14. Juli ein bedeutender Gründer aus den Wirtschaftswunderjahren der Bundesrepublik Deutschland und danach. Ein Mächtiger. Ein geschäftlich Skrupelloser. Ein Mann, der in trauter Runde gern voll Bewunderung diesen Witz erzählte - ein Witz wie sein Leben: Ein jüdischer Fischhändler kauft eine Lkw-Ladung voll Sardinenbüchsen und schlägt sie mit fettem Gewinn wieder los. So geht die Ladung, immer ein bisschen teurer, von einem Händler zum nächsten. Bis der fünfte, erstmals kein Jude, die Dosen erwirbt. Der will, bevor er sie weiterverkauft, die Qualität prüfen und öffnet eine Dose. Wahnsinniger Gestank schlägt ihm entgegen. Er macht Dose um Dose auf: Alle Sardinen sind verdorben. Als er sich beim Fischhändler beschwert, der ihm das verkauft hat, sagt der nur: "Was öffnest du die Dosen auch? Die Sardinen sind nicht zum Essen da, sondern zum Handeln."

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?
  • Frank Thomsen