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Insolvente Spielwarenkette: Toys"R"Us -Kunden sollen bezahlen, um Gutschein einzulösen

Neue Maßnahmen zur Umstrukturierung des insolventen Unternehmens Toys"R"Us bringen die Kunden in Australien auf die Palme. Gutscheine dürfen künftig nicht mehr online eingelöst werden. Und auch im Geschäft muss man noch kräftig draufzahlen. 

Eine Toys"R"Us-Filiale in Los Angeles, Kalifornien

So wie hier in Los Angeles, mussten auch alle anderen Toys"R"Us-Filialen in den USA schließen

AFP

Bedrängt durch die wachsende Konkurrenz im Internet hatte der US-Spielwarenhändler "R"Us vergangenes Jahr Insolvenz angemeldet. Während im März bekannt wurde, dass nach Großbritannien auch in den USA sämtliche Filialen geschlossen würden, wird in anderen Ländern um die Erhaltung der Kette gekämpft. Von "Umstrukturierung" und "Verkaufsprozessen" ist die Rede. In Australien stößt eine dieser "Umstrukturierungsmaßnahmen" den Kunden sauer auf. Der Grund: Gutscheine sollen zukünftig nicht mehr online, sondern nur noch in einem Geschäft eingelöst werden können. Und das auch nur, wenn die Kunden für die gleiche Summe im Geschäft einkaufen. Das verkündete der Spielwarenhersteller, neben weiteren Maßnahmen, auf seinem Facebook-Kanal. 

As announced on Monday 21st May, the directors of Toys R Us Australia appointed partners of the advisory and...

Gepostet von Toys"R"Us Australia am Montag, 21. Mai 2018


Die Kunden zeigen sich wenig begeistert und lassen ihrer Wut in den Kommentaren freien Lauf:

  • "Das ist widerlich. Man bekommt einen Gutschein, für den bereits bezahlt wurde, aber man kann ihn nur einlösen, wenn man nochmal genauso viel dafür ausgibt."
  • "Ich habe einen 200-Dollar-Gutschein und soll jetzt nochmal 200 Dollar ausgeben, um ihn einzulösen? Das ist lächerlich!"
  • "Im Grunde genommen ist das Diebstahl, denn sie haben dein Geld schon genommen"
  • "Was ist denn, wenn dir jemand einen Gutschein über 500 Dollar schenkt, aber nicht das Geld, um nochmal soviel auszugeben. Dann hat Gutschein-Geber sein Geld verschwendet."

Andere Kunden zeigen sich verständnisvoll: "Sie sind in Insolvenzverwaltung und haben sich die Bedingungen nicht ausgesucht. Es ist unfair für Gutschein-Besitzer, aber die Idee dahinter ist, dass die Schuldner ihr Geld bekommen", schreibt ein User. Ein anderer merkt an: "Es ist nicht ideal, aber normalerweise akzeptieren sie in so einem Fall gar keine mehr. Ich denke, es ist toll, dass man immerhin noch die Möglichkeit hat, sie einzulösen."


Toys"R"Us-Filialen in Deutschland werden verkauft

Für die 93 Einkaufsmärkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat sich inzwischen ein Käufer gefunden. Die Geschäfte in den drei Ländern einschließlich der Online-Shops werden vom irischen Branchenriesen Smyths Toys übernommen, wie Ende April bekannt wurde. Der Vereinbarung müssten noch das zuständige Insolvenzgericht in den sowie Wettbewerbsbehörden zustimmen. Die Iren wollten alle Mitarbeiter und das Management in den Ländern, einschließlich der Hauptverwaltung in Köln, übernehmen. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.


jek