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15. Juni 2006, 14:13 Uhr

Mit dem Rücken zur Welt

Natürlich ist "World of Warcraft" ein schrecklich erfolgreiches Game. Millionen zocken es begeistert. Aber es gibt Gründe, das Online-Rollenspiel zu hassen - oder zumindest seine Folgen zu hinterfragen. Das leise Wehklagen eines Spieletesters. Von Bernd Fetsch

Wenn die Liebe zum Spiel obsiegt, gehen im echten Leben Freundschaften und Beziehungen in die Brüche© Blizzard

Ich sehe meinen Kumpel nicht mehr allzu oft. Nicht etwa, weil er sein Referendariat in der hintersten Ecke des Landes ableistet oder ich seine Freundin nicht mag, sondern weil ich ihm ein Geschenk gemacht habe. Eines von vielen. Ich bin Spieletester. Wöchentlich bekomme ich die aktuellesten Games von den Herstellern zugeschickt. Ein erfüllter Kindheitstraum, wenn man so will. Ein Job, von dem auch mein Umfeld profitiert.

Seit meinem zwölften Lebensjahr hänge ich am Joystick wie ein Junkie an der Nadel. Ich führe halbwegs normale Beziehungen, gerate beim Anblick von Lara Croft nicht sonderlich in Wallungen und verspüre auch trotz Shooter-Konsums nicht den Drang, Amok zu laufen. Und dennoch habe ich getötet. Oder zumindest Beihilfe geleistet...

Es war ein Unfall

Vermutlich hilft es nicht sonderlich, wenn ich hinzufüge, dass es ein Unfall und schon gar keine Absicht war. Noch viel weniger tröstet der Gedanke, dass ich nicht der Einzige auf der Welt bin, der auf diese Art einen Freund verloren hat. "World of Warcraft" heißt der wahre Beziehungskiller, ein Rollenspiel, in dem man als Ritter oder Zauberer durch eine Fantasy-Welt streift und unzählige Monster erschlägt, um letztlich dem Narziss zu frönen. Über sechs Millionen Menschen sind diesem vermaledeiten Game schon anheim gefallen - und täglich werden es mehr, der Globalisierung sei Dank. "World of Warcraft" ist ein Online-Spiel. Wer den Namen bei Google eingibt, bekommt etwa 25 Millionen Treffer angezeigt. 99,9 Prozent davon künden, wie geil es doch ist, als Ritter oder Zauberer Monster zu erschlagen und dem Narziss zu frönen, weil sich jeder Süchtige dieser virtuellen Droge dazu aufgerufen sieht, der Welt seine Erfahrungen kund zu tun. Angehörige und Bekannte schweigen jedoch, tolerieren, hoffen, dass irgendwann mal alles ein Ende hat. Hat es aber nicht.

Denn "World of Warcraft" ist eine Gelddruckmaschine, die durch ständige Erweiterungen am Laufen gehalten wird. Rund 40 Euro kostet das Spiel, zudem kommen jeden Monat elf Euro Abo-Gebühren hinzu. Zugegeben: Eine Flasche guter Wodka ist bei weitem kostspieliger. Aber die lässt sich zumindest in geselliger Runde trinken. "World of Warcraft"-Spieler jedoch sind einsam - trotz ihrer Online-Gefährten, die irgendwo anders ebenfalls mit dem Rücken zur Welt sitzen. Als Amateur gilt, wer weniger als sechs Stunden täglich in den Weiten von Azeroth verbringt - als Plaudertasche, wer mit Headset spielt und mit Hilfe kleiner Programme für Normalsterbliche kaum verständliche Sprachfetzen austauscht. Buffen, Raiden, Twinks, Molten Core - bitte was?!

Sie erkennen sich auch in der realen Welt

Nahezu unmöglich, einen "World of Warcraft"-Spieler ohne Androhung von Gewalt dazu zu bewegen, auszuschalten, abzuschalten, auszugehen. Und selbst wenn einem dieses Kunststück gelingt, ist der Abend keineswegs gerettet. Schließlich gibt es noch andere, die von ihren Freunden genötigt wurden, die Finger von der Maus zu lassen. Und jene, die auf Entzug sind, finden sich. Irgendwie. Garantiert. Und werden plötzlich gesprächig. Vermutlich gibt es längst einen geheimen Dress- oder Verhaltenscode, den nur "WoW"-Spieler erkennen. Gut möglich, dass Dan Brown bereits ein Buch darüber schreibt.

