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24. Oktober 2009, 09:51 Uhr

Das kann Windows 7

Wie gut ist Windows 7? Die neue Version des Microsoft-Betriebssystems gilt als deutlich schlanker als der Vorgänger Vista. Weitaus schneller soll sie auch sein. Ein Blick unter die Motorhaube.

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Microsoft, Windows 7, Windows, Vista, Verkaufsstart

Des Microsoft-Betriebssystem Windows 7 ist deutlich schneller als der Vorgänger Windows Vista© Oli Scarff/Getty Images

Microsoft feierte die Einführung von Windows 7. Und diesmal gibt es gute Gründe dafür. Das von mehr als 90 Prozent aller Computer verwendete Betriebssystem ist in der neusten Version deutlich schlanker und ein bisschen schneller geworden. Die wichtigsten Neuerungen finden "unter der Motorhaube" statt. "Das ist das, was man nicht sieht, aber merkt", erklärt der Windows-Experte von Microsoft Deutschland, Daniel Melanchthon.

In den zurückliegenden fast 25 Jahren Windows-Entwicklung ist das Betriebssystem ein gewaltiger Klotz geworden, der immer höhere Anforderungen an die Leistung der Hardware gestellt hat. Das drei Jahre alte Windows Vista war der Höhepunkt dieser Entwicklung. "Jetzt versuchen wir, Windows aufzudröseln und in Komponenten zu zerlegen", sagt der "Technical Evangelist" von Microsoft. Das neue Windows schreitet beim Start des Systems nicht mehr so gewichtig daher. "Wir haben den Footprint, also den Verbrauch an Speicher und Festplattenplatz, signifikant gesenkt", sagt Melanchthon.

Der eigentliche Kern von Windows 7, das fürs Booten benötigte System und die Unterstützung fürs Netzwerk, besteht nach seinen Angaben nur noch aus 150 Daten, die 25 MB auf der Festplatte belegen und sich im Hauptspeicher mit 40 MB begnügen. Bei einem üblichen PC mit zwei Gigabyte RAM sind das nur 1,2 Prozent, so dass viel Platz für die Arbeit mit Anwendungen bleibt. Das gesamte System hat nach Angaben Melanchthons in der Version von Windows 7 Ultimate einen Platzbedarf von rund fünf Gigabyte.

"Superfetch" bremst Windows beim Start nicht mehr aus

Was vom Betriebssystem sonst noch benötigt wird, lädt Windows 7 nur noch bei Bedarf. So wird zum Beispiel der Dienst für die drahtlose Verbindung mit Bluetooth erst dann aufgerufen, wenn sich ein solches Gerät anmelden will. Das Ergebnis: Windows 7 fühlt sich schneller an. Beim Vorgänger Windows Vista war manches gut gemeint, aber nicht gut gemacht. Dazu gehört etwa die Technik "Superfetch", eine Art Turbolader, der sich merkt, welche Programme ein PC-Nutzer am häufigsten verwendet. Zentrale Code-Bausteine dieser Programme werden beim Systemstart automatisch mit in den Arbeitsspeicher geladen. Wird das Programm dann tatsächlich gestartet, ist es sehr viel schneller bereit als ohne diese Technik.

Bei Vista erfolgt dieses "Caching" sofort nach dem Start - und in dieser Zeit ist Windows erst mal damit beschäftigt. Beim Nachfolger wird der Speicher nur dann mit den "Superfetch"-Daten gefüllt, wenn Zeit dafür da ist, etwa wenn der Nutzer eine Webseite anschaut. Für Windows 7 wurde auch die Verwendung der Festplatte als "virtueller Arbeitsspeicher" reduziert - Anwender bisheriger Windows-Versionen spüren diese Auslagerung von Daten, wenn ihre Festplatte ständig rattert, ohne dass sie selbst darauf zugreifen

