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2. Juli 2007, 11:20 Uhr

Blecherne Gespräche mit dem iPhone

Das lang ersehnte iPhone von Apple steht in den USA in den Läden und - nervt mit vielen Mängeln. Immerhin dürfen Europäer hoffen, dass solche Kinderkrankheiten behoben werden, ehe das vielseitige Gerät Ende des Jahres hierzulande an den Start geht. Von Nikolas Klein

Jubelnd hält ein Käufer an der Fifth Avenue in New York das gerade erworbene iPhone in die Luft© Jeff Zelevansky/Reuters

Damit sich das Gerät mit dem PC verständigen kann, um Adressen, Musik, Videos und Bilder auszutauschen, benötigt es die neue Version der Apple-Software "iTunes". Die ist zwar kostenlos, muss aber erst aus dem Internet geladen und installiert werden. Macintosh-Nutzern steht obendrein die zeitraubende Prozedur bevor, das Betriebssystem ihres Rechners auf den neuesten Stand zu bringen. Erst dann lässt sich das schon vor dem Verkaufsstart am Freitag umjubelte, ungeduldig erwartete Mobilfunkgerät in Betrieb nehmen.

Das geschieht mit einem Druck auf den einzigen Knopf, den es auf der Vorderseite des Geräts gibt. Er dient zum Aufwecken des iPhones und Aufrufen des Hauptmenüs: Es genügt dann, Symbole leicht anzutippen, um das E-Mail-Programm aufzurufen, eine SMS zu schreiben oder das iPhone in einen iPod zu verwandeln - alles mit dem Finger. Andere Hersteller mögen bei ihren "Smart Phones" auf Plastikstifte setzen, damit vergleichsweise klobige Menschenhände auf den winzigen Bildschirmen winzige Grafiken anklicken können; Apple vertraut stattdessen auf die Macht

Das Wörterbuch nervt

Ein neues System namens "Multi-Touch" soll Fingertippen treffsicher genug machen, um schnell und schmerzlos Nachrichten zu verfassen. Das funktioniert nach kurzer Eingewöhnung auch recht gut - flinke Daumen dürften allerdings bei SMS auf herkömmlichen Telefontasten schneller sein, und für alle, die nicht nur auf Englisch schreiben, sind die Vorschläge des eingebauten Wörterbuchs, das dem iPhone zur Ergänzung und Kontrolle dient, eher lästig als hilfreich. Sie müssen ständig weggeklickt werden; andernfalls macht die Software etwa aus "ich" die Abkürzung "ICU" oder aus "siehe" das englische Wort "siege" (Belagerung).

Mit internationalem Verständnis hat es das Apple-Handy ohnehin nicht so, obwohl es als "Quadband"-Telefon auf vier Frequenzen funken kann und somit das Zeug zum Globetrotter hat. Doch die Tastatur, die auf dem Bildschirm eingeblendet wird, kennt keine internationalen Sonderzeichen, und auch Apples Partner AT&T kann wenig mit ihnen anfangen. Von deutschen "Grüßen" bleibt beim Empfänger in den USA nur Buchstabensalat übrig. Das iPhone in Amerika zu kaufen, um es in Deutschland einzusetzen, scheitert schon daran, dass die Aktivierung einen Service-Vertrag mit AT&T verlangt.

Das Laden von Webseiten strapaziert die Geduld

Alle iPhone-Verträge bieten unbegrenztes Surfen auf den Wellen des mobilen AT&T-Datennetzes für einen Aufschlag von 20 $ im Monat - das ist billiger als bei Konkurrenten wie Verizon und Sprint, allerdings strapazieren viele Webseiten beim Laden die Geduld, weil das AT&T-Netz recht behäbig arbeitet. Schneller geht es mit dem eingebauten drahtlosen Internetzugang mittels WLan. Theoretisch soll das iPhone nahtlos zwischen WLAN-Hotspots und AT&T-Netz hin und her wechseln. In der Praxis kann es vorkommen, dass das iPhone Probleme mit WLan-Anschlüssen nicht meldet und stillschweigend ausschließlich das AT&T-Netz nutzt.