Ein Thema, das durchaus Anlass zu Spekulationen gibt: Entwickelt sich da etwa eine virtuelle Parallelgesellschaft, die am liebsten unter sich bleiben will? Wie viele Beziehungen mussten wegen der Hatz nach immer noch tolleren Schwertern, Schildern, Rüstungen ihr Leben lassen? Wie viele haben deswegen ihren Job verloren, ihr reales Leben runiniert? Und was zeichnet diese Subkultur noch aus - außer ihrem unglaublichen Phlegma?

Eine Antwort darauf: ihre Geschäftstüchtigkeit. Der Handel bei Ebay blüht - auch wenn der Betreiber Blizzard das nicht gerne sieht und für rüde Strafmaßnahmen bekannt ist. Potente Charaktere mit schickem Outfit und dicken Knüppeln wechseln für mehrere hundert Euro den Besitzer. Bare Münze muss auch für virtuelles Gold auf den Tisch gelegt werden: 1.000 Barren im Spiel kosten etwa 90 Euro in der Realität. Dieses wirtschaftliche Kuriosum hat dazu geführt, dass findige "WoW"-Zocker Niederlassungen in Fernost gegründet haben. Das Geschäftsmodell: Billige Arbeitskräfte sind den ganzen Tag auf europäischen Servern unterwegs, um tapfere, neue Helden zu züchten, epische Gegenstände abzugrasen und Gold zu "farmen".

Mein Bulle gehört zu mir

Davon will mein Kumpel freilich nichts wissen. Seinen Taurenkrieger, den er "Bulle von Tölz" getauft hat, würde er nie hergeben. Er ist diesem Spiel verfallen und seiner Gilde hörig. Wenn zum gemeinsamen Raubzug geblasen wird, muss alles andere warten. Manchmal auch die Freundin am Bahnhof. Andernfalls droht in den nicht selten streng hierarchisch aufgebauten Gruppen harscher Punktabzug und Sympathie-Verlust. Beides gleicht einer Katastrophe. Wer sich als unzuverlässig erweist, wird bei späteren Abenteuern kaum noch Anschluss finden. Wer nicht mit den seltensten Gegenständen und Waffen durch die Gegend turnt, wird müde belächelt. Und wer stets brav Zweihänder bei Fuß steht, hat bald keine Freunde mehr ....

Ich habe meinen Freund gefragt, ob er am Freitagabend Zeit hat, etwas trinken zu gehen. Er sagte, er habe einen "Termin". Ich beherrsche mich, sage nichts, blicke allenfalls etwas bedrückt. Aufgegeben wird nicht. Noch nicht...

