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Kleiner grüner Kürbis

An Nährstoffen haben sie zwar nicht viel zu bieten - jedoch erweisen sich Zucchini in der Küche als echte Multitalente. Und offenbaren beim genaueren Hinsehen erstaunliche Verwandschaftsverhältnisse.

Von Björn Erichsen

  Zucchini: Sehen aus wie Gurken - sind aber in Wirklichkeit ein Kürbis

Zucchini: Sehen aus wie Gurken - sind aber in Wirklichkeit ein Kürbis

  • Björn Erichsen

Name: Zucchini. Sieht auf den ersten Blick aus wie eine Gurke, gehört aber in Wirklichkeit zur Familie der Kürbisse und ist botanisch gesehen eine Beere. Wer hätte das gedacht?

Alias:

Auf Latein hört sich der Name an wie ein Gebet: "Cucurbita pepo subsp. pepo convar. Giromontiina" - Amen! In der schönen Deutschschweiz nennt man Zucchini auch Zucchetti, in Frankreich klingen sie wie die Zigarettenmarke einer schönen Frau: Courgettes.

Tut gut weil: Wirklich nichts Herausragendes – aber reden müssen wir ja doch drüber: Zucchini enthalten – wie eigentlich alle Gemüsesorten -ein paar gesunde Carotinoide, Vitamin C und etwas Kalium. Viel mehr ist nicht drin. Immerhin: Diätfreunde können richtig reinhauen, weil die kleine Gartenfrucht so herrlich kalorienarm ist.

Schmeckt am besten:

Seine wahren Talente offenbart das Z-Gemüse in der Küche: Zucchini munden in feinen Streifen als Salat, als Stifte oder Scheiben leicht gedünstet oder kurz gebraten in der Pfanne. Wer will, kann sie auch einfach in die Suppe hauen oder füllen sie mit Couscous, Pilzen oder Wildreis. So weit, so lecker - doch nur wenige kennen diesen Gaumenschaus: Gefüllte Zucchiniblüten.

Allerdings: Auch bei Zucchini kommt auf die Größe an. Denn die kleinen, unausgereiften Exemplare schmecken deutlich besser, länger als 20 Zentimeter sollte das gute Stück nicht sein. Größere Zucchini haben dagegen meist weniger Geschmack, das Fruchtfleisch ist schwammig und die Schale hart. Ernten Sie Zucchini daher rechtzeitig, wenn sie noch klein sind, zart und nussig-aromatisch.

Anbau/Saison: In Deutschland kommen Zucchini vm Sommer bis Oktober aus dem Freilandanbau. Das Gute ist: Man kann sie leicht erkennen an ihrer weiß gesprenkelten Schale. Wenn Sie sie sehen, greifen Sie ruhig zu, denn in dieser Zeit sind sie besonders lecker! Im Frühjahr dagegen stammen alle heimischen Zucchini aus dem Unterglasanbau – und sind ebenfalls leicht zu identifizieren: tiefgrüne Schale, kaum eine Spur von Sprenkel.

Lagerung:

Ab in den Kühlschrank damit, gut verstaut im Gemüsefach halten sich Zucchini etwa eine Woche. Legen sie aber vorher alles Obst und auch die Tomaten raus - denn diese Halunken verströmen das Etylen, das Reifegas, und Ihre Zuccchini sind dann schnell verdorben. Auch Einfrieren ist überhaupt nicht zu empfehlen, da werden sie nur weich und wässrig.

Variationen: Sie denken Zucchini sind grün und irgendwie länglich? Dann kennen Sie aber "Eight Ball F1" noch nicht! Diese spezielle Sorte hat eine fast schwarze Farbe und ist außerdem noch rund. Gewisse Ähnlichkeiten mit der schwarzen 8er-Kugel beim Poolbillard sind jedenfalls nicht von der Hand zu weisen. Darüber hinaus gibt es Zucchini auch noch in leuchtend-gelb, hellgrün, weiß und hell-dunkelgrün gestreift. Manche von ihnen können sogar klettern, ranken sich an Zäunen empor, andere sind resistent gegen die ärgsten Feinde: den Mehltau und das böse Gurkenmosaikvirus.

Kleine Herkunftsgeschichte:

Zucchini sind aus einer Weiterzüchhtung des Garteknürbis entstanden, der in Nord- und Südamerkia verbreitet war. In Europa tauchten sie im größeren Stil im 17. Jahrhundert auf den Märkten Italiens auf. Von dort stammt auch ihr Name: Name: Der leitet sich nämlich vom Wort "Zucca" ab, das in seiner Verniedlichungsform "Zucchino" heißt – und damit deutlich zeigt, worüber wir hier reden: einen "kleinen Kürbis". In Deutschland ist man dagegen erst in den 1970er Jahren auf den Geschmack gekommen.

Wissen für Besserwisser: Erntet man Zucchini nicht frühzeitig, wachsen sie schamlos weiter und können so groß werden wie Kürbisse. Der König der Zucchini-Zücher war jahrelang ein Deutscher: Klaus Schönemann aus Hohenlimburg, der es mit seiner 2,20-Zucchini in das Guinness-Buch der Rekorde geschafft hat. Inzwischen ist er aber abgelöst worden von einem in Kanada lebenden Inder, der noch einmal 19 Zentimeter drauflegte.

Wissen für Besserwisser II:

Was Zucchini wohl tun, wenn sie allein sind? Das muss man zumindest mal fragen dürfen, wenn man weiß, dass es sich bei ihnen einhäusige Pflanzen, so genannte Monözien handelt, die sowohl über weibliche als auch männliche Geschlechtsorgane an der selben Pflanze vorkommen. Den Rest können Sie sich schon denken...

Wissen für Besserwisser III:

Wer Zucchini aussät tut, dies auf nährstoffreichen, feuchten Boden irngedwann zwischen Ende April und Mitte Mai. Aus diesem Grunde wird traditionell, einem im 17. Jahrhundert in Italien geprägten Brauch folgend, am 7. Mai der "Tag der Zucchini" (Giorno del Zucchetto) begangen.

Mitarbeit: Edith Reichert

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