Power der Grafikkarte gezielt genutzt

Der Speicherverbrauch für den "Desktop Windows Manager", zuständig für die Darstellung der Fenster auf dem Bildschirm, wurde nahezu halbiert, indem Windows 7 dafür nur noch den Speicher der Grafikkarte nutzt. Bislang gab es zusätzlich eine Kopie dieser Daten im Hauptspeicher, was beim neuen System wegfällt. Auch die Rechenleistung der Grafikkarte wird von Windows 7 gezielt genutzt. "Über eine einheitliche Schnittstelle können Programme den Grafikprozessor für normale Berechnungen von Anwendungen ansprechen", erklärt Melanchthon. Das sollte sich etwa bei der Kodierung wie bei der Ausgabe von Musik- oder Videoformaten bemerkbar machen. Es ist zu erwarten, dass neue Versionen solcher Programme diese Windows-Schnittstelle gezielt ansprechen, um den damit möglichen Leistungsvorteil zu nutzen.

Prozessor darf tiefer schlafen

Neben der Beschleunigung des Systems haben die Entwickler auch an einzelnen Stellschrauben gedreht, um Strom zu sparen. Manche Windows-Dienste oder externe Anwendungen sind so programmiert, dass sie in bestimmten Intervallen Anfragen an das System stellen. Das wurde bislang aber nicht synchronisiert. "Windows 7 fasst solche Events zusammen und legt sie auf einen Zeitpunkt", erklärt Melanchthon. "Die Angleichung solcher Timer führt dazu, dass die CPU (der Hauptprozessor) als einer der Hauptstromverbraucher wesentlich öfter und tiefer schlafen kann." In der Summe führen mehrere kleine Änderungen solcher Art nach Angaben Melanchthons zu einer Verbesserung beim Energieverbrauch um 20 Prozent.

Ausblick auf die Zukunft von Windows

In welche Richtung geht die weitere Entwicklung von Windows? Melanchthon ist zuversichtlich, dass die Modularisierung des Systems noch viele Möglichkeiten bietet. "Wir wollen dahin gelangen, dass wir einen Windows-Kern haben, zu dem wir wie in einem Baukasten einzelne Bestandteile auf Knopfdruck hinzufügen können." Das vereinfache dann auch die Entwicklung und Bereitstellung von "Patches", also der Reparaturflicken zur kontinuierlichen Bereinigung von Fehlern oder zum Stopfen von Sicherheitslücken.

Auch bei der Steuerung des Computers wird sich nach Einschätzung des Windows-Experten in Zukunft viel tun. In Windows 7 wurde gerade die Unterstützung für "Multi-Touch" eingeführt. Bei entsprechenden Displays können somit gleichzeitig mehrere Eingaben mit dem Finger verarbeitet werden. "Multi-Touch ist der erste Schritt", sagt Melanchthon. "Der nächste Schritt werden Systeme sein, die gar keine Berührung mehr brauchen, sondern die auf Bewegung und Sprache reagieren."

AP
KOMMENTARE (10 von 15)
 