Teleschau
 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
insLot (16.06.2006, 10:33 Uhr)
Unterhaltungsmedien
Das Problem mit dem sich rasch ausbreitenden neuen interaktiven Unterhaltungsmedium Rollenspiel ist, dass es schwerer ist es gemeinsam zu verbringen. Währen man früher einträchtig apatisch auf der Couch oder dem Sessel in die Glotze sah, kommt nun das Medium Spiel mit seiner Interaktivität und Einbindung in Handlung und Verlauf der Geschichte. Wer sich mit damit beschäftigt findet schnell Spaß daran, wer vorm Fernsehen sitzen bleibt, merkt bald wie grottenschlecht das Programm und wie noch platter die Inhalte sind. Man merkt es nur erst richtig, wenn man alleine vor der Glotze sitzt.
Ja ich spiele auch Wow. Aber bei mir hat der Computer nur das Fernsehen ersetzt. Klar die WM schaue ich mir auch noch an. Aber wenn ich einen Film sehen will gehe ich ins Kino und wenns Wetter schön ist fahr ich angeln oder geh baden. Und wenn ein Fest ist dann wird das auch besucht.
Tatsache ist, dass sich das Nutzungsverhalten mit dem erscheinen neuer Medien ändert. Der Blick auf den Niedergang des Musikfernsehens ist für alle anderen Sender ein vorgeschmack auf das Kommende.
cya
ins Lot
DocBones (16.06.2006, 01:55 Uhr)
Erst der Anfang...
Ich spiele nun seit rund 30 Jahren Rollenspiele und Konfliktsimulationsspiele, die Wurzeln aus denen die heutigen Computerspiele stammen. Selbst als man noch zusammen am Tisch saß und mit Papier, Bleistift und Figuren spielte, investierte man ohne weiteres 100 oder mehr Stunden in die Vorbereitung von Rollenspielsitzungen. Beziehungen gingen daran aber nicht zugrunde, dafür hatte man zuviel Bastel- und Malarbeiten zusammen zu erledigen. Diese Beschäftigung mit realer Materie fehlt den heutigen MORPGs und das jetzige Aufstöhnen über Beziehungs- und Schulproblemen wird in zwei bis drei Jahren zum Aufschrei werden...
Der Autor scheint Glück gehabt zu haben - da ist wohl noch jemand rechtzeitig wach geworden - Glückwunsch! Ich selber hatte weniger Glück und verlor meine Freundin an Neverwinter Nights - sie betreibt dort mittlerweile ein eigenständiges Modul für Erwachsene Namens "Chateau Roissy Ravenloft" Eine tolle Leistung, soetwas auf die Beine zu stellen - doch der Preis ist zu hoch, soziale Kontakte sind wichtiger und es bleibt eine Tatsache, dass die sogenannten "sozialen Kontakte" innerhalb eines MMORPG geprägt sind von Oberflächlichkeit... Über die quasi nationalsozialistische Ausrichtung einiger Gilden möchte ich mich hier lieber nicht auslassen... Wie immer scheint es auf die Frage des "Maß haltens" zuzulaufen.
Bernd_Banane (15.06.2006, 22:29 Uhr)
Ich - mein leben - und das game...
Zunächst ist der vorwurf geäußert worden, der artikel sei einseitig.Das ist er, meiner meinung nach. Jedoch muss ich leider zugeben, dass mir die beschreibung des kumpels sehr bekannt vorkommt! … das bin nämlich ICH… leider!
Ich habe früher schon viele pc-spiele gepielt. Aber noch nie so viel!
Ich bin seit dem ersten tag dabei. Meine freundin seit dem dritten tag. Es war ein geschenk von mir. Am anfang haben wir noch zusammen gespielt. Wir haben die welt noch gemeinsam erkundet. Das spiel ist einfach nur geil! Zunächst waren es nur ein paar stunden am abend. Es war auch noch spaß. Ich habe viele nette menschen kennengelernt. Und wir haben alle zum spaß gespielt… Das war vor über einem jahr.
Dann kam der zeitpunkt an dem ich besser sein wollte als meine neuen freunde. Die wollten das natürlich auch.
Zu den stunden am abend kamen noch stunden in der nacht. Dann stunden am Nachmittag. Direkt nach der arbeit ging der computer an, um noch mithalten können. Noch konnte ich. Meine freundin leider nicht mehr. Wir spielten zwar immer noch zusammen… aber nicht mehr gemeinsam! Sie hätte mich nur aufgehalten. Es folgten wochenenden mit über 30 stunden WoW spielen.
Der winter naht. Sport machte ich nicht mehr. Ich brauche die Zeit fürs spielen. Beruflich trete ich auf der stelle. Meine fortbildung - erledigt. Ein freund kommt mich nur noch selten besuchen. Andere gar nicht mehr. Wenn ich telefonieren spiele ich nebenbei – was mir erzählt wird bekomme ich gar nicht mehr mit. Aber ich kann mit den anderen im spiel mithalten! Der einzige grund warum ich noch gespielt habe: ich wollte immer die besten gegenstände haben als die anderen. Egal wie. Egal wie lange es dauert. Stunden oder tage für einen gegenstand investieren - kein problem.
