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Wird Deutschland zum Land der Anti-Alkoholiker?

Alkohol-Konsum in Deutschland: Menschen stoßen mit Bier an
Bier und Alkohol allgemein gehören immer noch für viele zum geselligen Zusammensein dazu – der Konsum geht aber zurück
© SimpleImages / Getty Images

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Alkoholfreies Bier ist auf dem Vormarsch. Überhaupt ändert sich die Einstellung zum Alkohol – zumindest teilweise. Und: Streit um die Bafög-Erhöhung. Die Lage am Morgen.

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

wenn ich sagen sollte, wann ich zuletzt ein alkoholhaltiges Bier getrunken habe, müsste ich lange zurückdenken. Ehrlich gesagt: Ich weiß es nicht, höchstens erinnere ich mich an ein paar Mischgetränke. Das liegt zum einen daran, dass mir Bier noch nie wirklich geschmeckt hat, zum anderen daran, dass ich seit etwa sechs Jahren größtenteils auf Alkohol verzichte.

Dabei bin ich offenbar nicht allein – mindestens, was das Bier angeht. Der Deutsche Brauer-Bund hat gerade Zahlen für das vergangene Jahr vorgelegt. Demnach ist jeder neunte Liter Bier, der in Deutschland getrunken wird, alkoholfrei. 2019, vor der Corona-Pandemie, war es nur jeder zwölfte. Und während der Pro-Kopf-Verbrauch in der Biernation Deutschland sinkt, steigt der Konsum von alkoholfreiem Bier parallel stetig an.

Nicht nur beim Bier – Alkoholkonsum geht stetig zurück

Überhaupt schalten die Deutschen beim Thema Alkohol einen oder mehrere Gänge zurück, nicht nur beim Bier. Der langfristige Trend zeigt: Seit den Achtzigern hat sich der Alkoholkonsum um fast ein Drittel reduziert. Auch in den vergangenen Jahren ist laut Bundesgesundheitsministerium eine rückläufige Tendenz zu beobachten.

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov aus diesem Jahr zeigt, wie sich die Einstellung zum Thema Alkohol verändert. Demnach trinken 68 Prozent grundsätzlich Alkohol, zehn Jahre zuvor waren es noch 78 Prozent. Junge Menschen trinken am wenigsten Alkohol, jeder Vierte der Generation Z gab in der Umfrage an, über die letzten fünf Jahre gesehen weniger oder gar nicht mehr zu trinken.

Unter denen, die ihren Konsum reduziert haben, gaben die meisten die grundsätzlich ungesunde Wirkung von Alkohol oder konkrete gesundheitliche Probleme an. Viele erklärten zudem, auch ohne alkoholische Getränke Spaß haben zu können. Die Forschung hat mit der Theorie, dass ein Bier oder ein Glas Wein sogar gesundheitsförderlich sein könne, aufgeräumt. Stattdessen wird nun betont: Risikofreier Alkoholkonsum existiert nicht. 

Bei mir war es ähnlich: Während des Corona-Lockdowns, als die Kneipenabende und Partys wegfielen, merkte ich, dass mir die Getränke und ihre Wirkung nicht fehlten. Der längerfristige Verzicht war dann Teil einer größeren Ernährungsumstellung. Und dass meine Frau gar keinen Alkohol trinkt, hat sicherlich auch geholfen. Gleichwohl würde ich mir nie grundsätzlich verbieten, mal ein Glas zu trinken, wenn es sich ergibt.

Überschätzen darf man den Gesinnungswandel in Sachen Alkohol nicht. Immer noch zählt Deutschland international zu den Hochkonsumländern. Und wie sehr für viele Alkohol ein ganz selbstverständlicher, manchmal sogar fast verpflichtender Teil des Soziallebens ist – das merkt man erst, wenn man mal nicht mittrinkt.

Studierende bangen um Bafög-Erhöhung

Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit würde ich ohne Bafög diese Zeilen nicht schreiben. Als Arbeiter- und Migrantenkind aus einer Familie mit vier jüngeren Geschwistern wäre ein Studium ohne staatliche Unterstützung kaum denkbar gewesen. Eigentlich sollte das Bafög in diesem Jahr erhöht werden – schließlich steigen auch allerorten die Preise.

Doch daraus wird möglicherweise nichts, Unionfraktionschef Spahn und die zuständige Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) stellen die geplante Erhöhung zur Disposition. Die steht zwar im Koalitionsvertrag, doch Schwarz-Rot muss sparen.

Bei den Studierenden sorgt das für Ärger und Frust. Im stern-Interview kritisiert Jonathan Dreusch, politischer Geschäftsführer des Dachverbands von Studierendenvertretungen fsz, die Ministerin – vorwiegend für ihre Äußerung, Studierende sollten nebenbei arbeiten gehen.

5-Minuten-Talk: Pistorius grenzt sich ab

Boris Pistorius war schon immer ein Phänomen für sich: Jahrzehntelang spielte er in der Bundespolitik gar keine Rolle, dann wurde er eher zufällig Verteidigungsminister – und plötzlich beliebtester Politiker des Landes. Und zwar, obwohl sowohl die Ampel- als auch die schwarz-rote Koalition nicht besonders viel Rückhalt im Volk genießt.

Momentan hält sich der SPD-Politiker eher im Hintergrund: Er ist häufig auf Reisen, dosiert seine Auftritte, gibt kaum Interviews. Man könnte den Eindruck bekommen, er habe mit der Regierungskoalition in Berlin nichts zu tun. Was steckt dahinter?

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Das passiert am Dienstag, dem 2. Juni 2026

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  • Anfang März hatte das Kölner Domkapitel die Einführung einer Besichtigungsgebühr für das zweite Halbjahr angekündigt. Heute will das Domkapitel mitteilen, wie hoch der Eintritt ausfallen soll.
  • In Regensburg beginnt der Prozess gegen einen Angeklagten, der 2025 in einem ICE während der Fahrt mehrere Menschen mit einer Axt attackiert und verletzt haben soll. Ihm werden versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

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Eugen Epp

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