Seit 1997 nutzt die Weltgesundheitsorganisation den Body-Mass-Index, um Grenzwerte für Normalgewicht anzugeben. Der BMI setzt das Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße. Die Rechenformel lautet: Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat.
Beispiel: Bei einem Gewicht von 65 Kilogramm und einer Größe von 1,70 Metern ergibt sich also ein BMI von 22,49. Die Formel gilt für Männer und Frauen gleichermaßen. Als "normal" gilt bei Erwachsenen ein BMI von 18,5 bis 24,9. Bei Werten über 25 spricht man von Übergewicht, bei einem BMI über 30 von Adipositas (Fettsucht).
Liegt der Wert unter 18,5, gilt die Person als untergewichtig. Die Grenzen des BMI - etwa 25 oder 30 - gelten aufgrund der Fünfer-Schritte als besonders einprägsam, was womöglich den Erfolg des Maßstabs erklärt.
Die Grenzwerte fußen auf der Studie einer amerikanischen Lebensversicherung aus den 50er Jahren, die Prämien für ihre Policen kalkulieren wollte. Damals wurden fünf Millionen Amerikaner gewogen und die Kiloangabe mit dem erreichten Lebensalter verknüpft. Dabei stießen die Versicherer darauf, dass sowohl Gertenschlanke als auch extrem Dicke jünger sterben als Personen mit gewöhnlicher Figur - nach dieser Logik ist das Normalgewicht das erstrebenswerte Optimum, das mit dem BMI dann zementiert wurde.
Hauptmanko des BMI ist, dass er nicht zwischen Muskeln und Fett unterscheidet. Ein Athlet mit ansehnlichen - und schweren - Muskeln hat automatisch einen hohen BMI, obwohl er kaum ein Gramm Fett auf den Rippen hat. Gegen ein höheres Gewicht dank Muskeln ist allerdings nichts einzuwenden. Als prominentes Beispiel für die Schwäche des Indexes wird gern der frühere Bodybuilder Arnold Schwarzenegger angegeben. Sein BMI soll bei gutem Trainingsstand zeitweilig bei 31 gelegen haben.
Auch das Alter wird beim BMI nicht berücksichtigt, obwohl das Gewicht mit den Jahren leicht ansteigt, da der Energieverbrauch sinkt und trotz gleicher Ernährungsgewohnheiten ein paar Pfunde mehr durchaus normal sind.
Brocas Formel für Normalgewicht lautet: Körpergröße in Zentimeter minus 100. Der zugehörige Index, der auf den französischen Chirurgen Pierre Paul Broca (1824 bis 1880) zurückgeht, errechnet sich wie folgt: Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in Zentimetern minus 100.
Ist das Körpergewicht so groß wie das errechnete Normalgewicht, liegt der Broca-Index bei 1,0. Nach früheren Vorstellungen galt ein Index zwischen 0,85 und 1,0 als wünschenswert. Für das Idealgewicht zog man bei Männern noch einmal 10 Prozent, bei Frauen 15 Prozent vom Normalgewicht ab. 10 Prozent mehr als normal hieß übergewichtig. Da der eher grobe Broca-Index bei kleinen Menschen ein zu niedriges, bei großen Menschen ein zu hohes Normalgewicht angibt, gilt er heute als veraltet. Er wurde durch den Body-Mass-Index (BMI) ersetzt.