Mittlerweile kann ich für meine jagt auf die gegenstände nicht mehr alleine gehen. Wir sind eine gruppe von 60 leuten. Strenge Hierarchie. Wer nicht mit zieht bekommt keine items. Ich bin immer da. Ich werde gebraucht – und ich brauche die items! WoW-spielen ist mehr als ein hobby – es ist arbeit! Mit meiner Freundin spreche ich nicht mehr. Sie sitzt im nebenzimmer und spielt – ohne mich. Wenn ich etwas von ihr möchte, schreibe ich nachrichten - im spiel! Aber wer dieser mensch ist, weiß ich schon lange nicht mehr. Im Game höre ich immer öfter „…probleme mit der Schule/Studium/Arbeit“ – Noch macht mir das selber nichts aus. Manche haben sich dieses Problem auch entledigt – sie gehen nicht mehr zur Schule / studieren nicht mehr. Ich bin neidisch auf die zeit dies sie zum spielen haben! mit diesen spielern kann ich nicht mehr mithalten. Das brennt in meiner seele!
Das war vor zwei monaten! Mitlerweile spiele wir nicht mehr. Mir ist der sinn des spiels (nicht) klar geworden. Es gibt keinen. Ich kloppe nur meine Zeit tot. Jedes Mal, wenn man sich am ziel wähnt die besten Items zu haben, gibt es ein neuen patch/addon mit neuen, besseren Items. Es nimmt kein ende. Um seinen Narzissmus zu befriedigen muss man wieder stunden, tage, wochen – manchmal monate – investieren. und blizzard bekommt dafür geld! Eine Lizenz zum geld drucken.
(an dieser stelle muss ich anmerken, dass dies kein vorwurf sein soll! Blizz verhält sich meiner meinung nach korrekt. Gute fesselnde spiele zu produzieren kann ja genauso wenig ein verbrechen sein, wie ein gutes fesselndes buch zu schreiben! Das Problem ist nicht das spiel – sondern es sitzt davor. Was nützen kindersicherungen, wenn man keinen hat, der einen vor sich selbst schützt!)
Der Artikel endet mit „Aufgegeben wird nicht. Noch nicht...“. wenn ihr jemanden wie mich in eurem freundeskreis habt (oder hattet!), gebt ihn bitte nicht auf! Zeigt ihnen weiter, was noch im leben – außer diesem spiel – geben kann! Und gebt diese (alten) freunde auch in zukunft nicht auf! … !!! Vielleicht wollen sie nicht heute aufhören – oder morgen – aber irgendwann werden sie es. Und wer weiß, wen sie dann noch haben!
Wenn ich /played spiel eingegeben habe, erschien da bei mir ein wert von weit weit über 100 TAGEN die ich in WoW online war (wer weiß wie lange WoW schon auf dem markt ist kann ja mal rechnen). Ich bin mir sicher ich stehe da nicht alleine… fragt doch mal… dies ist das beste argument zum aufhören!
Ich hatte letzten monat geburtstag. eigentlich wollte ich nicht feiern. Ich hatte angst es kommt fast keiner. Mit vielen meiner alten freunde hatte ich lange keinen kontakt mehr. Meine angst hatte recht. Es war ein trauriger geburtstag. Aber schuld war ich selber – und nur ich allein!
Und eins möchte ich noch zum sozialen kontakt im spiel sagen. Ich habe dort nur eine person kennen gelernt, die ich als freund bezeichnen könnte. Die anderen kamen und gingen. Sie waren alle lustig und nett. Aber für mehr als oberflächliche Gespräche hat es nie gerreicht. Wie viele freunde ich verloren habe, zähle ich noch. Vielleicht sind es ja nicht zu viele. Seit einer woche gehe ich wieder zum Sport ;-) Meine freundin schon länger.
@ Tedom:
Ich kann dich verstehen! Wahrscheinlich besser als du dir vorstellen kannst!
@deveraux
Meine freundin lässt mich dieses wochenende (es sollte ins kino gehen) auch wegen ihrem hobby sitzen. sie muss freitag abend zum sport. Sollte ich deswegen jetzt auch meine beziehung überdenken? Ich dachte eigentlich wir hätten unser leben wieder im griff.
Jetzt könntest du natürlich gleich sagen: „der Vergleich hinkt!“
Ich weiß nicht wo. Bei beidem brauchen menschen meine hilfe, um bei ihrem gemeinsamen hobby ans ziel zu kommen. Ob online oder real, macht das einen unterschied?
Das Problem liegt nicht in der beziehung! das problem liegt wo anders!
deveraux (15.06.2006, 20:32 Uhr)
@ Tedom
