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25. Dezember 2008, 12:07 Uhr

"Bei Ballerspielen bin ich gut"

Steven Spielberg kann nicht nur Kino. Der Hollywood-Regisseur hat ein kleines Videospiel für die ganze Familie entwickelt - im stern.de-Interview spricht er über das Game namens "Boom Blox" und seine eigenen Lieblingsspiele.

Steven Spielberg, Regisseur, Interview, Videospiel, Nintendo

Steven Spielbergs "Boom Blox" ist ein Spiel mit Bauklötzen© Splash

Herr Spielberg, was bringt Sie als Filmregisseur dazu, Spiele zu erfinden?

Ich liebe Videogames, seit ich zum ersten Mal "Pong" gespielt habe - und das war 1973. Ich spiele also schon länger, als ich meine Automobilclub-Karte habe. Der ausschlaggebende Grund, mein eigenes Spiel zu entwickeln, waren aber meine Kinder.

Ihre Kinder?

Ja. Ich wünschte mir ein Videospiel, an dem wir alle gemeinsam Spaß haben würden. Denn ich habe in den Spielen, die meine Kinder mögen, nicht den Hauch einer Chance gegen sie. Und die einzigen Games, in denen ich gut bin - Ballerspiele -, lasse ich sie nicht spielen. Wir saßen also bislang immer in verschiedenen Zimmern. Ich wollte die Familie wieder in einen Raum bekommen.

Da haben Sie "Boom Blox" gemacht - einen digitalen Mix aus Mikado und Lego.

Ich habe mit meinen Kindern früher oft mit Bauklötzen gespielt, also lag es nahe, eine virtuelle Version davon zu erschaffen - mit einem sportlichen Anteil, sodass man es auch gegeneinander spielen kann auf der Jagd nach Medaillen. Diese Idee habe ich dann einer Spielefirma vorgeschlagen, und die fand sie gut.

Was fasziniert Sie an Videospielen?

Es ist der einzige Sport, bei dem ich nicht außer Atem komme (lacht). Nein, im Ernst: Ich mag gerade den Unterschied zum Film. Im Kino fiebern die Zuschauer mit ihrem Helden auf der Leinwand mit - aber sie können nur auf das Geschehen reagieren. Sie agieren nicht. In einem Videospiel jedoch sind sie mittendrin: Sie allein entscheiden über Erfolg oder Misserfolg der Hauptfigur und über den Verlauf der Story. Niemand zwingt mich, einer Handlung zu folgen, die jemand für mich vorher festgelegt hat.

Gibt es Geschichten, die Videospiele besser erzählen können als Filme?

Im Moment konzentrieren sich Videospiele noch nicht auf Erzählerisches - sie setzen eher auf Strategie, Timing oder schnelle Reflexe. In Spielen geht es darum, Erfolg zu haben. Und ob die Spieler erfolgreich sind, ist nicht abhängig von einer Story, sondern davon, wie gut oder schlecht sie spielen. Und dabei fühlen sie, was sie tun: Freude nach einem Sieg, Angst oder Frustration. Das ist im Kino anders, wo der Regisseur immer die Kontrolle über die Gefühle des Publikums hat. Das kann sehr wichtig sein, wenn man eine Geschichte erzählen will. So gesehen gibt es zwischen den beiden Medien noch eine große Kluft.

Also können Spiele keine tiefgehenden Geschichten erzählen? Und es wird nie ein Game geben, das die Menschen bewegen wird wie etwa Ihr Film "Schindlers Liste"?

Wollen Spiele in Zukunft emotionale Reaktionen auslösen, die über das Spielgeschehen hinausgehen, dürfen sie nicht zur selben Zeit den Adrenalinspiegel des Spielers in die Höhe treiben. Denn das blockiert das Emotionale. Das Gefühl, um jemanden auf dem Monitor weinen zu wollen, zum Beispiel. Ich würde gern ein Game spielen, das mich zum Weinen bringt. Noch sehe ich das nicht.

Könnte die Spieleindustrie nicht genau das von Hollywood lernen? Sie könnten ja sogar selbst versuchen, ein solches Spiel zu entwickeln.

Sicherlich können Filmemacher der Games-Branche dabei helfen - und ich hoffe sehr, meinen eigenen Beitrag leisten zu können, diese Kluft zu überwinden. Noch habe ich den Königsweg nicht gefunden. Ich weiß nur, was Kinofilme und Videospiele schon heute gemeinsam haben: Sind sie gelungen, geben sie uns eine ungemeine Befriedigung.

