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Kurz vor US-Wahl Walmart räumt wegen Unruhen Waffensortiment aus den Regalen

Der US-Einzelhandelsriese Walmart hat vor der Präsidentenwahl Waffen und Munition aus den Regalen seiner Geschäfte in den USA geräumt. Diese würden zwar weiter auf Anfrage verkauft, sagte ein Sprecher. Da es zu "isolierten Unruhen" gekommen sei, sei jedoch der Schritt "zur Sicherheit der Mitarbeiter und Kunden" vollzogen worden. Dies entspreche dem bereits bekannten Vorgehen in den vergangenen Jahren. In mehreren US-Städten ist es in diesem Jahr zu Krawallen und Plünderungen gekommen. Gleichzeitig hat der Schusswaffenabsatz in den USA vor der Präsidentenwahl am Dienstag Rekordwerte erreicht. Experten schließen Gewalt im Umfeld der Abstimmung nicht aus.
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Nach Ausschreitungen in Philadelphia nach dem Tod eines Afroamerikaners durch Polizeischüsse hat der Handelskonzern Walmart in den USA sein Waffensortiment aus den Regalen genommen. Der Schritt erfolgt wenige Tage vor der US-Wahl.

Der US-Handelsriese Walmart hat angekündigt, in den USA sein Waffen- und Munitionssortiment aus den Verkaufsregalen zu entfernen. Die Artikel sollen vorübergehend nur noch auf Anfrage an die Kunden verkauft werden, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Im Osten der USA war es zuletzt nach tödlichen Polizeischüssen auf einen Afroamerikaner zu Unruhen gekommen.

Das Unternehmen wolle mit der Maßnahme die Sicherheit für seine Mitarbeiter und Kunden erhöhen. "Wir haben vereinzelte Unruhen erlebt", sagte eine Sprecherin. Ähnliche Aktionen seien bereits früher "bei einzelnen Gelegenheiten" veranlasst worden. Es gebe noch kein Datum, wann Waffen und Munition wieder in die Regale kommen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. 

Keine Waffen bei Walmart nach Ausschreitungen in Philadelphia

Der Schritt kommt wenige Tage vor der US-Präsidentenwahl. Es gibt Befürchtungen, dass es danach zu Unruhen kommen könnte. Walmart verkauft nach eigenen Angaben Waffen und Munition in rund der Hälfte seiner Filialen – und steht deshalb regelmäßig in der Kritik.

In der US-Großstadt Philadelphia war es zwei Nächte in Folge zu schweren Ausschreitungen und Plünderungen gekommen. Auslöser wurden die Unruhen durch tödliche Polizeischüsse auf den Afroamerikaner Walter Wallace. Zwei weiße Polizisten hatten den 27-Jährigen am Montag erschossen. Wallace war mit einem Messer bewaffnet. Er litt nach Angaben seiner Familie unter psychischen Problemen.

Wegen der Ausschreitungen verhängte die Stadtverwaltung von Philadelphia eine nächtliche Ausgangssperre. Sie dauerte von Mittwochabend 21.00 Uhr (Ortszeit) bis Donnerstagmorgen 06.00 Uhr an. Das Ausgehverbot wurde am Donnerstag nicht verlängert, schrieb der Bürgermeister von Philadelphia, Jim Kenney, im Onlinedienst Twitter.

Bereits im Juni zog Walmart während landesweiten Protesten nach dem Tod George Floyds durch Polizisten Schusswaffen und Munition aus einigen Märkten. Am 3. August 2019 ereignete sich ein Anschlag in einem Walmart im texanischen El Paso, bei dem ein Rechtsextremist 23 Menschen tötete. Der Konzern kündigte darauf an, den Verkauf von Handfeuerwaffen und Munition zu beenden, mit Ausnahme von Jagdwaffen, wie der US-Sender CNN berichtete. Auch das offene Tragen von Waffen in den Märkten wurde untersagt.  

rw AFP

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