Ich würde mal die Beziehung als solche überdenken und nicht den Raids die Schuld geben ;)
Wenn deine Freundin WoW Dir vorzieht, ist das doch keine gesunde Beziehung.
colonelz (15.06.2006, 20:10 Uhr)
Grauzone
Ach ja, die eigene Meinung ist dann immer die einzig wahre. Wenn das mal so einfach wäre. Wie bei so vielen Dingen im Leben liegt die Wahrheit doch wohl eher zwischen den geäußerten Meinungen.
Selbst bin ich kein WOW-Spieler, habe aber im Umfeld einige Freunde, die diesem Hobby nachgehen. Von daher kann ich die unterschiedlichen Meinungen nachvollziehen. Leider muß ich sagen. Seit ca. 8 Jahren spiele ich selber online und habe in dieser Zeit häufiger erlebt, welche Auswirkungen das auf Freundschaften, Beziehungen und die eigene Wahrnehmung und die anderer haben kann.
Allerdings hat das eine neue Qualität erreicht, seit im vergangenen Jahr WOW erschien. Freunde, die Ego-Shooter spielten, Browserspiele, Science-Fiction-Epen oder andere Fantasyspiele, viele wurden nach und nach von WOW eingefangen. Das sind keine Jugendlichen, die nach der Schule genügend Zeit zum totschlagen haben, sondern Erwerbstätige zwischen 25 und 40 Jahren.
Erst haben nur ein paar angefangen und nach und nach wurden es mehr. Das allein finde ich auch gar nicht schlimm. Man kann so viel Spaß bei Online-Spielen haben, gerade wenn man die anderen Spieler persönlich kennt. Weiß ich selbst. Nur wenn dabei die Kontrolle über den eigenen Tagesablauf auf der Strecke bleibt, sieht das ganz anders aus. Die Geschichte mit den "Terminen" kenne ich ebenso gut. Und mit einer großen Gilde werden dann auch an mehreren Tagen einer Woche stundenlange Kreuzzüge unternommen. Dann bin ich immer froh, dass ich mich nicht habe anstecken lassen. Das ist halt auch anders als bei einer zwanglosen Ego-Shooter-Partie, bei der man dann einfach mittendrin aussteigen kann. Wenn man allerdings mit 25 oder mehr Mitgliedern spezielle Dungeons schaffen will, dann steht hinter einem auch der soziale Druck. Da ist nicht einfach mal aussteigen. Und Spaß macht es ja auch noch. Na, dann mal ran! Und so sind es dann auch mal zig Stunden, die in der Woche auf der Strecke bleiben. Nur bleiben auch noch andere Sachen auf der Strecke.
Und beim Freundestreff finden sich dann schnell die passenden Akteure, um über Dungeons, Raids, entzauberte Gegenstände und sonst etwas zu diskutieren. War früher bei uns Counter-Strike-Spielern nicht so anders.
Aber das ist keinesfalls bei allen Spielern so. Ich weiß auch nicht, ob sie eine Minderheit sind. Allerdings gibt es sie und wie ich finde mehr als zuvor, also bei früheren Spielen. Da mir dies schon unangenehm auffiel, habe ich auch bei entsprechenden Veröffentlichungen mitgelesen, wie auch hier. Und einigen Beiträgen zufolge können manche Personen mit ihrer WOW-Situation nicht umgehen. Dies läßt sich nicht bestreiten und darf aber auch nicht für Verallgemeinerungen missbraucht werden. Auf www.onlinesucht.de sind einige Beispiele nachzulesen.
Die Betroffenen (und nicht alle WOW-Spieler) haben offenbar Schwierigkeiten, die eigene Situation einzuschätzen. Und Herr Fetsch schließt mit einem "Aufgegeben wird nicht. Noch nicht...". Wie das weitergehen soll und wie dem bzw. den Betroffenen geholfen werden kann, ist mir aber auch nicht klar. Am wenigsten gefallen mir die schnellen Rufe nach staatlicher Kontrolle. Aber Geiz ist ja geil und Orwell augenscheinlich "in".
Aber ich habe es auch noch nicht aufgegeben, mit den mir bekannten Vielspielern zu sprechen und auch auf z.B. Vernachlässigungen hinzuweisen. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Oder der Situation angepasst: Hoffnung (Level: 800, Health: 10000, Armor: 2000)
P.S.: Um sich zu unterhalten ist es nicht notwendig, sich zu besaufen. Auch andere Drogen braucht man dafür nicht. Es gibt auch andere Gründe, sich mit Freunden zu treffen. Es gibt auch Spiele, die man ohne Rechner spielen kann. Oder Bücher. Und niemand muß in einem Computerspiel ein Held sein oder Abenteuer erleben, um Spass am Leben zu haben.
Nahezu vollständig: WC2|WC3|SC|HLDM|HL2DM|CS|CSS|DOD|DODS|RO|UT2K3|UT2K4|RF|FC|ET|JO|JO:E|BF42|BFV|BF2|SOF2|GO|Q3A|RTCW|ET:TCE|CMR2K5|TMN|Mods...
