. .

Ratgeber Ernährung

Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
Ratgeber Ernährung

5. Juni 2009, 12:54 Uhr

Analogkäse als Hoffnungsträger

Viele Verbraucher fühlen sich genarrt. Statt Käse aus Kuhmilch wird ihnen oft ein Imitat, sogenannter Analogkäse, untergejubelt. Allerdings ist längst nicht jeder empört. Veganer, Laktoseintolerante und Milcheiweißallergiker setzen Hoffnung in die Fälschung - zum Teil zu Recht. Von Britta Hesener

Analogkäse, Käseimität, Lebensmittel

Analogkäse sieht zwar aus wie echter Käse, besteht aber im Wesentlichen aus Pflanzenfett, Wasser und Milcheiweiß© Colourbox

Was in Bäckereien und Imbissen zum Überbacken genutzt wird, ist nicht immer echter Käse. Auf Pizzen oder Brötchen findet sich auch so genannter Analogkäse. Der ist nichts anderes als eine Mischung aus Pflanzenfett, Wasser und Milcheiweiß, der zum Teil Schmelzsalze, Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe und Farbstoffe zugesetzt werden.

Das Käse-Imitat liegt im Supermarktregal unter Namen wie "Gastromix", "Streufertiger Backbelag" oder "Pizza-Mix" neben echten Streukäse-Produkten - und tut so, als gehöre es dazu. Illegal ist es nicht, wenn erst der Blick auf die Zutatenliste verrät, dass das Lebensmittel wenig mit Kuhmilch zu tun hat. Trotzdem empören sich viele Verbraucher. Allerdings hoffen einige auch auf ein breites Analogkäse-Angebot im Handel. Milcheiweißallergiker und Veganer äußern sich in Internetforen positiv zum Imitat. Auch Menschen, die unter Laktose-Intoleranz leiden, also keinen Milchzucker vertragen, könnten von Analogkäse profitieren. Sie hoffen, einen milchfreien Käse-Ersatz gefunden zu haben, der geschmacklich mit dem Original mithält.

Veganer sollten vorsichtig sein

Zwar fehlen im Imitat oft Calcium, Kalium und die fettlöslichen Vitamine A, D und K. Doch wer Käse wegen seines Geschmacks und nicht wegen seiner Zutaten essen möchte, wird darauf verzichten können.

Das größere Problem: Für Veganer, die tierische Produkte und Zusatzstoffe in jeder Form ablehnen, sind die Imitate meist keine Alternative. Die von der Verbraucherzentrale Hamburg aufgelisteten Analogkäse-Sorten enthalten neben Pflanzenfett auch Milcheiweiß, ein tierisches Produkt. Daher sind sie nicht vegan. Laut der Verbraucherzentrale haben die Kunstkäse jedoch verschiedene Rezepturen. Dass es darunter auch rein pflanzliche gebe, sei nicht auszuschließen. Dies sei noch nicht genauer untersucht worden.

Auch das Streukäse-Imitat "Gastromix", das in Metro-Filialen erhältlich ist, kann die Hoffnungen nicht erfüllen. Es hatte unter Veganern zum Teil für Verwirrung gesorgt. In der Zutatenliste taucht der Begriff "Milcheiweiß" nicht auf. Die Hersteller hat zudem eine Pressemitteilung herausgegeben, in der er seine Produkte als vegan anpreist. Auf stern.de-Anfrage bestätigte das Unternehmen jedoch, dass dies auf den "Gastromix" nicht zutreffe. Er enthält laut Zutatenliste Labkasein, ein Milcheiweiß. Mopro-Consulting plant jedoch, ein veganes Produkt auf den Markt zu bringen. Die Firma würde momentan laut Geschäftsführer Marcel Waltner Gespräche mit "namhaften Lebensmitteleinzelhändlern" führen.

Laktoseintolerante dürfen zugreifen

Anders als Veganer können laktoseintolerante Käseliebhaber das Imitat essen - solange kein Milchzucker auf der Zutatenliste auftaucht. "Wenn Laktose zugefügt wurde, muss dies deklariert werden", sagt Ernährungstherapeutin Imke Reese. Das enthaltene Milcheiweiß könne zwar mit Laktose verunreinigt sein, doch dies sei für Laktoseintolerante in der Regel unproblematisch, versichern sowohl Imke Reese als auch Julia Weißkirchen, Ernährungsexpertin beim Deutschen Allergie- und Asthmabund. Allerdings können Laktoseintolerante laut Imke Reese durchaus auch echten Käse essen. Sie empfiehlt gut durchgereifte, denn im Zuge der Reifung werde die Laktose abgebaut. Mozzarella, Schmelzkäse, Frischkäse und extrem junger Käse könnten hingegen relativ hohe Mengen Milchzucker enthalten.

