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8. Juni 2011, 11:44 Uhr

Facebook weiß, wie du aussiehst

Die automatische Gesichtserkennung im sozialen Netzwerk Facebook hat nun auch Deutschland erreicht. Während Facebook die Funktion als Hilfe für die Nutzer verkauft, gehen Datenschützer auf die Barrikaden.

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Facebook startet seine umstrittene Gesichtserkennung© Jens Büttner/dpa

Facebook weiß, wer du bist: Jetzt erkennt das soziale Netzwerk auch deutsche Gesichter. Der Einsatz der Gesichtserkennungs-Software ist allerdings beschränkt: Sie startet nur, wenn ein neues Foto hochgeladen wird und lediglich bei den Freunden des Nutzers. Dann wird ihm vorgeschlagen, den Freund im Bild zu markieren. Datenschützer kritisierten das Vorgehen des Online-Netzwerks bereits im Dezember, als der Dienst schrittweise in den USA startete.

Marc Rotenberg, Präsident der gemeinnützigen Interessengruppe Electronic Privacy, bemängelt, dass Facebook-Nutzer nicht die Möglichkeit haben, selbst zu entscheiden, ob die neue Funktion genutzt wird oder nicht. Wer nicht will, dass der eigene Name den Facebook-Freunden in deren Bildern automatisch zum Markieren vorgeschlagen wird, muss selbst tätig werden: In den Einstellungen zur Privatsphäre befindet sich ein Feld zum Deaktivieren der Funktion, die Namens-Markierung kann später auch manuell gelöscht werden.

Hilfe oder Datenwahn?

Facebook erläutert die neue Funktion als verbesserte Orientierung in größeren Bildersammlungen. Die Nutzer können sich so besser in den Fotoalben zurechtfinden oder sich sogar auf Bildern von Freunden entdecken. Damit reagiert Facebook zugleich auf die Kritik vieler Nutzer, dass Namens-Markierungen in Fotos bei jedem Bild neu eingetragen werden mussten. Das erledigt die Software jetzt automatisch.

Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar kritisierte die Funktion bereits im Dezember: "Es darf nicht sein, dass Nutzer des Dienstes befürchten müssen, künftig auf allen, gerade von dritten Personen eingestellten Bildern aufgerufen zu werden. Ohne eine Einwilligung der Betroffenen darf dies nicht geschehen", lautete seine damalige Forderung.

Die automatische Gesichtserkennung ist mittlerweile technisch einfach, wegen der Folgen für Persönlichkeitsrechte und Datenschutz aber weiterhin umstritten. Viele moderne Bildbearbeitungsprogramme haben diese Funktion bereits integriert, um den Nutzern beim Sortieren der Bilder zu helfen. Auch Google hatte eine automatische Gesichtserkennungs-Technologie entwickelt, hält sie aber wegen Datenschutz-Bedenken zurück. Auch Apple bietet in seiner Fotosoftware iPhoto die Möglichkeit der Gesichtserkennung. Allerdings können die Nutzer hier selbst entscheiden, ob der Service genutzt oder deaktiviert wird.

cf/DPA/Reuters
 
 
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