Tedom (15.06.2006, 20:03 Uhr)
Soziale Kontakte hin oder her...
...wenn die eigene langjährige
Beziehung dafür über die
Wupper geht...
Man muss mal vorstellen z.B.
jemand ist in nem Verein und
er/sie verbringt 8 Stunden am
Tag in dem Vereinshaus statt
zuhause...
Stevilein (15.06.2006, 18:45 Uhr)
etwas einseitige Sichtweise
Jaja das starre alte Weltbild wird mit neuem konfrontiert...
An Schulen treibt die Gruppendynamik Kinder dazu Drogen zu nehmen , zu rauchen und Alkohol zu trinken. Vielleicht sollte der Stern eher dort ansetzen.
Wie im realen Leben sollte man auch bei World of Warcraft darauf achten mit wem man seine zeit verbringt - allerdings ist es im Gegensatz zur Schule wesentlich leichter die richtige Umgebung zu finden.
Wer sich dazu nötigen lässt die wichtigen Dinge im Leben zu vernachlässigen hat evtl andere soziale Defizite die angegangen werden sollten.
Schliesslich möchte ich meinen das WoW Spieler die sich regelmässig zu 40mann events und ähnlichem treffen wesentlich regeren sozialen kontakt zu ihrer Umwelt pflegen als der Durchschnittsmensch - aber das passt ja leider nicht in das klassische Weltbild.
Tedom (15.06.2006, 17:28 Uhr)
Wie wahr...
Ich hab auch den Fehler
gemacht und meiner Freundin WoW
geschenkt.
Ich würde ja wohl mit ihr spielen,
aber berufl. ist es mir nicht
gegeben soviel zu spielen, dass
ich mit ihr spielen kann.
Hatte mal angeregt das wir zu zweit
nut kleine Charakter und zusammen spielen.
Tja Raids gehen vor.
Wenn andere Paare am Wochende in die
Disko oder ins Kino gehen, so
zockt meine Freundin WoW und ich
spiel, damit ich nicht alleine
im Wohnzimmer sitze, SoloSpiele...
Oovaan (15.06.2006, 16:36 Uhr)
Da kann ich nur sagen ... pwned :))
Auch ich oute mich mal .. ja, ich spiele auch MMOs (Massiv Multiplayer Online Games). WoW und Everquest 2. Und noch viel schlimmer: Ich spiele beide mit meiner Frau ...
Der Author hat ja immerhin den Artikel sehr lustig geschrieben - aber der Hintergrund ist doch mal wieder der typisch Deutsche - videospiele sind erstmal suspekt. Klar, sich in einer Kneipe mit 100 anderen den Schädel zuzudröhnen mit Bier und 11 Jungs auf nem Rasen zuzujubeln die sich um einen Ball prügeln (den, wenn sie ihn haben, sie wieder wegtreten) ist natürlcih viel besser :)
Der Artikel ist nett zu lesen, aber entspricht (leider) einem grottenschlechten Journalismus. Fakt: WoW ist darauf angelegt das man, im Gegensatz zu anderen Spielen dieser Art, sehr wenig Zeit braucht - von 20 min bis zu 20 Stunden kann man alles machen, die Palette ist sehr gross.
Desweiteren ist man nicht allein - genug meiner Onlinebekanntschaften spielen mit Ihren Frauen (oder Männern), Kindern, Enkeln, Cousins, Brüdern, ... Also stimmt die These amn sei "allein" acuh nicht ganz.
Und last but not least - nicht an einer "Raid (also an einem Event mit je nach Spiel 24-40 Leuten) teilzunehmen ist nicht verwerflich und kommt nicht dem virtuellen Mobbing gleich, das der Author uns hier verkaufen will. Wir haben z.B. einen 7 Monate alten Sohn, und wenn der schreit wenn wir abends spielen, wird alles sthen und liegen gelassen und sich um Ihn gekümmert - und niemand hat mich bis dato schief deswefgen angemacht.
deveraux (15.06.2006, 16:06 Uhr)
Naive Sichtweise
Das Thema an sich ist schon so abgenutzt, dass es langweilig ist.
„Meine Freundin hat mich mal einem anderem betrogen. Wäre er nicht gewesen, wäre das nicht passiert und wir wären immer noch glücklich miteinander.“
Das ist sehr dumm und vom Stern hätte ich mehr erwartet. Das ist Bildzeitungsniveau.
Ein Spiel ist an gar nichts schuld, es ist der Mensch dahinter. Vielleicht hat der Kumpel des Autors einfach keinen bock mit dem Autor auszugehen, weil er ihn immer mit Warcraft-Kritik auf die Nerven geht?
Ich beneide die glücklichen Familien die jeden Abend gemeinsam vor dem Fernseher sitzen und ihr „gesundes“ Sozialleben vollziehen.
Warcraft ist ein Hobby wie jedes andere auch. Aber es ist natürlich viel besser sich mit Kumpels zu besaufen oder zu koksen als mit ihnen ein kleines Abenteuer zu erleben...auch wenn man dafür zuhause bleibt.Macht Sinn für mich!
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