. .
Gesundheit - News und Ratgeber
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
9. April 2007, 08:30 Uhr

Diagnosen ohne Aussagewert

Alternative Untersuchungsmethoden sind oft unzuverlässig. Das kann dazu führen, dass Leiden behandelt werden, die gar nicht vorhanden sind, und gefährliche Erkrankungen unentdeckt bleiben. Von Prof. Edzard Ernst

 
Alternativmedizin

Schau mir in die Augen, Kleines! Die methodisch besten Studien sprechen jedoch nicht dafür, dass Irisdiagnostik valide ist© colourbox

Nicht nur Therapien, auch Diagnoseverfahren gehören zur Komplementärmedizin. Ein Akupunkteur der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird vor einer Behandlung die Zunge betrachten und den Puls fühlen - er prüft unter anderem, wie weich, hart, rau oder schlüpfrig der Puls ist. Ein Homöopath spürt in seiner Anamnese Merkmale auf, die den Patienten charakterisieren, etwa seine Vorlieben beim Essen oder die Art, wie er Beschwerden schildert. Solche Informationen sind in der Homöopathie wichtig, um das optimale Arzneimittel zu finden. Als Patienten fühlen wir uns oft umso besser verstanden, je detaillierter man uns als Menschen zu verstehen versucht.

Das bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass derartige Diagnostik zielführend ist. Schließlich geht es darum, verlässlich herauszufinden, ob eine Krankheit vorliegt und, wenn ja, welche. Es sollten drei Kriterien erfüllt sein, damit ein Verfahren diesen Anspruch erfüllt. Erstens: Wenn der Test mehrmals wiederholt wird, sollte er in etwa gleiche Aussagen erbringen. Zweitens: Die Methode sollte auf die Krankheit ansprechen, die diagnostiziert wird. Drittens sollte das Verfahren genau zwischen Verfahren unterscheiden.

Bislang ist kaum ein Diagnoseverfahren der Alternativmedizin so gründlich erforscht, dass man sicher beurteilen kann, ob es diese Kriterien erfüllt. Nur über wenige Techniken liegen aussagekräftige Untersuchungen vor. Und deren Ergebnisse sind leider durchweg negativ:

  • Bioresonanz-Diagnose basiert auf elektromagnetischer Strahlung des Körpers - die aussagekräftigsten Studien zeigen keine Gültigkeit des Verfahrens an.
  • Die Irisdiagnostik untersucht Veränderungen der Regenbogenhaut - hier sprechen die methodisch besten Studien nicht dafür, dass die Methode valide ist.
  • Kinesiologie bezeichnet eine Diagnose anhand von Schwächen bestimmter Muskelgruppen, die mit der Funktion innerer Organe in Verbindung stehen sollen. Mehrere Studien sprechen gegen die Aussagekraft des Verfahrens.
  • Kirlianfotografie stellt elektrische Spannung fotografisch dar, wobei beispielsweise Körperteile als Elektrode dienen. Das soll Aussagen über die Gesundheit erlauben, doch die Ergebnisse sind nicht ausreichend reproduzierbar.
  • Auch die Ergebnisse der Pulsdiagnose der TCM, bei der 28 verschiedene Pulsqualitäten Aufschlüsse über die Funktion innerer Organe geben sollen, sind nicht ausreichend reproduzierbar.
  • Beim Vega-Test sollen elektromagnetische Messungen an Akupunkturpunkten über Krankheiten informieren. Die besten Studien sprechen gegen die Validität des Verfahrens.
  • Die Zungendiagnostik der TCM beruht auf der Annahme, dass Farbe, Struktur und Form der Zunge auf bestimmte Krankheitszustände hinweisen können. Die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien zur Aussagekraft des Verfahrens sind widersprüchlich.

Insgesamt ergibt sich ein eher ernüchterndes Bild: Die Aussagekraft alternativer Diagnoseverfahren ist entweder unbewiesen oder widerlegt, hinzu kommt, dass solche Untersuchungen nicht nur unnötig Geld kosten, sie können auch die Gesundheit erheblich schädigen: Wenn eine diagnostische Methode nicht valide ist, dann heißt das, dass möglicherweise Erkrankungen diagnostiziert werden, wo keine vorliegen - oder es wird keine Krankheit diagnostiziert, wo tatsächlich eine vorliegt. Handelt es sich dabei um eine ernste Erkrankung wie Krebs, dann können solche Resultate das Leben verkürzen.

