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Ab 18 Euro: Edeka verkauft Billig-Lizenzen für Windows und Office - doch es gibt einen großen Haken

Wer Windows und Office direkt bei Microsoft kauft, zahlt dafür ein kleines Vermögen. Bei Edeka gibt es sie deutlich billiger - ab 18 Euro. Die Lizenzen seien legal, betont der Anbieter. Doch Microsoft behält sich trotzdem Maßnahmen vor.

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Es ist ein verlockendes Angebot: Während man für Windows- und Office-Lizenzen oft Hunderte Euro zahlen muss, gibt es sie bei der Supermarkt-Kette Edeka zwischen Amazon- und Netflix-Guthabenkarten zu Grabbeltisch-Preisen. Das klingt fast zu gut um wahr zu sein. Und tatsächlich gibt es einen gar nicht so kleinen Haken.

Käufer dürften die Angebote trotzdem finden. Kein Wunder: Die Preise sind einfach verlockend niedrig, berichtet das Fachmagazin "c't" in der neuesten Ausgabe. Die Lizenzen ließen sich im Test der Zeitschrift problemlos aktivieren, nur bei einem Office-Paket gab es eine kleinere Irritation, die sich aber schnell beheben ließ.

Wie kommt es zu den Schnäppchenpreisen?

Am günstigsten ist demnach das offiziell nicht mehr erhältliche Windows 7 Professional für 18 Euro. Doch auch Windows 10 Pro ist spottbillig: Statt der von Microsoft abgerufenen 260 Euro verlangt Edeka nur 40 Euro. Office 2019 (105 statt 150 Euro) ist ebenfalls sehr günstig. Auffällig: Obwohl es Office 2019 Standard eigentlich nicht als Einzellizenz gibt, bietet Edeka diese trotzdem für 195 Euro an. Sonst sind 500 Euro pro Rechner fällig - beim Kauf von mindestens fünf Lizenzen.

Kann das mit rechten Dingen zugehen? "c't" hat bei Lizengo nachgefragt, dem Händler hinter dem Edeka-Angebot. Dem Anbieter aus Köln zufolge sind alle Lizenzen legal. Sie stammen demnach aus Überbeständen. Großkunden kaufen mehr Lizenzen als sie benötigen, Lizengo kauft diese dann in großen Mengen auf. Dabei übernimmt der Anbieter auch die Funktionsgarantie: Sollte sich ein Schlüssel nicht aktiveren lassen, bekämen die Kunden einen neuen, versicherte das Unternehmen "c't".

Microsoft bleibt schmallippig

Und was sagt Microsoft dazu? Trotz Nachfragen wollte der Konzern dem Magazin keine klare Stellungnahme geben, ob man den Handel mit den Überbestands-Lizenzen für rechtlich sauber hielt. Stattdessen entschied sich der Konzen für die Aussage, dass das bloße Funktionieren eines Schlüssels noch kein Hinweis auf eine einwandfreie Lizenz sei. Es ähnele einem Wohnungsschlüssel, so Microsoft. Dass man den besäße, ersetze ja auch keinen Mitvertrag.

Die Vorsicht des Konzerns ist eventuell auch mit einem Urteil des Europäischen Gerichtshof zu erklären: Wie auch der Bundesgerichtshof hielt das höchste EU-Gericht diese Art des Vertriebs nicht für illegal. Microsoft mag das anders sehen, kann sich aber schlecht über Gerichtsentscheidungen hinwegsetzen.

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Und wo ist der Haken?

Ganz ohne Risiko ist die Sache für den Kunden trotzdem nicht. Zwar erwarten ihn bei Aktivierung des Schlüssel keine Anwaltsschreiben. Microsoft behält sich aber vor, die Lizenzen in zukünftigen Updates blockieren zu können. Im Klartext heißt das: Wer seinen Rechner mit einem Lizengo-Schlüssel betreibt, muss damit rechnen, dass er irgendwann ausgesperrt wird. Das kann laut Microsoft etwa dann geschehen, wenn ein Schlüssel mehrfach vergeben wurde und er wegen zu vieler Aktivierungen auf der Schwarzen Liste landet. Ein Warnsignal für Kunden gibt es nicht.

Das günstige Angebot für Windows 10 ist vor allem deshalb für Kunden so interessant, weil es sich laut Microsoft um das letzte Windows handelt. Während man früher alle zwei Jahre für eine neue Version zahlen musste, soll Windows 10 immer weiter mit Updates versorgt werden. Das Programm wird also noch viele Jahre im Einsatz sein.

"c't" empfiehlt entsprechend, den Bon für den Einkauf der Lizenz aufzubewahren - und gegebenenfalls bei Edeka zu reklamieren. Ob das auch nach Ablauf der zweijährigen Gewährleistungspflicht noch funktionieren wird, wird sich zeigen müssen.

Quelle: c't

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