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Volkswagen: Nullrunde und Jobgarantie

Fast 30 Stunden dauerten die Gespräche am Mittwoch schon, dann war die Einigung da. Wesentlichster Punkt: Es gibt keine betriebsbedingten Kündigungen bis 2011. Doch auch die Gewerkschaft machte Zugeständnisse.

Der Tarifkonflikt bei Volkswagen ist beigelegt. IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine sagte am Mittwoch, die Einigung sehe eine Einmalzahlung von 1.000 Euro vor sowie den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis 2011. Meine betonte, bei der Frage der Übernahme der Auszubildenden sei ein Kompromiss gefunden worden. Alle heutigen Auszubildenden würden unbefristet übernommen. Von denjenigen, die im September kommenden Jahres eine Ausbildung bei VW beginnen werden, würden 85 Prozent übernommen. Die restlichen 15 Prozent sollen bei einer VW-Tochter eine unbefristete Beschäftigung finden. "Ich glaube, dass dies eine knallharte Tarifrunde war. Ich glaube dies ist ein ehrlicher Kompromiss", sagte Meine weiter.

Auch Beschäftigte mussten einlenken

Im Gegenzug müssen die Beschäftigten für 28 Monate auf Gehaltssteigerungen verzichten. Außerdem wird es eine stärkere Flexibilisierung der Arbeitszeit geben. Die Arbeitskonten dürfen künftig 400 Stunden ins Plus oder Minus überzogen werden, erst danach fallen Überstundenzuschläge an.

Ein Teil der Beschäftigungssicherung sei im Übrigen so organisiert worden, wie die Gewerkschaft es wollte, hieß es weiter. Demnach wurde festgelegt, welche Produkte an welchen Standorten hergestellt werden sollten. Das bedeute zum Beispiel, dass der geplante kleine Geländewagen ab 2007 in Wolfsburg gebaut werde. Meine betonte, die Arbeitnehmerseite erwarte nun auch einen finanziellen Beitrag von Management und Vorstand bei den eigenen Gehältern.

Jahresbonus wird enger an Gewinn gekoppelt

VW-Verhandlungsführer Josef-Fidelis Senn sagte anschließend, die angekündigte Einsparung werde erst ab 2006 erreicht. Außerdem würden neu eingestellte Mitarbeiter niedriger bezahlt - in der Größenordnung des Flächentarifvertrags. Der Jahresbonus soll enger an den Gewinn gekoppelt werden. Neueinstellungen wird es zudem zu geringeren Tarifen als bisher bei VW üblich geben eingestellt. Dazu muss noch ein neuer Haustarifvertrag ausgehandelt werden.

Beide Seiten lobten den Kompromiss und sprachen von sehr schwierigen Verhandlungen. IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine sagte, auch für die Zukunft erhielten die Standorte und die Beschäftigten einen sichere Perspektive. VW-Unterhändler Josef-Fidelis Senn hob hervor: "Der Abschluss vereint Beschäftigungssicherung mit der für uns absolut notwendigen Kostenentlastung." VW habe in einem ersten Schritt eine Milliarde Euro durchsetzen können. "Ich habe selten eine so schwierige Runde gefahren", fasste Senn die Verhandlungen zusammen. (AP)