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Keine Rentenerhöhung: Nur Schutzklausel verhindert Kürzung

Die 20 Millionen Rentner in Deutschland müssen in diesem Jahr eine Nullrunde hinnehmen. Das Bundesarbeitsministerium teilte am Dienstag in Berlin mit, dass die Renten nicht erhöht, aber auch nicht gekürzt werden.

Eine Rentenerhöhung wird es im laufenden Jahr erwartungsgemäß nicht geben. Das teilte das Bundesarbeitsministerium am Dienstag in Berlin auf Grundlage der Daten von Statistischem Bundesamt und Deutscher Rentenversicherung Bund zur Berechnung der neuen Rentenwerte ab Juli 2010 mit. Rechnerisch müssten demnach die Renten sogar um 2,1 Prozent im Westen Deutschlands sowie um 0,54 Prozent im Osten gekürzt werden. Aufgrund der noch von der großen Koalition beschlossenen gesetzlichen Schutzklausel bleibt es aber bei der Nullrunde.

Der neue Rentenwert (West) beträgt den Angaben zufolge rechnerisch ab Juli 27,20 Euro, der Rentenwert (Ost) 24,13 Euro. Aus diesen Werten ergibt sich in Verbindung mit weiteren, individuellen Faktoren der jeweilige Rentenanspruch. Grundlage für die Berechnung des Rentenwerts ist die Entwicklung der Bruttolöhne. Diese sanken 2009 in Westdeutschland um durchschnittlich 0,96 Prozent, während es im Osten einen leichten Anstieg um 0,61 Prozent gab. Daneben wirkt sich aber auch ein zusätzlicher Nachhaltigkeitsfaktor negativ auf die Rentenhöhe aus. Eine Ursache für das Absinken des Lohnniveaus in Westdeutschland ist die deutliche Zunahme der Kurzarbeit.

Die Nullrunde bei den Altersbezügen galt für 2010 aufgrund der schlechten Wirtschaftslage bereits seit einiger Zeit als sicher. Medienberichten zufolge müssen die Rentner voraussichtlich aber auch im kommenden Jahr ohne Rentenerhöhung auskommen. Vermiedene Einbußen aufgrund der Schutzklausel müssen die Rentner zudem in späteren Jahren nachholen. So sollen ab 2011 etwaige Rentensteigerungen so lange halbiert werden, bis die Kosten für die zuvor trotz sinkendem Lohnniveau unterbliebene Minderung wieder ausgeglichen sind.

AFP, APN