DasBertl (25.10.2009, 02:12 Uhr)
Ich finds klasse
Sorry, aber ich find W7 echt klasse. Es ist das erste Windows, das schon in der RC-Phase vollkommen benutzbar und sicher ist und läuft wie eine 1. Klar, man muss sich ein wenig umgewöhnen, aber wenigstens nicht so hardcore, als wenn man von Win auf z.B. Linux umsteigt. Und nach der Gewöhnungsphase (bei mir ca. 1 Stunde) lernt man die vielen kleinen Neuerungen gegenüber XP und die vielen Verbesserungen gegenüber den extremen Fehlern von Vista wirklich schwer zu schätzen. Bisher war ich selten von einem Betriebssystem beeindruckt, bei MS-Produkten meistens eher genervt. Man erinnere an Win95A+B Win98(erste Edition) und das schlimmste Windows aller Zeiten: Windows ME. Interessanter Weise lief die NT-Linie eigentlich immer recht vernünftig, jedenfalls wesentlich besser als die "Home"-Linie. Windows XP hingegen brauchte auch erst ein SP1 um überhaupt benutzbar zu werden, über Vista verlier ich besser kein Wort sonst verlier ich meine Beherrschung, aber Win7 macht auf mich bislang einen guten bis sehr guten Eindruck. Probleme mit exotischer und neuer Hardware hatte ich bislang keine, alles wurde erkannt bis auf der Treiber für ein spezielles Teil, der sich aber problemlos installieren lies (Vistatreiber). Jetzt warten wir mal ab wie es mit den ersten Sicherheitslücken ausschaut, denn die kommen mit Sicherheit...
horstb (24.10.2009, 12:36 Uhr)
Die nächste Verschlimmbesserung
Mich interessiert an Windows 7 erstmal nur eins: Was hat Microsoft aus dem Explorer (Dateimanager) gemacht? Dieses Basis Handwerkszeug wurde mit Vista vollständig korrumpiert. Unter XP war der Explorer noch gut benutzbar, zwar dürftig und phantasielos in der Bedienung, aber wenigstens funktionssicher. Wer auf seinem Rechner die Übersicht behalten will, braucht dieses Werkzeug. Unter Vista wurde daraus ein Ärgernis: Das System wurde unübersichtlich und unlogisch. Basis-Funktionen wie z.B. Kopieren oder Verschieben kann man nicht einmal mehr in die Befehlsleiste legen sondern muß sie jedes mal aus dem 2. Untermenü holen. Ähnliche Ungereimtheiten ließen sich zahllose nennen. Wirkliche Fortschritte im Betriebssystem würde ich mir im Bereich der Bedienungs-Logik wünschen. Hier geht es um Funktionen, die man hunderte mal täglich benutzt und die nach 25 Jahren Windows immer noch nerven. Es scheint sogar schlimmer zu werden Vielleicht könnte der Stern mal hierüber berichten?
Fakten (23.10.2009, 04:58 Uhr)
Virtueller PC...
...da die Installation von OS und Programmen erhebliche Zeit in Anspruch nehmen koennen benutzte ich seit langem virtuelle Maschinen in denen die entsprechenden OS plus Programme installiert sind.
Da ist es z. B. erstaunlich das ein Suse Linux auf einem Uralt Toshiba mit 500 MB und 60MB Platte und 1.7 GigaHertz Processor genauso schnell bootet und flott arbeitet wie auf einem Mehrfach-Core-System.
Als Entwickler benutze ich immer noch OS/2 4.5, Windows XP, Windows Server, Linux und Solaris und auch eine OS/X von Mac - alles installiert auf einem Rechner in virtuellen Instanzen. Die neue Sun Virtualbox erlaubt mir z. B. den einzelnen Virtuellen Maschinen, virtuelle Prozessoren zuzuordnen.
Test-Szenarien Web-Server auf Solaris, Datenbankinstanzen auf diversen Linux-Maschinen und virtuelle Clients auf Windows.