Milcheiweiß-Allergiker sollten das Käse-Imitat hingegen meiden. Selbst kleinste Spuren von Milcheiweiß können Beschwerden auslösen. Imke Reese empfiehlt den Allergikern darum, nicht nur auf echten, sondern auch auf Analogkäse komplett zu verzichten.

Der Analogkäse kann für manche also durchaus von Vorteil sein. Um sein Image zu verbessern, würde nur eines helfen: eine transparente Deklaration. Die Anbieter müssten ihn als Imitat outen. Dann könnte das Imitat im Supermarkt beispielsweise direkt bei den laktosefreien Milchprodukten einsortiert werden - statt bei den echten Käsesorten.

Von Britta Hesener
 
 
KOMMENTARE (10 von 16)
 
LaoLu (06.06.2009, 00:19 Uhr)
Liebe Maria,
Sie haben sich also entschieden, kein Teil von einem toten Tier zu essen.
Schön.
Wenn Sie nun aber darlegen, wie sehr Menschen, die diesbezüglich ein andere Entscheidung getroffen haben, Sie anwidern, dann sagt das etwas über Sie aus.
Es macht Sie nicht unbedingt sympathischer.
Maria1000 (05.06.2009, 15:42 Uhr)
@picatd95: Also, im Supermarkt oder gar Discounter finden Sie KAUM
tatsächlich VEGETARISCHES - geschweige denn VEEGANES -a cuh wenns so deklariert ist!
Wenn Sie sichergehen wollen, NUR im Bioladen oder Bio-Supermarkt, dort ist es WIRKLICH vegan, wenn vegan draufsteht!
Ich hasse ja diese militanten Veganer-Foren, aber dort erhält man sehr gute INFOS zu dieser Tatsache - einfach mal gogglen!
Auch der Gemüseburger bei McDoof ist z.B. NICHT vegetarisch!
"Gelatine", um nur 1 Beispiel zu nennen, muss nicht und wird in "normalen" Supermärkten+ALDI auch NICHT DEKLARIERT! Es kann also TROTZDEM drin sein, auch wenn keine auf der Zutatenliste steht...auch versteckt sich viel Tierisches/Fleischbrühe/Tiertalg hinter E-Nummern!
Für michdsind die Lebensmittelfirmen DOOF, dass sie nicht richtig deklarieren, es würden sicher dann MEHR Veganer und Vegetarier mit wenig Einkommen ausserhalb von Bioläden einkaufen, wenn sie sichergehen koennten, dass es WIRKLICH vegan/vegetarisch ist!
ZITAT: "...picatd95 (5.6.2009, 13:12 Uhr)
Ampel für andere Zwecke nutzen
Bei jedem Einkauf muss ich (Vegetarier) die mitunter in Mikroschrift geschriebenen Zutatenlisten durchlesen. Meist entdeckt man Gelatine in Produkten wo man es nie vermutet hätte (z.B. im Tzatziki von Aldi). Hier würde sich ein Ampelsystem (grün=vegan, gelb=vegetarisch und rot=nichtvegetarisch) anbieten. Den Analogkäse würde ich durchaus kaufen, da bei echtem Käse meist nicht dransteht ob mikrobielles Lab benutzt wurde oder nicht. Aber die Einführung von Analogkäse durch die Hintertür ist natürlich nicht die feine Art der Lebensmittelindustrie.
Maria1000 (05.06.2009, 15:36 Uhr)
hq: Die weitaus MEISTEN Veganer und Vegetarierer wollen NICHT, dass
etwas wie "Fleisch" schmeckt! Aber es gibt einige wenige, die nur aufgrund des TIERLEIDS nichts vom Tier essen möchten oder aus gesundheitlichen Gründen kein Tier-Fleisch und Tierisches mehr essen möchten, und die greifen wohl auch zu den "Fleischersatzstoffen", die übrignes genfrei und in keinster Weise "ungesund" sind! Ganz im Gegenteil! Sehr gut bei Gicht, hohem Cholesterinspielgel, etc...
Ich selbst bin übrigens "nur" Ovolaktovegetarier...die ersten 10-15 Jahre als Vegetarierer (ichj wurde es mir ca 25 Jahren, vorher ass ich Fleisch etc) hatte ich null Lust auf "vegetarishe Schnitzel" und ähnliches, aber inzwischen esse ich die, ganz einfach weil es die eh nur als "Weizenschnitzel" sehe und ehrlich gesagt mich gar nicht mehr errinnern kann, WIE genau Fleischschnitzel schmeckte vor 30 Jahren...(ein Bestandteil der "EDEN-Schnitzel im Reformhaus z.B. ist hydrolysiertes Weizeneiweiss, Struktur ist so "faserig" wie bei Tierfleisch, kein grosser Unterschied zu Tierfleisch geschmnacklich)
Maria1000 (05.06.2009, 15:31 Uhr)
guzzimann, ihr eFrau ist KEINE Vegtarierin! Vegetasrier essen