Übernommen aus ... GesundLeben GesundLeben
Ausgabe 2/2007

Von Prof. Edzard Ernst
 
 
KOMMENTARE (10 von 15)
 
Tastenquaeler (11.04.2007, 23:15 Uhr)
Re: Objektivität, Reliabilität und Validität
Dieser Anspruch wird nur rhetorisch scheinbar erhoben. Die Prüfverfahren müssen dem gleichen Anspruch gerecht werden. Wenn von falschen Annahmen ausgehend falsche Ergebnisse erzielt werden, die, wie ich dargestellt hatte, nachweisbar widerlegt sind, dann zeigt sich die wahre Intention des Artikels. Es ging darum, mit Hilfe einer kleinen Auswahl von Verfahren, deren Darstellung auch noch zum großen Teil falsch ist, ein pauschales Urteil über alle alternativen Verfahren zu fällen. Dem haben Sie mit der Garantie-Aussage noch das Sahnehäubchen aufgesetzt.
Über die Begriffsdefinitionen müssen Sie mich nicht belehren. Die Logik der im Artikel verwendeten Induktion hatte ich doch deutlich als fehlerhaft aufgezeigt.
hgcf (11.04.2007, 01:52 Uhr)
Objektivität, Reliabilität und Validität
Im Artikel geht es um
Objektivität, Reliabilität und Validität
der aufegezählten Verfahren.
Lesen Sie doch erstmal nach, was das bedeutet.
(Kommt wie schon gesagt eher aus dem Bereich Logik, und nicht Medizin.)
ciao
Tastenquaeler (11.04.2007, 01:09 Uhr)
Ein (sehr) guter Artkel?
Ich kenne Ärzte, die keine Scheu vor alternativen Methoden der Diagnostik und Therapie haben. Einige wenden diese selbst an, andere ziehen entsprechende Fachleute hinzu. Der Rat, die Ambulanz einer großen Uniklinik aufzusuchen, ist sicher nicht verkehrt. Mein entsprechender Hinweis bezog sich lediglich auf das Argument der Reputation. Ich kritisiere nach wie vor die Behauptung, die Alternative Medizin sei in diesem Fall eine Garantie für vorzeitiges Ableben. Als Informationsquelle empfehle ich Ihnen www.eicam.net u.a.
Wenn Sie im Artikel keine pauschalen Aussagen gefunden haben kann meine Behauptung, diese träfen in vollem Umfang auch auf die Schulmedizin zu, logischerweise keine Falschaussage sein. Was nicht ist kann nicht falsch sein.
Allerdings finde ich im Artikel mehrere pauschale Aussagen, und diese meinte ich. Das fängt bei der fettgedruckten Einleitung an. Ersetzen Sie der Einfachheit halber "Alternative Untersuchungsmethoden" durch "Anerkannte Untersuchungsmethoden" (oder einen passenderen Begriff), und prüfen Sie den Wahrheitsgehalt. Daß er gegeben ist habe ich bereits mit Beispielen illustriert. Oder nehmen Sie die Bemerkung "Das bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass derartige Diagnostik zielführend ist. Schließlich geht es darum, verlässlich herauszufinden, ob eine Krankheit vorliegt und, wenn ja, welche." Auch das trifft in vollem Umfang auf die Schulmedizin zu. Die Formulierung "nicht unbedingt" beinhaltet bereits die Pauschalisierung, da sie die Fälle, die gegen die dann getroffene Schlußfolgerung sprechen, aus der Betrachtung ausklammert, dann aber bei der Bewertung wieder einbezieht. Die Wahl der Diagnostik ist immer eine Frage der Entscheidung des Arztes. Ob sie zielführend ist liegt an ihm, und nicht an der Methode selbst.
Eine falsche Aussage im Artikel ist folgende: "Bislang ist kaum ein Diagnoseverfahren der Alternativmedizin so gründlich erforscht, dass man sicher beurteilen kann, ob es diese Kriterien erfüllt. Nur über wenige Techniken liegen aussagekräftige Untersuchungen vor. Und deren Ergebnisse sind leider durchweg negativ:" An der Uni Mainz werden seit längerem solchen Verfahren untersucht und wissenschaftlich ausgewertet. Die Ergebnisse sind international anerkannt und werden weltweit auch im Auftrag der UNO als Maßstab angesetzt. Die umfangreiche, nach üblichen wissenschaftlichen Kriterien zusammengestellte Dokumentation bietet eine Fülle positiver Ergebnisse.
