High-Tech-Androide mit Sprachproblemen

30. Mai 2012, 09:00 Uhr

Das Galaxy S3 steht in den Läden. Samsung preist sein Android-Handy als schnell und vor allem schlau an. Wir haben das Spitzenmodell getestet - mit leichten Verständigungsproblemen. Von Christoph Fröhlich

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Das Samsung Galaxy S3: Das High-Tech-Handy überzeugt durch eine sensationelle Ausstattung.

Es kann denken, sehen, zuhören und reagieren: Das Galaxy S3, das neue Smartphone-Spitzenmodell, soll die Wünsche seiner Nutzer erfüllen können, indem es wie sie handelt - das zumindest verspricht Samsung. Das Telefon wurde "für Menschen entworfen", doch das liegt auf den ersten Blick nicht auf der Hand: Mit einem 4,8-Zoll-Display ist das Gerät sehr groß und alles andere als hosentaschenfreundlich, und dort dürften wohl mehr als 90 Prozent der Geräte ihr Dasein fristen. Legt man das Samsung-Flaggschiff auf ein iPhone 4S, wird der Unterschied noch deutlicher: Allein das Display ist fast so groß wie das gesamte iPhone. Für Menschen mit kleinen Fingern ist das Handy somit nur bedingt zu empfehlen.

Polycarbonat statt Plastik

Auch die Hülle des Handys ist nicht jedermanns Geschmack: Statt edlem Metall oder Keramik, wie im Vorfeld vermutet, nutzt Samsung für die Geräterückseite Polycarbonat. Das sieht aus wie Plastik, fühlt sich auch so an - ist in der Verarbeitung aber wesentlich hochwertiger, verspricht der Hersteller. Im Gegensatz zu schnödem Plastik sei das Material wesentlich leichter und stabiler. Auf der Waage bringt das Pluspunkte: 132 Gramm für ein derart großes Handy sind sehr gut, zudem liegt das Gerät trotz der Größe bequem in der Hand. Das kompaktere iPhone 4S ist mit 140 Gramm sogar etwas schwerer, besteht dafür aber auch aus Aluminium und Glas.

Doch ganz überzeugen kann der Werkstoff nicht: Beim Öffnen der Rückseite bleibt die Angst, die Abdeckung zu verbiegen oder gar zu zerbrechen. Vielleicht ist diese Sorge unbegründet - allzu oft sollte man das Handy vielleicht trotzdem nicht öffnen. Wie es besser geht, zeigt HTC beim One X: Das Gerät ist ähnlich groß wie das Galaxy, fühlt sich aber wertiger an. Doch letztlich zählen die inneren Werte. Und die sind beim Galaxy S3 mehr als überzeugend.

Außen pfui, innen hui

Vollgestopft mit modernster Technik gewinnt das Samsung-Handy im Moment jede Leistungsschau. In Belastungstests verweist das Galaxy das iPhone 4S und die übrigen Rivalen auf die Plätze. Das Display mit HD-ready-Auflösung wird von einem Vierkernprozessor mit jeweils 1,4 Gigahertz angetrieben. Der bis zu 32 Gigabyte große interne Speicher lässt sich mit einer MicroSD-Karte um weitere 64 Gigabyte aufstocken. Das ist auch nötig, denn das Testexemplar mit 16 Gigabyte bietet dem Nutzer in der Werkseinstellung nur etwas über 11 Gigabyte Speicherplatz. Mit Spielen und HD-Filmen stößt man damit schnell an Grenzen. Mit Zusatzkarte schafft man es aber auf knapp 100 Gigabyte, weit mehr als das iPhone, dass es maximal auf 64 bringt. Und: Samsung spendiert seinen Nutzern weitere 50 Gigabyte Dropbox-Speicher für volle zwei Jahre, um Dateien in der Cloud zu lagern - wenn man denn möchte.

Die Acht-Megapixel-Kamera auf der Rückseite gehört zu einer der besten in einem Android-Handy, die Frontkamera ermöglicht HD-Videotelefonie. Der Akku setzt mit 2100 Milliamperestunden (mAh) zwar keine neue Bestmarke, im Vergleich zum Galaxy S2 (1650 mAh) ist er aber weitaus besser bestückt. Und: Im Gegensatz zum Großteil der Konkurrenz - wie etwa dem HTC One X oder dem iPhone 4S - ist die Batterie auswechselbar. Ein Segen für jeden Reisenden.

"Near Field Communication", kurz NFC, ist selbstverständlich auch an Bord. Damit ist das Handy für die Zukunft gerüstet und dient unter anderem als digitale Geldbörse. Dank der in Android 4.0 implementierten Funktion "Beam" können Daten kabellos ausgetauscht werden. In unserem Praxistest hat das aber nicht funktioniert: Zwar haben sich die Geräte gegenseitig erkannt, die Datei wurde trotzdem nicht verschickt. Welches der beiden Geräte den Funkverkehr behinderte, konnten wir aber nicht genau ermitteln.

Kein LTE, dafür guter Klang

Das einzige echte Manko: LTE sucht man beim deutschen Galaxy S3, wie auch beim iPad 3, vergebens. Ultraschnelles mobiles Surfen ist damit hierzulande nicht möglich.

Ein großer Pluspunkt, der in Zeiten von Apps und Megapixel-Wahn häufig unter den Tisch fällt: Die Gesprächsqualität beim Galaxy S3 ist sehr gut. Wer mit seinem Smartphone nicht nur spielt, sondern auch noch telefoniert, dürfte mit dem Samsung-Handy gut beraten sein. Sowohl die Lautsprecher als auch das Mikrofon leisten einen guten Job.

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