Polizei verhaftet Cyber-Erpresser in Spanien

14. Februar 2013, 13:35 Uhr

Erst wird der PC gesperrt, dann soll der Besitzer ein Lösegeld zahlen: Der BKA-Trojaner sorgt seit Jahren für Schlagzeilen. Nun wurden die mutmaßlichen Drahtzieher in Spanien gefasst.

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Tausende Nutzer wurden Opfer des BKA-Trojaners. Nun wurden die Hintermänner in Spanien verhaftet.©

Immer wieder warnten deutsche Sicherheitsbehörden vor dem gefährlichen BKA-Trojaner, der in den vergangenen Jahren Tausende von Computern infizierte. Nun wurden die mutmaßlichen Hintermänner in Spanien gefasst, schreibt die britische Zeitung "The Guardian". Der angebliche Kopf der Bande, ein 27-jähriger Russe, wurde bereits im Dezember während eines Urlaubstrips in Dubai gefasst. Am Mittwoch wurde in einer länderübergreifenden Aktion der Rest der Bande festgenommen: sieben Russen, zwei Ukrainer und zwei Georgier müssen sich nun wegen Betrugs und Geldwäsche vor Gericht verantworten.

Kampf gegen Cyber-Erpresser

Knapp zwei Jahre soll die elfköpfige Bande aus Osteuropa in mindestens 22 Ländern Schadsoftware an nichtsahnende Opfer verschickt und auf diese Weise mehrere Millionen Euro erpresst haben. Dafür nutzen die Täter einen perfiden Trick: Verschickt wird der Trojaner als E-Mail mit einem scheinbar harmlosen Anhang. Wer die angehängte Datei öffnet, infiziert seinen PC mit dem darin versteckten Schädling und verliert die Kontrolle über das Gerät.

Auf dem Bildschirm erscheint anschließend ein nicht wegklickbares Fenster mit dem Logo einer offiziellen Bundesbehörde, beispielsweise dem Bundeskriminalamt oder der Bundespolizei. Insgesamt soll es 48 verschiedene Varianten des Trojaners geben. Um den Computer zu entsperren, soll der Nutzer über anonyme Zahlungsmittel 100 Euro bezahlen. Experten raten, den geforderten Betrag auf keinen Fall zu überweisen, denn entschlüsselt wird der Rechner trotzdem nicht. Erst vor wenigen Wochen warnte das BKA vor einer neuen Version des Lösegeld-Trojaners.

Im Kampf gegen die Cyber-Erpresser konnte die spanische Polizei auf die Unterstützung des japanischen Sicherheitsunternehmens Trend Micro zurückgreifen. Bereits vor einem Jahr meldeten die Experten, dass die Strippenzieher aus Russland und der Ukraine stammten. Nun fühlten sie sich offenbar zu sicher: Von ihren erpressten Millionen ließen es sich die Täter in den spanischen Ferienorten Benalmadena und Torremolinos gutgehen, wo sie nun verhaftet wurden.

So werden Sie den Trojaner los

Besonders fies: Die Schadsoftware versucht den Nutzer mit Drohungen und schockierenden Fotos einzuschüchtern. Häufig gibt er vor, pornografische Inhalte auf dem Rechner gefunden zu haben, deshalb sei der PC gesperrt worden. "Es handelt sich hierbei um eine Form der digitalen Erpressung", erklärten die Sicherheitsbehörden wiederholt.

Das Anti-Bot-Beratungszentrum beschreibt, wie die Schadsoftware vom Rechner entfernt werden kann. Je nach Version ist die Vorgehensweise unterschiedlich. Eine Übersicht der Trojaner-Varianten gibt es unter "BKA-Trojaner.de".

cf
 
 
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