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 52/2008

Interview: Sven Stillich
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
betamonk (26.12.2008, 10:29 Uhr)
MGS4
...
Kalox (26.12.2008, 10:00 Uhr)
Spielberg...
...hat das Kino der 70er bis Anfang der 90er Jahren in verschiedenen Bereichen vorwärts gebracht und wiederbelebt, aber leider auch zu einer seichten, ultimativ Kommerzgetriebenen und beinahe Fließbandartig arbeitenden Unterhaltungsindustrie gemacht. Ich bin ein scharfer Kritiker seiner Filme und lasse weder ein gutes Haar an der schmerzhaft Öden Story von A.I., noch dem gefühlsduseligen Terminal, dem überstreckten Catch me if you can oder dem nicht ganz stimmigen Schindlers Liste. Im allgemeinen nehme ich ihm jedoch seine manipulative Arbeitsweise übel, die dem Zuschauer vorschreibt wie er Figuren und Geschichte zu sehen hat. In Spielbergs Filmen ist es leider wie im Amerika von George Bush - es gibt nur gut oder böse...
DerExperte (26.12.2008, 06:52 Uhr)
Noch soon Ueberbewerteter..
Cruise Distractingly Bad in 'Valkyrie'
_____________________
Turns out Cruise is both the central figure in "Valkyrie" and its weakest link. He's distractingly bad in this, the iconography of his celebrity so strongly overshadowing his performance. He's just too powerfully contemporary. With his hard, flat American accent, he stands out in every single scene. And he's not a good enough actor to immerse himself in this kind of period piece, or allow us to do the same. (Then again, if he had affected a German accent — or a British one to blend in among his co-stars — he would have invited derision for that, too. Maybe the guy just can't win.)
________________________
Kommt davon die Rolle einem Deutschen zu klauen der dafuer vorgesehen war- Cruise kommt in den USA nicht mehr hoch seit er den Affen auf Ophras couch gemacht und Nicole so hat sitzen lassen - er ist history - HIER!
_________________
It's too bad, too, because "Valkyrie" looks great. With
Then again, the script from Christopher McQuarrie, who won an Academy Award for writing Singer's breakthrough film "The Usual Suspects," never fully fleshes out his motivations. (Nathan Alexander is a co-writer.) Stauffenberg is depicted as a loyal but wounded army officer who loves Germany yet finds himself increasingly horrified by Adolf Hitler's rise to power.
But we never get a sense of inner conflict, of the doubt he may have felt in betraying his duties, of the fear he may have faced in putting himself and his family in danger by going through with the plan. When Stauffenberg states with clenched-jawed, hushed certitude, "We have to kill Hitler," we'll just have to take his word for it that he feels strongly about the task he's about to lead.
He joins the German Resistance for the last of several failed plots to take out Hitler, scheduled for July 20, 1944. Stauffenberg was to plant a bomb and then head a regime change known as Operation Valkyrie, based on Hitler's own emergency plan to keep the government running in case of his death.
As we all know from the start, that didn't happen — Hitler killed himself a year later — and surprisingly, Singer never generates enough suspense to make us forget that as we're watching. The whole effort feels rather smoothly detached. The actual bomb-orchestration sequence is well-staged and has a few breathless moments, but a scene that's supposed to be pivotal and poignant — when Stauffenberg reluctantly thrusts his partially amputated arm in the air and declares "Heil Hitler!" — instead comes off as laughable.

DerExperte (26.12.2008, 06:23 Uhr)
Von Idee bis
zur Entwicklung und fertigstellung ist es ein langer schritt - also Spielberg nicht ueberbewerten - und ist seine idee denn allgemein kaufbar - oder war es exclusiv nur fuer ihn und seine familie - bitte nochmal nachfragen!!
DerExperte (26.12.2008, 06:20 Uhr)
Spielberg
hat mit der Deutschen Vergangenheit hervoragend und sehr gut Geld verdient und nicht vergessen mit Nazi Filmen in Hollywood ( wo zur Zeit 6 Nazi Filme laufen ) auf sich aufmerksam zu machen. Deutschland sollte endlich mal provision verlangen - so fast 70 jahre nach Ende!!!! Der deutsche Soldat scheint immer noch eine fazination in den USA zu sein!!
Ansonsten bleibt Ihm nur ET und er - Spielberg ist ueberbewertet und stink langweilig!
Phx- USA
gmathol (26.12.2008, 01:06 Uhr)
Allerdings hat Spielberg sich bei seinen finanziellem Investment...
...mit Madoff verzockt. Die Werke Spielbergs sind eh nur sterbens langweilig.
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