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31. Juli 2007, 17:54 Uhr

Mit Schlips im Netz

Grüne Haare oder knapper Bikini? Nicht nur im Konferenzraum ein No-Go für IBM-Mitarbeiter. Der Computerkonzern schreibt als erstes Unternehmen seinen Mitarbeitern vor wie sie sich in der virtuellen Welt zu verhalten haben.

Die legeren Zeiten sind vorbei. Ab jetzt heißt es bei IBM im Netz nur noch Anzug und Krawatte© OBS/Intersnack Vertriebs GmbH

Als vermutlich erstes Großunternehmen hat IBM einen Katalog von Regeln für das Verhalten in Second Life und anderen virtuellen Welten aufgestellt. Zu den offiziellen Richtlinien gehört die Mahnung, auf eine schrille Gestaltung des eigenen Avatars und seiner Kleidung zu verzichten. Insbesondere bei Begegnungen mit IBM-Kunden müsse sorgsam geprüft werden, ob das äußere Erscheinungsbild auch angemessen sei.

Wenn eine digitale Persönlichkeit für geschäftliche Zwecke von IBM zum Einsatz komme, sei darauf zu achten, dass diese nicht gegen die Verpflichtungen des Mitarbeiters verstoße, heißt es in den Regeln. An anderer Stelle wird ganz allgemein gefordert: "Be a good 3D Netizen!" (Seien Sie ein guter Bürger im 3D-Internet). Damit sollen peinliche Situationen und eine schlechte Presse vermieden werden. IBM-Mitarbeiter dürfen in Second Life keine anderen Personen diskriminieren oder belästigen und geistiges Eigentum des Konzerns nicht an Menschen weitergeben, die dazu nicht berechtigt sind.

Intel zieht in Sachen Online-Knigge nach

Die Regeln sollten zu einem ethischen Verhalten in einem Umfeld anleiten, in dem andere oft auf wüste Weise ihre Phantasien auslebten, erklärte die für 3D-Internet-Initiativen zuständige IBM-Managerin Sandy Kearney. Es wird geschätzt, dass etwa 5.000 IBM-Mitarbeiter eine virtuelle Identität in Second Life und anderen Welten wie Entropia, Forterra oder there.com führen. Auch Intel bereitet seine Mitarbeiter auf Auftritte in Second Life vor und will dazu nach Angaben einer Sprecherin freiwillige Kurse anbieten. Auch der Chip-Konzern Intel arbeitet an einer Broschüre mit Verhaltensregeln für seine Mitarbeiter, die in virtuellen Welten Geschäfte machen und hat sich kürzlich auch den Firmennamen als Nachnamen von Second-Life-Avataren schützen lassen.

Unternehmen fühlen sich in Second Life und ähnlichen Online-Welten immer mehr zu Hause. Große Firmen nutzen die virtuellen Communities, um Meetings ihrer Mitarbeiter abzuhalten oder Kontakt zu Kunden aufzunehmen.

AP
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
Freaker (01.08.2007, 13:00 Uhr)
@Inslot
du hast das nicht kapiert, es geht hier um die konferenzen und das knüpfen von kundenkontakten. Wenn die Mitarbeiter zu Geschäftszwecken in SL drin sind. Privat können sie machen was sie wollen. ich finds ne gute idee. ist ja ibm´s sache ob das das was bringt oder nicht... wenn ich mit meiner firma in SL wäre, würde ich das auch machen. Schließlich will ich nicht kunden "digital" mit ´punkfrisur begegnen ...
TMIGH (01.08.2007, 12:03 Uhr)
??
Zitat: Unternehmen fühlen sich in Second Life und ähnlichen Online-Welten immer mehr zu Hause.
----------------
Gerade das Gegenteil ist der Fall. Der Hype um SL ist momentan vorbei, und ein Großteil der Unternehmen zieht sich wieder zurück.
insLot (01.08.2007, 11:34 Uhr)
ehrlich gesagt
Geht die Freizeit einen Konzern einen mit verlaub bemerkt Scheißdreck an! Wo leben wir eigentlich!? Die Firmen bezahlen die Leute für ihre Arbeit, heißt Leistung und Gegenleistung. Aber Privat ist Privat!
S.H. (01.08.2007, 01:58 Uhr)
unheimlich
also ich bin ansich wirklich kein technik-scheuer Mensch, ich studiere sogar mit Schwerpunkt digitale Medien... aber dieses Second Life ist mir irgendwie unheimlich. Und ich werde es meiden so lange es geht. Scheint ja so, als MÜSSE man in absehbarer Zeit daran teilnehmen...
gelegenheitsposter (31.07.2007, 22:59 Uhr)
hätte mit das ....
.... jemand vor 10 Jahren berichtet hätte ich den Notarzt gerufen.
Satire ist ein Schlafmittel gegen diese Sorgen ....
derkleineRolf (31.07.2007, 22:22 Uhr)
Na,
wenn das unsere größten Sorgen sind... Auch virtuell immer ordentlich gewandet sein. Das schafft.Wenn es so einfach ist, den Weltfrieden herbeizuführen bin ich bereit ab sofort nur noch mit Krawatte vor dem PC zu sitzen.
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