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Herbert Washington Schwarzer McDonald's-Betreiber verklagt Franchise-Kette wegen Diskriminierung

Der Abendhimmel leuchtet hinter einem McDonalds-Schild
McDonald's habe den ehemaligen Baseballstar gezwungen "eine Filiale nach der anderen an weiße Betreiber zu verkaufen"
© Jan Woitas / DPA
McDonald's habe den schwarzen Franchisenehmer Herbert Washington dazu gezwungen "seinen eigenen Untergang zu subventionieren": Nun hat der ehemalige US-Baseballstar die Fast-Food-Kette wegen Diskriminierung verklagt.

Laut einer Bürgerrechtsklage hat ein schwarzer Besitzer von 14 McDonald's-Restaurants in den US-Bundesstaaten Ohio und Pennsylvania die Fast-Food-Kette verklagt, weil diese seiner Ansicht nach weiße Gastronomen bevorzuge. McDonald's habe ihm die Möglichkeit verwehrt, Franchise-Restaurants in wohlhabenden Gemeinden zu kaufen.

Herbert Washington sei zeitweise der größte schwarze Franchisenehmer von McDonald's gewesen – 2017 habe er noch 23 der Fast-Food-Restaurants betrieben. "Als ich mich für mich und andere schwarze Franchisenehmer einsetzte, begann McDonald's mein Lebenswerk zu demontieren und zwang mich, eine Filiale nach der anderen an weiße Betreiber zu verkaufen", sagte Washington laut "CNBC" in einer Erklärung.

700.000 Dollar weniger Umsatz für schwarze Betreiber

In der Klage des ehemaligen Baseballstars hieß es, dass McDonald's diskriminierende Praktiken zu einer Umsatzlücke von 700.000 US-Dollar pro Filiale zwischen Franchise-Betrieben in schwarzem Besitz und solchen in weißem Besitz geführt habe.

In einer Videoerklärung behauptete der 69-Jährige, dass die Kosten für das Unterhalten eines McDonald's-Lokals in reicheren Gegenden deutlich niedriger sind. In seinen Restaurants müsse er beispielsweise Sicherheitsleute einstellen – ein Konkurrent auf der anderen, einkommensstärkeren Stadtseite müsse das nicht.

Die Zahl der schwarzen Franchise-Besitzer ist laut Klageschrift von 377 im Jahr 1998 auf heute 186 gesunken, während sich die Gesamtzahl der Restaurants auf rund 40.000 mehr als verdoppelt habe. Das Unternehmen habe schwarze Franchisenehmer auf die "ältesten Filialen" in den "schwierigsten Gegenden" verwiesen. Dadurch könnten schwarze Restaurantbetreiber niemals das Erfolgsniveau von weißen erreichen.

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Bereits 50 ähnliche Klagen im vergangenen Jahr

Medienberichten zufolge äußerte sich McDonald's am Dienstag in einer Erklärung zu den Vorwürfen. Der Franchisegeber habe Washingtons Behauptungen von sich gewiesen. Dessen schwierige Geschäftslage sei vielmehr das Resultat seines jahrelangen Missmanagements – man habe "signifikant" in seine Organisation investiert. Washington habe zahlreiche Unternehmensstandards nicht erfüllt. Einige seiner Restaurants würden landesweit zu denjenigen McDonald's Filialen mit den meisten Kundenbeschwerden zählen, hieße es dort weiter.

Washington gab jedoch an, dass das Unternehmen seine Lokale "gezielten und unangemessenen Inspektionen und strengen Benotungen" unterzog, um ihn zum Verkauf zu zwingen. "McDonald's verlangte von Herrn Washington, seinen eigenen Untergang zu subventionieren, indem er Ressourcen in diese Immobilien steckte, während sie ihm aus den Händen gerissen wurden", heißt es in der Klageschrift.

Berichten zufolge machten bereits im September 2020 50 ehemalige schwarze McDonalds's-Betreiber ähnliche Ansprüche gegenüber der Kette in einer Klage geltend. Sie seien in den letzten zehn Jahren zum Verkauf von rund 200 Filialen gezwungen worden.

Quellen: Klageschrift; "The Guardian"; "CNBC"; "Associated Press"; "BBC"


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