So unterschiedlich die Ursachen von Intersexualität sind, so vielfältig ist auch die Herangehensweise an Zeitpunkt und Art der Korrektur der untypischen Geschlechtsentwicklung. Als medizinischen Behandlungsmöglichkeiten bietet sich eine Hormontherapie ebenso an wie eine Operation. Häufig werden auch beide Therapien kombiniert. Erforderlich sind Medikamente auf jeden Fall, wenn die Nebennierenrinde wie beim AGS-Syndrom nicht richtig arbeitet, da dies zu einem lebensgefährlichen Salzverlust führen kann.
Leider gibt es bis jetzt keine kontrollierten Studien dazu, wie erfolgreich Operationen bei diesem Krankheitsbild sind. Die kosmetischen Eingriffe sollten auf jeden Fall nur von Operateuren gemacht werden, die über eine ausreichende Erfahrung und regelmäßige Operationstätigkeit bei Intersexuellen verfügen - dies setzt jährlich drei bis vier Behandlungen voraus. Generell ist es wichtig, dass die Betroffenen selbst entscheiden, welche Geschlechterrolle sie annehmen wollen. Auch in der Medizin setzt sich daher immer mehr die Ansicht durch, intersexuelle Kinder nicht gleich unters Messer zu legen.
Heute ist es den Betroffenen vor allem wichtig, dass sie eine möglichst große Lebenszufriedenheit haben. Da diese auf vielfältige Art und Weise erreicht werden kann, geht es den meisten erst in einem zweiten Schritt um ein eindeutiges Erscheinungsbild. Ohne Zweifel ist die untypische Geschlechtsentwicklung allerdings für die Betroffenen eine Belastung, die zu psychischen Erkrankungen führen kann. Ein offener Umgang mit dem Thema kann helfen, viel von diesem psychischen Druck abzubauen.