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Klage aus den USA: US-Landkreis fordert 100 Millionen Dollar von VW

Es dürfte nur die erste einer Reihe von Klagen sein: Der US-Landkreis Harris County fordert angesichts des Abgasskandals von VW 100 Millionen Dollar wegen Umweltverschmutzung. Auch in Deutschland ermittelt die Justiz.

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Im Skandal um manipulierte Abgas-Messwerte hat der erste US-Landkreis Volkswagen verklagt. Harris County in Texas fordert wegen Luftverpestung durch mindestens 6000 in der Region verkaufte VW-Diesel mehr als 100 Millionen Dollar, umgerechnet rund 89 Millionen Euro. Das teilte das Büro des zuständigen Staatsanwalts in Houston mit.

Hierzulande beschäftigt sich die Staatsanwaltschaft Ingolstadt einem Medienbericht zufolge unterdessen mit der VW-Tochter Audi. "Wir haben ein Prüfverfahren in Bezug auf die Firma Audi eingeleitet. Wir prüfen derzeit alle Fakten, um entscheiden zu können, ob ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden muss", sagte Oberstaatsanwalt Wolfram Herrle den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Aufsichtsratsspitze berät über Konsequenzen aus Skandal

Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt sei gleich nach Bekanntwerden des VW-Skandals aktiv geworden und stehe bereits in engem Austausch mit der Staatsanwaltschaft in Braunschweig, die gegen den zurückgetretenen VW-Chef Martin Winterkorn ermittelt, sagte Herrle. Eventuell würden die Verfahren auch bei einer Staatsanwaltschaft gebündelt. Ingolstadt ist der Stammsitz der Audi AG.

Die VW-Aufsichtsratsspitze will heute über erste Ergebnisse aus den konzerninternen Ermittlungen zum Abgas-Skandal beraten. Das Krisentreffen soll am Nachmittag stattfinden. Der Konzern hatte mit einer Software Abgaswerte von Diesel-Autos bei Tests in den USA manipuliert. Weltweit sind rund 11 Millionen Fahrzeuge betroffen - mindestens 2,8 Millionen davon allein in Deutschland. Betroffene VW-Kunden sollen demnächst per Post informiert werden, wenn ihre Diesel-Fahrzeuge nachgebessert werden müssen.

jka/dho / DPA / AFP
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