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7. September 2011, 15:09 Uhr

Hälfte aller Amputationen vermeidbar

Wer Diabetes hat, muss auch auf seine Füße achten. Denn die Zuckerkrankheit kann zu offenen Geschwüren führen, schlimmstenfalls muss der Fuß amputiert werden. Doch das passiert viel zu häufig, kritisieren nun Mediziner.

Diabetischer Fuß, Diabetes, Amputation, Geschwüre

Die Füße von Diabetikern müssen regelmäßig untersucht werden© Colourbox

In Deutschland werden jährlich rund 28.000 sogenannte diabetische Füße amputiert. "Weit mehr als die Hälfte davon könnte vermieden werden", sagt Bernd Drewelow, Direktor des Instituts für Klinische Pharmakologie an der Universität Rostock, vor den Rostocker Antiinfektivatagen am Freitag und Samstag. Der diabetische Fuß wird von Bakterien verursacht, die auch nach kleinen Verletzungen in schlecht durchblutetem Gewebe sehr gute Lebensbedingungen finden.

Bei Diabetikern können offene Geschwüre an den Füßen entstehen, da die Krankheit die Adern verstopfen lässt. Die Folge: Das Gewebe wird schlecht durchblutet, die Nerven werden geschädigt und die Füße sind stoß- und druckunempfindlich, wie Drewelow erläutert. Erschwerend komme hinzu, dass auch das Augenlicht vieler Diabetiker beeinträchtigt sei und sie die Entzündungen daher schlechter sehen könnten.

Viel Bewegung und Pflege wichtig

Eine große Rolle bei der Amputationsvermeidung komme den behandelnden Ärzten zu, sagte Drewelow. "Aber viele Ärzte, auch Pfleger und die Betroffenen selbst ekeln sich vor solchen Füßen." Doch mit dem Nicht-Hinschauen werde die Situation verschlimmert.

Auch die Betroffenen selbst können etwas tun, um die Durchblutung im Fuß wieder anzukurbeln: Viel Bewegung und eine sorgsame Pflege der Füße sind wichtig.

Abgestorbenes Gewebe muss abgetragen werden

Erste Therapie beim diabetischen Fuß müsse die Abtragung des abgestorbenen Gewebes sein, sagt Drewelow. Die anschließende Behandlung mit Antibiotika sei schwierig, da ein Medikament wegen der schlechten Durchblutung die betroffenen Gebiete nur schwer erreiche.

Da es sich meist um mehrere Bakterienstämme handele, die die offenen Wunden besiedeln, sei es wichtig, die Bakterien zu identifizieren. Konsequenz dieser Diagnose sei dann, dass aus den rund 100 verfügbaren Antibiotika die wenigen gefunden werden, die das betroffene Gewebe auch erreichen können, sagte Drewelow.

lea/DPA
 
 
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