Ballaststoffe bestehen aus Zucker - aber sie sind nicht süß. Dennoch sind sie keinesfalls nutzlos: Sie machen uns satt und helfen bei der Verdauung. Zudem beugen sie vielen Krankheiten vor.

Rohfasern aus Pflanzen: natürliche Medizin für Herz und Adern© Colourbox
Ballaststoffe tragen ihren Namen zu Unrecht: Die Rohfasern von Pflanzen sind weder überschüssig noch könnte der Körper auf sie verzichten. Daher ist ihr Name irreführend. Ballaststoffe wie Zellulose, Hemizellulose und Pektin bestehen aus langen, geschmacksneutralen Zuckerketten. Sie sind wichtig für die Verdauung.
Diese Mehrfachzucker werden auf ihrem Weg durch den Magen-Darm-Trakt nicht von Enzymen angegriffen und zersetzt. Sie binden Wasser als Quellstoffe und sorgen im Magen für ein wohliges Sättigungsgefühl. Oder sie regen als Füllstoffe die Darmbewegung an, werden dabei aber selbst nur zu geringen Teilen verdaut: Bakterien zerkleinern einige der Stoffe im Dickdarm und bauen sie ab zu kurzkettigen Fettsäuren. Diese senken dort den ph-Wert und dienen der Darmschleimhaut als Nährstoff.
Ballaststoffe regen den Darm und damit die Verdauung an. Sie helfen offenbar bei der Vorbeugung einer ganzen Reihe von Krankheiten, darunter Diabetes mellitus, Herzinfarkt und Arteriosklerose. Ob sie Dickdarmkrebs vorbeugen können, ist umstritten.
Ballaststoffreiche Kost sollte sich möglichst aus vielen verschiedenen Nahrungsmitteln zusammen setzen wie Äpfel, Birnen, Kartoffeln, Brokkoli, Trockenobst, Vollkornbrot und -nudeln.
Wasserlösliche Ballaststoffe aus Gemüse, Obst und Wurzeln sind genauso wichtig wie die unlösliche Zellulose in Kleie und Schrot. Am besten ist eine gesunde Mischung aus beiden.