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Hacker baute in einem Monat ein eigenes Roboter-Auto

Was macht ein Hacker-Genie wie George Hotz, wenn es sich langweilt? Ein Roboter-Auto bauen!  Er benötigte eine Garage, ein bisschen Preisgeld und ein Monat Arbeit. So  erreichte er mehr, als mancher Autogigant.

  Unfallfreie Fahrt auf dem Highway.

Unfallfreie Fahrt auf dem Highway.

Große Autoriesen scheitern am vollständig autonom fahrenden Auto und verweisen auf die Zukunft. In der Gegenwart hat sie der 26-Jährige George Hotz abgehängt. Ohne nennenswertes Budget hat Hotz ein eigenes Roboterauto entwickelt, das schon zu Testfahrten in der Gegend von San Francisco aufgebrochen ist. Ein Reporter von Bloomberg hat ihn dabei begleitet und die Fahrt überlebt.

Mit Preisgeldern finanziert

Hotz hat kein Entwicklungsteam und keinen Hundert-Millionen-Dollar-Etat, dafür ist er ein Genie. Bekannt wurde er unter dem Namen geohot. Er war derjenige, der erstmals ein iPone für alle Carrier freischalten konnte. Nach eigenen Angaben verspürte Hotz "Langeweile" und entschloss sich zur Abwechslung ein selbststeuerndes Auto zu konstruieren. Für sein neues Projekt kaufte Hotz einen normalen 2016er Acura ILX - eine Art Nobel-Honda. Sein Gesamtbudget betrug 50.000 Dollar, die er bei Hacking-Wettbewerben gewonnen hatte. 30.000 Dollar kostete bereits der Acura. Ein billiger Wagen war nicht möglich, da das Fahrzeug schon serienmäßig eine Lenkung benötigt, die von der Elektronik angesprochen werden kann. 

Danach baute er den Wagen ein wenig um. Auffällig ist das riesige 21-Zoll-Display und ein Joystick, mit dem der autonome Fahrmodus gestartet wird. Die Software selbst läuft auf einem Ubuntu-System. Die Orientierung des Autos arbeitet mit sechs Kameras. Je eine auf den Seiten, eine auf der Rückseite, zwei Frontkameras neben dem Rückspiegel und eine Rundum-Laserkamera zur Abstandsmessung auf dem Dach.

Ein Monat Arbeit

Insgesamt will Hotz nur einen Monat an seinem Ein-Mann-Projekt gearbeitet haben. Danach konnte das Auto zu einer Testfahrt in San Francisco starten, die es erfolgreich absolvierte. Auch ein Job-Angebot von Tesla will Hotz bekommen haben. Angeblich soll der dem Tesla-Boss Musk geantwortet haben: "Das Angebot hat mich gefreut, aber wie ich schon sagte: Ich melde mich, wenn ich Dein Mobileye zerstört habe." Mobileye heißt das System, an dem Tesla arbeitet. Bescheiden ist Hotz nicht. In nur fünf Monaten will er ein erstklassiges Roboter-Auto vorstellen und zwar exakt an dem Ort, in dem Eon Musk lebt.

Inzwischen hat auch Tesla reagiert. Dort glaubt man durchaus, dass es Hotz allein gelungen sei, ein selbstfahrendes Auto für eine Demo-Tour zu bauen. Tesla dämpft den Optimismus des Hackers jedoch. In einem Statement bezweifelt Tesla, dass es eine kleine Firma ohne die Möglichkeit intensiver Feldversuche schaffen könnte, ein produktionsreifes System zu entwickeln. "Hier liegt das wahre Problem mit der Autonomie: Es ist relativ einfach, eine Maschine zu bauen, die zu 99 Prozent korrekt arbeitet, aber es hin zu bekommen, dass sie zu 99,9999 Prozent fehlerfrei arbeitet, ist ungleich viel schwieriger. Und das ist noch die unterste Schwelle für den Einsatz in der Praxis."

Robot-Kit für nur 1000 Dollar

Die Entwicklung von Hotz ist derzeit für Highways ausgelegt und nicht für den chaotischen Innenstadtverkehr. Sein Ziel ist es, Roboterautos billig zu machen. Das komplette Kit soll höchstens 1000 Dollar kosten. Das geht nur, weil Hotz Bauteile benutzt, die bereits in Großserie hergestellt werden, wie etwa Handy-Kameras. Ob diese Ausrüstung auch in einem Schneesturm arbeiten kann, muss sich freilich noch zeigen.

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