HOME

Schuldenlast und Online-Konkurrenz: Toys R Us stellt Insolvenzantrag

Amazon und Co. fordern ihr nächstes Opfer: Der Spielzeughändler Toys R Us knickt unter der starken Online-Konkurrenz zusammen und muss Insolvenz anmelden. Auch alte Schulden machen der amerikanischen Kette zu schaffen.

Der Eingang einer Toys R Us-Filiale am Times Square in New York, USA

Die angekündigte Insolvenz wird für einige Filialschließungen bei Toys R Us sorgen

Es wird eng für den Spielwarenhändler . Um den Konzern von seiner starken Schuldenlast zu befreien, ist drastisches Handeln gefordert. Am Montagabend wurde ein Antrag auf Gläubigerschutz gestellt. Im kommenden Insolvenzverfahren muss die US-Kette aber auch sein Online-Angebot verbessern, um neben Umsatz-Riesen wie Amazon bestehen zu können.

Toys R Us hat 875 Filialen in den Vereinigten Staaten und über 1600 weltweit. Die 2005 von Investoren um Bain und KKR übernommene Firma ist nur eine von vielen US-Einzelhändlern, die dem Druck der Online-Konkurrenz nicht standhalten können. Allein in diesem Jahr haben bereits mehr als ein Dutzend amerikanische Ketten wie Payless, Gymboree oder Perfumania beantragt.

Toys R Us könnte sich noch erholen

Dies bedeutet allerdings noch nicht automatisch Ende. Viele Einzelhändler versuchen im Insolvenzverfahren, ihre unrentablen Läden zu schließen und das Online-Geschäft auszubauen. Auch im Fall von Toys R Us laufen die Geschäfte erst einmal weiter, Kredite werden aber zunächst nicht mehr bedient. Die Investoren hatten die Kette für 7,5 Milliarden Dollar gekauft und ihr die Schulden aufgebürdet.

Die drohende Umschuldung vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft sorgte auch am Aktienmarkt für Unruhe: Die Kurse der US-Spielzeughersteller Hasbro und Mattel fielen. Beide Konzerne sollen wegen Befürchtungen, der Geschäftspartner Toys R Us könne seine Rechnungen nicht mehr begleichen, bereits Lieferungen eingeschränkt haben.


sve/DPA