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25. Oktober 2007, 14:23 Uhr

Mörderjagd in Second Life

Die am Mittwochabend in den USA ausgestrahlte Folge der Fernsehserie "CSI: New York" findet ihre Fortsetzung in der virtuellen Welt - und das Publikum ermittelt mit. Bis zum Februar 2008 haben die Detektive Zeit, den Mörder zu finden. Von Sven Stillich, London

Der Mörder ist immer noch auf freiem Fuß: Zuschauer dürfen nun bei einer Folge von "CSI: New York" virtuell ermitteln© Hersteller

Im amerikanischen Fernsehen ist der Abspann der aktuellen Folge von "CSI: New York" schon gelaufen, der Mörder jedoch noch auf freiem Fuß. Und das sogar in mehrfacher Hinsicht - denn er flüchtet dieses Mal nicht nur im Fernsehen vor den Ermittlern, sondern auch in den virtuellen Räumen des Internets: In der Folge "Down the Rabbit Hole" wird eine Bewohnerin von "Second Life" erst online bedroht und dann real umgebracht.

Detektiv Mac Taylor und seinem Team bleibt nichts anderes übrig, als in beiden Welten zu ermitteln. Die Detektive erstellen sich Avatare, ihre digitalen Stellvertreter, und beginnen, in "Second Life" nach dem Mörder zu suchen. Damit endet die Folge im Fernsehen - im Internet jedoch geht die Suche nun erst richtig los. Denn dort sind jetzt die durchschnittlich 15 Millionen "CSI: New York" -Zuschauer aufgerufen, selbst in "Second Life" auf Mörderjagd zu gehen.

Das beste aus zwei Welten

"So etwas hat es in dieser Größe noch nie gegeben", sagt Kevin Abt von der "Electrical Sheep Company" heute auf der "Virtual Worlds Conference" in London. Seine Firma hat für den Sender CBS die digitale "CSI"-Welt in "Second Life" programmiert - "ein Computerspiel für die virtuelle Welt", wie Kevin Abt sagt. In den kommenden sechs Monaten werden die Besucher immer neue Kriminalfälle lösen können, die Schauspieler der TV-Serie werden an den virtuellen Tatort kommen und Anthony E. Zuiker, der Erfinder von "CSI", wird in "Second Life" Vorträge halten.

Damit möglichst viele Anfänger ihren Weg in die 3D-Welt finden, gibt es von der "Electronic Sheep Company" sogar einen neuen "Second Life"-Browser namens "On Rez", der für PC und Mac unter viewer.rez.com zur Verfügung steht. Initiiert hat das Projekt der Sender CBS, unterstützt vom Netzwerkausrüster Cisco. Und der hat als Geldgeber auch eine Menge davon - der Fall ist in "Second Life" nämlich nicht zu lösen, ohne dass die Spieler Cisco in der virtuellen Welt besuchen. Dazu haben sie jedoch viele Monate Zeit - im Fernsehen weiterermittelt und der Fall abgeschlossen wird erst im Februar kommenden Jahres. Dann läuft endlich die zweite Folge der Episode.

Sven Stillich...

Sven Stillich... ... ist stern-Redakteur und Autor des Buches: "Second Life: Wie virtuelle Welten unser Leben verändern." (Ullstein, 224 Seiten, € 7,95)

Von Sven Stillich, London
 
 
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