Die große Stärke des iPhones ist seine Vielseitigkeit: Im einen Augenblick spielt es als Taschenkino oder MP3-Player Alleinunterhalter, im nächsten dient es als mobiles Büro. E-Mails lassen sich schnell und bequem verfassen und über diverse Anbieter verschicken, darunter Yahoo und Google. Auch angehängte PDF-Dateien werden angezeigt. Word- und Excel-Dateien sollten sich ebenfalls lesen (aber nicht bearbeiten) lassen - auch das klappt in der Praxis nicht immer. Der Safari-Browser funktioniert weit besser als bei ähnlichen Mobilgeräten gewohnt, weil er die Seiten exakt so anzeigen kann wie auf dem PC.

Tonqualität bleibt weiter unter Durchschnitt

Was fehlt, ist eine Unterstützung für die weit verbreiteten Flash-Animationen. Stattdessen bietet das iPhone YouTube-Videos und einen überaus praktischen digitalen Pfadfinder in Form von Google Maps: Selbst auf dem eher trägen AT&T-Netz findet die Software schnell Adressen, Geschäfte in der Nähe und Wegbeschreibungen zu anderen Orten. Unpraktisch dagegen, dass Kontakte im Adressbuch nur nach Vornamen sortiert werden und nicht nach Firmen, Titel oder Position durchsucht werden können. Ohnehin patzt das iPhone ausgerechnet bei der Funktion, der es seinen Namen verdankt: Die Tonqualität bleibt weit unter Durchschnitt; Gespräche klingen blechern und sind bei Umgebungslärm selbst mit voller Lautstärke schwer zu verstehen. Sprachnachrichten erinnern an schlechte Skype-Telefonate. Immerhin dürfen Europäer hoffen, dass solche Kinderkrankheiten behoben werden, ehe das iPhone Ende des Jahres hierzulande an den Start geht - Warten kann auch Vorteile haben.

Über genaue Verkaufszahlen schwiegen sich die Firmen zunächst aus, doch vielerorts war das Gerät, das mit einem Zweijahresvertrag mindestens 500 $ kostet, binnen Stunden ausverkauft. Die nächsten Wochen müssen zeigen, ob die Nachfrage anhält und iPod-Erfinder Apple einen zweiten Hit geschafft hat. Das Unternehmen peilt bis Ende 2008 zehn Millionen verkaufte iPhones an.

Von Nikolas Klein
 
 
KOMMENTARE (10 von 12)
 
Ysanne (05.07.2007, 01:58 Uhr)
Klar screne...
Unqualifiziertes Jammern nicht toll zu finden ist also Sektierertum? Super Menschenkenner... rate mal mein OS. ;)
Warum Apple gerade mit AT&T zusammengeht -- das wäre ein guter Kritikpunkt gewesen. Fehlende Internationalisierung bzw eventuelle Nicht-Abschaltbarkeit der Rechtschreibhilfe -- auch einer. Aber zu solch tiefer Analyse ist der Autor nicht fähig. Es knackst -- das Handy ist schuld. Die Eingabehilfe ist nicht per default auf deutsch gestellt (wäre auch bei jedem anderen US-Handy erstmal englisch) -- das Handy ist schuld. Und wenn es dann den Krebs nicht heilt und kein perfekter Dolmetscher ins Japanische ist, ist auch das Handy schuld. Nicht die vollkommen falschen Erwartungen, die dann das böse Handy enttäuscht hat.
Telefonieren tut's. In der Sprache des Verkaufslandes funktioniert auch SMSen. Es hat einen hübschen Bildschirm und es surft wie ein nett zu bedienender Mini-PDA. Wer was anderes will, soll was anderes nehmen. Das AT&T Netz kommt jedenfalls zum Glück im deutschen Release sicher nicht mit.
screne (03.07.2007, 12:00 Uhr)
@Ysanne: Locker-flockig auf dem Sektentrip
Der AT&T-Vertrag gehört zum Produkt "iPhone". Wenn das nicht so wäre, würde das Handy sicher nicht ausschließlich an diesen Anbieter gekettet werden. Insofern darf man sich schon fragen, warum ein Produkt bestehend aus iPhone und AT&T-Vertrag es nicht schafft, simple deutsche Umlaute oder andere sprachspezifische Zeichen darzustellen oder warum es Apple wohl nicht gekümmert hat, dass die Sprachqualität des Anbieters, den man seinen Kunden vorsetzt, minderwertig ist. Und das, wo doch das iPhone AIDS und Krebs heilt... LOL. In den USA leben schließlich nicht nur Menschen, die ausschließlich auf englisch kommunizieren.
Ysanne (03.07.2007, 09:52 Uhr)
Was für'n DAU-Artikel
Hat etwa das Niveau der Klagen über die Schlechtigkeit von Windows, festgemacht daran dass man selbst nicht in der Lage ist, mit Word umzugehen...
Die Tonqualität ist AT&T-bedingt. Die Downloadgeschwindigkeit auch. Und dass das Teil in einigen Gebieten keinen Empfang hat, weil da das AT&T-Netz noch nicht ausgebaut ist, ist auch nicht die Schuld des iPhone. Das sollte selbst ein Financial Times Redakteur kapieren.
Auch sollte der vielleicht schon mal versucht haben, von einem in Deutschland gekauften, für deutsche Sprache angepassten Handy im Ausland eine SMS mit Umlauten zu verschicken -- am dürftigen Ergebnis sieht man wieder, dass da offenbar Provider-bedingte Probleme auftauchen. Überhaupt ist das Gejammer über die fehlende deutsche Sprachunterstützung bei einem Gerät, das bisher bewusst, absichtlich und ausschliesslich nur für den US-Markt verfügbar ist, einer der dümmstmöglichen Kritikpunkte überhaupt.
Da könnte man gleich damit kommen, dass das hier deshalb ein ganz blöder Artikel ist, weil ihn Analphabeten, die ausschliesslich Kisuaheli sprechen, nicht lesen können...
Lynx2 (02.07.2007, 21:10 Uhr)
Dau?
Ich benutze seit Jahren DOS, ATARI, Windowsrechner. Ich kann leidlich damit umgehen und keiner stürzt unverhältnismässig oft ab. Alle funktionieren, nur... der Mac eben besser. Und teurer war er auch nicht. Word und Co, da verzichte ich gerne drauf, dafür gibt es Open Source Software (da bleibt mehr Geld für anderes.. ) Ein Handy brauch ich gar nicht, da ich noch selbst Entscheidungen treffen kann und meine Privatsphäre liebe. Da ändert auch ein iPhone nichts dran..... .
MarkusMcFly (02.07.2007, 16:21 Uhr)
zeitraubend
Allein die Feststellung-Zitat: "Macintosh-Nutzern steht obendrein die zeitraubende Prozedur bevor, das Betriebssystem ihres Rechners auf den neuesten Stand zu bringen. " ist tendenziös. Wer sein Betriebssystem nicht selber auf dem aktuellsten Stand hält, ist selber schuld. Ausserdem habe ich diese "Prozedur" nie als zeitraubend empfunden. Diese Vokabel kenne ich nur im Zusammenhang mit anderen Betriebssystemen.
bluesshoe (02.07.2007, 15:01 Uhr)
Hey, kommt mal wieder auf den Teppich!
Hey Leute, kommt mal wieder auf den Teppich!
Donnie hat in soweit recht, das der Artikel einfach sehr schlecht recherchiert und geschrieben ist, denn viele der im Artikel geschriebenen Argumente beruhen auf Unkenntnis!
Ich selber bin seit 1985 in der EDV-Branche tätig und erst die letzten 2 Jahre befindet sich AUCH ein Mac in meinem Haushalt. Und der Mac versteht sich ganz hervorragend mit den schon vorher vorhandenen Windows Maschinen!
Vieleicht sollten sich die Leute hier auch mal ein Beispiel daran nehmen....
;)
Grüße aus Bremen, Joachim
manndernichtdaist (02.07.2007, 14:20 Uhr)
@donnie_kalibo
Gutes Argument!
Nur leider gibt es einen Haken. Der Computer ist immer so schlau wie der User der davor sitzt.
Argument "DAU": Klar, ein DAU darf Apple kaufen, da funktioniert gleich alles.
Bei allen Windows und Linux Rechnern ist es ja so, dass am Anfang nie etwas funktioniert.... -.-
Sind wir wieder beim oberen Argument: Der PC ist immer so schlau wie der User der davor sitzt.
Also Fazit: (Und sie geben es ja zu)
Die dummen Menschen kaufen Apple,
der Rest der Menschheit Rechner die funktionieren, aber billiger sind.
Taifun (02.07.2007, 13:24 Uhr)
@donnie_kalibo
gut das Sie anbringen, das die Ziegruppe von Apple DAUs sind ;-)
Wie sonst soll man sich erklären, das Leute sich einen MacPro für ca. 3000 € kaufen, wärhend man einen fast identisches Notebook für ca. 2/3 des Preises bekommen kann? Wer den Namen und das Design braucht......
Übrigens: mein Rechner ist mir in den letzten 2 Jahren nur 2x abgestürzt - noch Fragen?
donnie_kalibo (02.07.2007, 13:18 Uhr)
Heavy Apple-Bashing? Wie billig...
Schon witzig, auf Stern.de Artikel zu lesen, die der Stern bei anderen Redaktionen einfach als Waschzettel abholt und nicht mal wirklich zu prüfen scheint. Da ist die hanseatische Konkurrenz vom Spiegel schon besser: die kaufen eines, probieren es aus und stellen fest, daß der Klang von der dürftigen Qualität der überalterten At&t-Netze abhängt und daß der Rest in der Praxis doch gut zu funktionieren scheint. Natürlich fehlen einige Merkmale wie Umts. Dumm soweit...
Dennoch: im Ggs. zu meinem skandinavischen 61er wird die Software und das Betriebssystem und alles dazugehörige problemlos funktionieren - und bei Updates der Sync-Software eben nicht alles zerschießen, sodaß man die Software wieder downgraden muss...
Sei es wie es sei. Es gibt eben nur 2 Gruppen von Kunden: die einen hassen Applerechner - die anderen lieben sie.
Ob man nun ein iPhone braucht oder die freche Bindung an einen Provider hinnimmt, ist jedem selbst überlassen. Den Unsinn mache ich nicht.
Einen Vorteil haben die Äpfel gegenüber den Dosen auf jeden Fall: ein ganz normaler DAU kauft sich einen Apple, schaltet ihn ein - und alles funktioniert. Ohne Probleme. Ohne Ärger. Das ist einfach so. Und das ist toll !
Meine beiden Apples, MacBook G4 und das aktuelle Mbp laufen jetzt zusammen 5 Jahre lang, jeden Tag, 12h fast ohne Unterbrechung durch, danach auf Standby. Im Dtp-, Videoschnitt und Bildbearbeitungsbereich. Und soll ich, ohne zu lügen, eine Tatsache verbreiten ? Die sind zusammen in der Zeit exakt 4x abgeschmiert - ansonsten NIE. Und das bei Dateigrößen von teilweise 100mb pro Bild und aufwendigen Renderoperationen...
Wenn mir dann noch ein Kunde zuruft: "Hey, Sie haben aber einen schicken Rechner" kann ich mir innerlich grinsend denken "Ja, stimmt - und der funktioniert sogar...!"
Äpfel sind teurer. Äpfel bekommen bisweilen eine nervtötende Werbung zugehyped. Aber sie funktionieren - und sehen gut aus - und sind gut verarbeitet und keine Plastebomber.
Aber manche Jungs sind eben noch in ihrer präpubertären Bastelphase steckengeblieben und wollen was zum schrauben, stecken und spielen: Dosen eben...
bluesshoe (02.07.2007, 13:06 Uhr)
Muss das Bashing sein?
Sorry Nikolas Klein, aber die Qualität dieses Artikels geht einher mit der Unkenntnis, mit der er geschrieben wurde.
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