Die falsche Darstellung der Kinesiologie hatte ich bereits in meinem ersten Kommentar kritisiert. Darauf bezog sich mein Hinweis, "daß das Versagen auch an den Methoden liegen kann, oder sogar am einfachen Verständnis des Verfahrens". Wer nicht verstanden hat wie Kinesiologie funktioniert, kann sie kaum richtig bewerten. Übrigens gibt es da bereits meßtechnische Verfahren, die den subjektiven Eindruck des Kinesiologen durch objektiv verwertbare Größen ersetzen. Ähnliches gilt für die Kirlianfotografie. Die so gewonnenen Bilder sind reproduzierbar. Ob die "Aussagen über die Gesundheit" richtig sind hängt nicht von diesem Verfahren ab, sondern genau so vom Können des Befundenden wie bei einer Röntgenaufnahme. So zieht sich die Kette falscher, pauschaler und nichtssagender Aussagen durch den ganzen Artikel. Daß auch der letzte Absatz auf die Schulmedizin zutrifft, und lediglich abwertend auf die Alternativmedizin bezogen wird, liegt auf der Hand. Es wurde kein wirklich widerlegtes Verfahren genannt, und der Kostenhinweis wirkt im Vergleich zu den Kosten der Krankenkassen beinahe amüsant. Daß Fehldiagnosen das Leben verkürzen können ist eine Platitüde, und trifft ebenfalls auf die Schulmedizin zu. Auffällig ist im Artikel die Häufung des Bezuges auf "die besten Studien". Nach welchen Kriterien wurde sichergestellt, daß die besten Studien gut genug sind?
hgcf (10.04.2007, 03:34 Uhr)
Re: Ein sehr guter Artikel
Hallo!
Sicherlich gibt es auch in Unikliniken schlechte Abteilungen, und auch gibt es sehr gute Spezialisten in anderen Krankenhäusern, die nicht zu einer Uni gehören. Ich wollte nur den Text kurz halten und die Empfehlung so geben, dass sie am wahrscheinlichsten zutrifft. Noch besser ist es, jemanden zu kennen, der einen genauen Überblick über die Behandlungserfolge veschiedener Krankenhäuser/ärztlicher Zentren hat. So jemanden zu finden, ist allerdings nicht leicht, denn er muss Ihnen dann auch noch die Wahrheit sagen, wo tatsächlich die sehr guten Ärzte zu dem jeweiligen Spezialgebiet regional zu finden sind. Da es im Kontext meiner Empfehlung um Patienten ging, denen bereits von den bisher von ihnen aufgesuchten Ärzten nicht geholfen wurde oder werden konnte, halte ich diese verkürzte Empfehlung an sich aber immer noch für gut.
Für falsch halte ich Ihre folgenden zwei Aussagen, die Sie jetzt so wieder ganz bzw eingeschränkt vom Sinn her verwendet haben:
1. "Alle hier pauschal gemachten Aussagen treffen in vollem Umfang auch auf die Schulmedizin zu."
Mit diesem Satz haben Sie sich ja auf den Artikel bezogen. Der Artikel führte aber überhaupt keine pauschalen Aussagen auf, sondern gab nur eine Übersicht, dass bei den genannten Diagnostik-Methoden die drei im Artikel genannten Anforderungen, die an alle Methoden gestellt werden sollten, nicht erfüllt werden.
2. "Dabei wird übersehen, daß das Versagen auch an den Methoden liegen kann, oder sogar am einfachen Verständnis des Verfahrens."
Dieser Satz ist mir zwar nicht ganz klar, aber falsch erscheint mir auf jeden Fall, dass behauptet wird, die Studien würden etwas übersehen: Ihr Satz beinhaltet anscheinend den Vorwurf, der oft gegen diese Studien kommt: 'Die Schulmedizin könnte diese Methoden gar nicht beurteilen, weil die Schulmedizin garnicht weiss, was zu messen sei.'
Dazu zwei Punkte:
1. Ich behaupte, dass die statistische Auswertung, damit meine ich hier die Mathemtik, absolut nichts mit der Medizin zu tun hat. Das ist Statistik.
2. Natürlich muss man sich fragen, was eine Studie untersuchen soll: Die sinnvolle Fragestellung der Studien, auf die im Artikel bezug genommen wurde, war wohl unter anderem (laut des Artikels?), ob die drei Kriterien erfüllt werden, die am Anfang des Artikels genannt werden. Diese Kriterien ergeben sich allgemein letztendlich auch aus der Mathematik bzw Logik, haben im allgemeinen also auch nichts mit Medizin zu tun. Im speziellen Fall hier läuft die Fragestellung darauf hinaus, ob und mit welcher Wahrscheinlichkeit die Diagnoseverfahren eine richtige Diagnose bringen.