Im Bereich der Software liegt noch erhebliches Potential und man braucht nicht unbedingt hochgetaktete System oder Mehrfach-Core-System auf der Hardware-Seite. Allein die SATA Plattenschnittstelle hat das Zeug Rechnervorgaenge erheblich zu beschleunigen.
traldors (22.10.2009, 22:30 Uhr)
Hotfix Windows 7 für Vista (...)
oder wieviel XP ist in Windows 7?
Windows 7 hat Vorteile gegenüber Vista, keine Frage und läuft auch auf mancher, alten Hardware. Wer schicke Multimediatastaturen sein eigen nennt, USB Monitore und andere Gadgets oder gar Programme für seinen "Ichkannallesdrucker", der darf auf Windows 7 verzichten. Weder gibt es eine aktuelle Treiberunterstützung (Beispiel 6" Display von Samsung) noch erkennt das OS die Geräte älterer Notebooks (i.E. Pavilion von HP) kein WLAN kein garnix.
Es ist das "ewige" Versprechen von Microsoft endlich eine benutzerfreundliche Umgebung zu schaffen. Fazit: Wer arbeiten will kauft sich einen Applerechner. Ja, ich bin bekennender Windoof User, das hält mich nicht davon ab für die Mehrheit die Empfehlung auszusprechen, mit der sie klar kommen...Habe fertig, Steinigung kann beginnen!
dutchinmex (22.10.2009, 20:30 Uhr)
@mighty_bender
Stimmt. Die sollen sich zuerst mal einigen über einen einzigen Installations/deinstalltionsvorgang statt bei jeder Versions untereinander kleine Unterschiede so auszubauen, daß Linux ein System für Bastler ist und bleibt. Ich gebrauche übrigens Suse Linux, wenn ich nicht programmbedingt W laufen lassen muß.
facilidad_de_ser (22.10.2009, 16:59 Uhr)
Win7 hat eine Menge...
Vorteile, besonders wenn man mit speicherintensiven Multimediaanwendungen arbeitet. Bei XP ist es leider so, dass der Computer bei Progammwechseln von solchen Programmen schnell unresponsiv wird und dann minutenlang auf der Festplatte rumrattert, das gibt´s jetzt nicht mehr.

Wer übrigens auf seinem Arbeitscomputer auf Internet und Netzwerk verzichten will, kann sich mit Hilfe des Utilities V-Lite ein extrem schlankes Win7 installieren, welches mit 10-15 Prozessen auskommt und noch einmal einen deutlichen Geschwindigkeitsschub bringt.
mighty_bender (22.10.2009, 14:16 Uhr)
@DarkSpir
Sobald es eine Linux-Distri gibt, die sich ohne große Basteleien installieren und benutzen lässt, dürften die Chancen dafür sicher steigen...
Freaker (22.10.2009, 13:05 Uhr)
Auch ich
bin hellauf begeistert von windows 7. habe vista ausgelassen, aber null ahnung geschwätz von wegen es sei nur ein optimiertes vista oder gar abgespecktes vista, kann ich nicht verstehen. was mich aber stört ist das microsoft groove nicht in der 64 bit version voll funktioniert. kennt da einer eine antwort?
Pollasto (22.10.2009, 11:22 Uhr)
Otto-Normal-User
War xp das erste wirklich gute BS vom Microsoft, so hat 7 das Zeug da noch was draufzusetzen.
Ich habe Vista ausgelassen und auch die Testversionen von 7. Dafür läuft seit einer Woche Windows 7 Home Premium 64Bit (als SB-Version) auf meinem Rechner und bin bis jetzt schlicht begeistert.
STR_EDDS (22.10.2009, 11:19 Uhr)
Passt
Bei uns läuft W7 seit ca. Januar im Versuch und als OS für Anpassungen unserer Software. Ich bin weiß Gott kein Fan von Redmond. Aber ein problemloseres OS als Win7 kam mir bis jetzt noch nicht unter. Selbst auf alten Notebooks werden problemlos exotische Geräte erkannt. Der Install klappt fast immer reibungslos. Der Unterschied zu XP (welches wir trotz Vista auf über 100 AP im Einsatz hielten) ist spürbar und auch als Grund für den Systemwechsel problemlos zu akzeptieren.
.
Irgendwelches Gerede von Optimierung, schlank halten, etc. ist für nerdige 10% der Anwender relevant. Die setzen dann auch mal nen *NIX Server von scratch auf oder stricken aus XP home ein XP pro. Aber 90% der Anwender wollen ein fix und fertig laufendes System, welches sie zum größten möglichen Teil unterstützt und von Internas fernhält. Und da ist W7 erstmals (fast) auf Augenhöhe mit Mac OS.
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