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26. Juni 2005, 11:54 Uhr

Du sollst das Handy schmeißen, nicht werfen

Bevor die ersten Telefone flogen, musste ein Rechtstreit beigelegt werden: Aus "Deutschen Meisterschaften im Handyweitwurf" wurde "Handyschmeißen nach finnischen Regeln". Einen Sieger gab es aber auch noch.

Auf die Technik kommt es an© Oliver Krato/DPA

Eigentlich hat Thomas Chedor nichts gegen Handys, aber nachdem er wegen einer Krankheit nicht mehr Speerwerfen kann, hat der 36-jährige Sauerländer am Samstag eben mal ein Mobiltelefon in die Luft geschleudert. Und das mit Erfolg: Chedor ist nun deutscher Meister im "Handy-Schmeißen". Mit 77 Metern konnte er sich in Bielefeld gegen 50 andere Werfer durchsetzen und darf nun zur Weltmeisterschaft im August in Finnland.

Die Gewinner des "Freestyle"-Teamwettbewerbs, drei Bielefelder, grillten die alten Mobiltelefone zuerst, um dann feststellen zu müssen: "Die schmecken nicht." Die Performance punktete, und Michael Juling, Joachim Nelsbach und Kay Sallach traten in Uniform, als Bauarbeiter sowie mit Silberperücke an die Wurflinie. Auch sie gewannen die Reise mit der Fähre ins finnische Savonlinna zur Weltmeisterschaft.

Die Finnin Virpi Staar, "Nordic Walking"-Trainerin, hörte im vergangenen Jahr von der neuen Sportart ihrer Landsleute und importierte diese nach Bielefeld: "Die Finnen sind manchmal etwas verrückt." Staar erhielt die Erlaubnis der finnischen Weltmeisterschaft, die deutsche Qualifikation auszurichten.

Streit um Namensrechte

Die musste sie allerdings "Handy-Schmeißen nach finnischen Regeln" nennen, denn nach einem Rechtsstreit beanspruchte der "Internationale Verband der Handywerfer" den Namen "Handywerfen" für sich. Er richtet im August eine Europameisterschaft im sächsischen Kamenz aus.

Erfinderin des Handy-Weitwurfs ist nach eigenen Angaben Christine Lund, die Gründerin der finnischen Weltmeisterschaft. Weitere Qualifikationen sollen nun auch in Großbritannien, Israel, Norwegen, Österreich, Russland und der Schweiz laufen. Lund achtete am Samstag unter anderem auf den ordnungsgemäßen Wurf mit den rund 80 ausrangierten Geräten. Nicht selten wurde sie hierbei unterbrochen - vom Klingeln ihres Handys.

Johannes Wagemann/DPA
 
 
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