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Antrag abgelehnt: Was tun, wenn die Versicherung nicht zahlt

Im Schadensfall weiß jeder Versicherte, wofür er jahrelang seine Beiträge gezahlt hat. Doch häufig versuchen Versicherungen, um eine Zahlungen herumzukommen. An sein Geld kommt dann nur, wer einige Tipps beachtet.

Oft stehen Versicherte vor dem finanziellen Ruin, wenn die Versicherung im Ernstfall nicht zahlt. Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung kann das genauso existenzielle Folgen haben wie bei Hausrat- oder Haftpflichtversicherung. Die Waffe der Versicherer lautet Anfechtung oder Rücktritt - sie können sich vom Vertrag lösen, wenn der Antragsteller wichtige Punkte verschwiegen oder im Antrag schlicht gelogen hat. Aber auch Nachlässigkeiten werden knallhart bestraft: Wer sich beim Antrag an Vorerkrankungen nicht mehr erinnert oder das Ausmaß einer Erkrankung falsch einschätzt, steht am Ende ohne Versicherungsschutz da.

Falle: Vorschaden

Bei Sachversicherungen werden dabei oft Vorschäden zur Falle: Denn wer beispielsweise einen Einbruch aus dem vorletzten Jahr nicht angibt, muss damit rechnen, dass der Hausratversicherer die Leistung verweigert, wenn der Schwindel auffliegt. Deshalb sollten Verbraucher schon vor dem Abschluss wichtiger Verträge den Rat eines Experten einholen. Versicherungsberater helfen dabei, im Antragsformular die Klippen zu umschiffen, die später der Auszahlung der vereinbarten Leistung im Wege stehen könnten. Die Kosten für die Beratung sind nichts im Vergleich zu einer späteren Verweigerung der Versicherung, die fällige Leistung auszuzahlen.

Wenn Versicherer Leistungen ablehnen, sollten Verbraucher umgehend reagieren und einen Anwalt konsultieren. Innerhalb von sechs Monaten muss Klage gegen den ablehnenden Bescheid eingereicht werden, um vor Gericht die Ansprüche durchzusetzen. Ist die Frist abgelaufen, kann der Versicherte keinen Cent mehr eintreiben.

Merke: Versicherer schützt eigene Interessen

Vorsicht ist geboten, wenn die Versicherer selbst Rechtsrat erteilen und den Kunden beispielsweise darauf hinweisen, dass eine Klage nicht erforderlich sei, wenn Leistungen nur vorläufig abgelehnt würden. Fakt ist: Der Versicherer hat kein Interesse daran, seine Versicherten tatsächlich zu beraten - er schützt vor allem seine eigenen Interessen. Wenn die Versicherung die Zahlung der Versicherungsleistung endgültig abgelehnt hat, bleibt dem Versicherten nur der Gang zum Gericht.

Die Zeitschrift "Optimal versichert" empfiehlt in diesem Zusammenhang, erteilte Vollmachten für Auskünfte bei Ärzten so schnell wie möglich zurückzuziehen. Damit kann der Versicherer keine weiteren Details abfragen, die dem Versicherten vor Gericht nachteilig ausgelegt werden können.

Ehrlichkeit ist am besten

Am einfachsten vermeiden Verbraucher Streit um die Leistungspflicht jedoch durch einfache Ehrlichkeit. Sie sollten alle abgefragten Vorerkrankungen oder Vorschäden bei Sachversicherungen angeben, nichts beschönigen oder Tatsachen zurechtbiegen und lieber einen Risikoaufschlag in Kauf nehmen, als später im Ernstfall ohne Versicherungsschutz dazustehen.

Oliver Mest/DDP / DDP
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