KEIN totes Tier oder dessen Bestandteile!
Wenn Sie Fisch isst ,ist sie ganz "normale" Esserin!
Wie mich solche Leute anwidern...
Soso, Veganer sind also "Verbrecher"!? Eher wohl SIE als Fleishcesser und Ihre Frau, denn SIE verursachen all das TIERLEID und ide Tierquälerien und die Zerstörung der Landschaft mit Ihrem Essverhalten!
Maria1000 (05.06.2009, 15:29 Uhr)
Sagte ich doch, einfach richtig deklarieren und schon ist eine
neue zusätzliche ZIELGRUPPE eröffnet! (allerdings nur, wenn auch der REST der Ware frei von jeglichen tierischen Bestandteilen (= vegan) oder frei von Bestandteilen vom TOTEN Tier (=vegetarisch) ist!
Ich wäre FROH, wenn es endlich mal einen LECKER SCHMECKENDEN Käseersatz für Veganer gäbe!
guzziman (05.06.2009, 15:19 Uhr)
Meine Frau ist
Vegetarierin, ich bin Fleischesser und das klappt hervorragend. Veganer allerdings sind militante Verbrecher, auf die man generell nicht eingehen sollte.
Ich esse auch oft mit meiner Frau vegetarisch, und meine Frau isst auch Fisch und Eier. Ein gewisses Maß an tierischen Fetten und Eiweiß braucht der Mensch.
Veganer habe ich kennengelernt, nein Danke, die sind absolut intolerant und militant. Freaks eben!
Der Analog-Käse geht in Ordnung, wie es in einigen Kommentaren schon geschrieben wurde.
Josh67 (05.06.2009, 15:12 Uhr)
Propaganda
mir scheint hier wird Propaganda für das "Rattengift" das Nahrungsmittel genannt wird gemacht wird.
Es ist einfach unglaublich, wenn die Regierung ein Rauchverbot einführt und die Lebensmittelindustrie aber weiterhin mit gefälschten Etiketten uns vergiften darf!!!
Schwaebin (05.06.2009, 15:02 Uhr)
Jedem das Seine
Es geht ja nicht darum, dass diese Produkte nicht mehr verkauft werden sollen. Sondern es muss schlicht und einfach deutlich deklariert werden, dass dieser Käse nicht aus Kuhmilch hergestellt wird.
Und eben das ist im Moment das Problem.
JosefG (05.06.2009, 15:00 Uhr)
Digital-Käse
Was macht man mit etwas, das man nicht mehr in den Gully kippen darf, sondern teuer entsorgen muss?
Genau, man engagiert ein Bataillon Lebensmittel-Chemiker, die das ganze einfärben, aromatisieren und ins ALDI-Kühlregal stellen.
Ob Fettersatzstoffe in Margarine und Eiscreme, Mikrowellenfrass oder
Pizzakäse: es ist alles Molke, die mit Calciumchlorid erhitzt und dann angefärbt, aromatisiert und durch den Extruder gejagt wurde. So bleibt alles schön bunt und behält auch seine Konsistenz.
Garantiert ohne die natürlichen Bestandteile, die einem im Bild vorgegaukelt werden.
Die Mikrowellen-Mahlzeit mit den schönen bunten Paprika-Stücken wurde natürlich mit echten Paprika von einem Profi-Koch zubereitet und einem Profi-Fotografen abgelichtet, hat aber nichts mit dem Inhalt der Tiefkühlpackung zu tun. Dort ist die Paprika aus Gelatine, Agar-Agar oder einem anderen Verdickungsmittel und Rote-Beete-Saft(wenn man Glück hat). Sonst wäre sie nach Tiefgefrieren, Auftauen und dem Erhitzen in der Mikrowelle rot-brauner Matsch.
In den 90ern hat der Lebensmittel-Chemiker Udo Pollmer eine ganze Serie über industrielle Lebensmittel-Herstellung gemacht. Lief, glaube ich, beim SWF kurz vor Mitternacht.
Dort wurde gezeigt, was in Tütensuppen, Backmischungen und Früchtejoghurts so angerührt wird. Und warum man die meisten Mikrowellen-Gerichte am besten aus dem Abflussrohr der BASF herstellt.
Diese Reihe sollte man mal wiederholen.
hq79 (05.06.2009, 14:52 Uhr)
vegan
Also Tierisches essen möchte man nicht, aber wie vom Tier schmecken solls dann schon? Steckt da auch nur der Ansatz einer Logik dahinter? Ich finde, wenn man etwas schon aus einem für sich gefundenen Grund nicht tut, dann sollte man auch konsequent bleiben.
Adobe Flash Player

BMI-Rechner

Kennen Sie Ihren Body-Mass-Index? Er sagt Ihnen, ob Sie zu dick oder zu dünn sind.

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind