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2. Januar 2009, 18:36 Uhr

Schnurlose Ladenhüter

Handys sind cool, schick und können viel. Festnetztelefone sind im besten Fall praktisch. Die schnurlosen Geräte für zu Hause fristen ein Schattendasein. Einige besonders alte Exemplare dürfen in diesem Jahr nicht mehr benutzt werden. Von Björn Maatz

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Die Gigaset-Serie von Siemens ist ein Klassiker unter den Dect-Telefonen© Hersteller

Der Markt für Schnurlostelefone kommt nicht in Schwung. Während weltweit der Absatz von Handys floriert, fristen die drahtlosen Verwandten im Festnetzbereich ein Schattendasein.

In Nordamerika dürfte der Markt in den kommenden fünf Jahren schrumpfen, in Westeuropa stagnieren, prognostiziert das britische Marktforschungsunternehmen MZA. Das Wachstum in Osteuropa, dem Nahen Osten oder Lateinamerika dürfte den Negativtrend kaum wettmachen, heißt es in der Analyse. Bereits im vergangenen Jahr wurden mit 117 Millionen Schnurlostelefonen fünf Millionen weniger verkauft als noch im Vorjahr. Große Innovationsschübe wie etwa bei Handys seien nicht zu erwarten, so die MZA-Experten.

Für ein Schnurlostelefon mit vergleichbarer Ausstattung wie ein hochwertiges Handy müssten die Nutzer bis zu 500 Euro zahlen. Tatsächlich gibt es aber kaum ein Schnurlostelefon am Markt, das mehr als 200 Euro kostet. Den Marktforschern der GfK zufolge liegt der Durchschnittspreis bei 56 Euro.

Zudem sei der Grad der Personalisierung und Individualisierung bei Handys höher. "Es ist schick, man trägt es mit sich herum und zeigt es anderen", sagte Yildirim. Zwar gibt es auch für den Hausgebrauch Schnurlostelefone mit Funktionen, mit denen sich etwa Ebay-Auktionen verfolgen lassen. Doch viel wichtiger sind laut Yildirim gute Sprachqualität, ein großes Display und eine einfache Menüführung. Auch strahlungsarme und energieeffiziente Geräte rückten zunehmend in den Fokus.

"Der Markt ist gereifter"

"Der Markt für Schnurlostelefone ist älter und gereifter als der für Handys", begründete ein Philips-Sprecher die vergleichsweise flache Innovationskurve. Die GfK führt das geringe Umsatzvolumen als Hauptgrund für die fehlende Innovationsfreude an. In Deutschland würden dieses Jahr acht Millionen Schnurlostelefone mit dem meistverbreiteten Standard Digital Enhanced Cordless Telecommunications (Dect) verkauft, jedoch viermal so viele Handys. "Da ist die Budgetverteilung offensichtlich", sagte GfK-Analyst Matthias Hickl.

Außerdem fordere der Kunde Innovationen bei Schnurlostelefonen nicht so stark ein wie bei den Handys. So liege etwa der Anteil von monochromen, also nur grünen oder orangefarbenen, Displays noch immer bei rund zwei Drittel aller in Deutschland verkauften Schnurlostelefone. Bei Mobiltelefonen liege dieser Anteil lediglich bei zehn Prozent.

Die Technik hinter den Schnurlostelefonen gleicht sich bei allen Produzenten zunehmend an: Der Anteil von Dect am weltweiten Markt wird laut den Analysten von MZA von 47 Prozent im vergangenen Jahr bis 2011 auf 80 Prozent steigen. Dect wurde bereits Anfang der 90er-Jahre in Europa als Standard für Schnurlostelefone festgelegt und deckt den europäischen Markt zu fast 100 Prozent ab. Die Vorgänger-Standards CT1+ und CT2 werden zum Jahresende in Deutschland verboten. Dect gilt als weniger störanfällig und setzt sich auch in anderen Regionen durch. Das Geschäft mit Schnurlostelefonen gilt bei vielen Marktteilnehmern als stabil. Das Segment sei profitabel und keinen zyklischen Schwankungen ausgesetzt, heißt es bei Philips.

Von Björn Maatz
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
Eisenbaer (04.01.2009, 12:03 Uhr)
Beim Mobilfunkanbieter....
...gibt es alle zwei Jahre ein neues Handy, das heißt man kann eines nehmen, wenn man denn möchte. Zu einem Festnetzanschluss muss man sich selbst ein Telefon besorgen. Und was der Mensch selbst bezahlt ist scheinbar viel wertvoller. Dass er auch das ggf. abgelehnte Handy über verdeckte Kosten selbst bezahlt hat, ist dem Mobilfunkteilnehmer so meist gar nicht bewusst...

Der deutsche Konsument ist doch sonst so "mündig", warum aber fällt ihm so gar nicht auf, dass er SELBST seinen zweijährigen Handywechsel über seine Teilnehmergebühren "subventioniert"????
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