Dies erscheint mir, wie schon geschrieben, eine sehr sinnvolle, klare und für absolut jeden Menschen verständliche Fragestellung, auf die auch ich meine Entscheidung, welche Diagnostik ich am ehesten in Anspruch nähme, stützen würde.
Weiter geben Sie Beispiele für das, was ich auch schon gesagt habe: Es fehlen vielerorts den heutigen technischen Möglichkeiten (Datenverarbeitung, Datenaustausch z.B. genannter Röntgenbilder) angepaßte Qualitätssicherungsverfahren, vielerorts Kontrollen der Qualität in Nachhinein (jeweils über vernünftige Zeitabschnitte retrospektiv), und folglich die entsprechenden Konsequenzen (Weiterbildung, Änderung des Ablaufs, etc). Allerdings gibt es auch Krankenhäuser an denen sehr gute Qualitätskontrollen durchgeführt werden bzw eingeführt werden. (Zumindest hört man das manchmal.)
Das fehlen der Qualitätskontrollen hat meiner Meinung nach _unter anderem_ die Gründe:
1. Unzureichende gesetzliche Rechte für Patienten, angemessen die Verantwortlichen bei Fehlbehandlungen haftbar zu machen. Denn angemessene Haftbarkeit würde auch den Druck auf die Ärzte erhöhen, verfügbare Qualitätsverfahren konsequent einzuführen.
2. Zusätzliche Qualität kann auch zusätzliche Kosten bedeuten. Ob die Politik daran Interesse hat, bezweifele ich aber, da mir schon der Vorwurf damals an Rot/Grün berechtigt erschien, dass die Politik das "sozialverträgliche Ableben versucht zu beschleunigen". (Rot/Grün: Die Menschenfreunde Schröder, Fischer, Schmidt, etc; mmh, die anderen waren ja auch dabei oder noch schlimmer.)
3. Angst der Ärzte vor Haftung: Für eine gute Qualitätskontrolle braucht man auch eine gute Dokumentation. Die kann aber auch gegen einen verwendet werden.
MfG
hgcf
---
P.S. Zu meinem ersten Kommentar: Mit dem Wort "Behandlung" in
"Wenn Ihnen bereits mehrere Ärzte nicht helfen konnten, dann gehen Sie zur Behandlung am besten zu einer Ambulanz einer der großen Universitätskliniken"
meinte ich entsprechend dem Thema des Artikels auch eine hoffentlich bessere Diagnostik.
Tastenquaeler (10.04.2007, 02:17 Uhr)
Re: Ein sehr guter Artikel
Ich halte die Annahme für falsch, nur Universitätskliniken (oder deren Ambulanzen?) haben einen Ruf zu verlieren. Für einen niedergelassenen Arzt ist der Ruf die Grundlage seiner wirtschaftlichen Existenz. Er kann eine schlechte Reputation in der Regel nicht durch Erfolge in einem anderen Fachbereich ausgleichen.
Wir können gern der Einfachheit halber die Diagnostik von der Therapie trennen. Ich habe in vielen Jahren als Dienstleister für Radiologen erfahren, wie genau der im Artikel und auch in Ihren Kommentaren gemachte Vorwurf an die Alternativmedizin ebenfalls für die Schulmedizin zutrifft. Für die nachfolgende Therapie ist es von sehr großer Bedeutung, ob der befundende Arzt eine Gewebsanomalie erkennt oder einen Artefakt in der Aufnahme. Wie Anonymus130 bereits ausführte kommt es auch bei der anerkannten Diagnostik auf Talent und Erfahrung des Arztes an. Ein fälschlich als Krebs diagnostizierer Artefakt bringt neben der enormen psychischen Belastung des Patienten und seines Umfeldes eine ganze Reihe von diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen mit sich. Davon abgesehen kann eine vermeintliche Heilung die statistische Bewertung des Verfahrens beeinträchtigen. Ein als Bildartefakt mißinterpretierter und nicht behandelter Krebs wird dagegen auch zum Tod führen, wenn der irrtümliche Befund an einer Uniklinik erstellt wurde.
Das trifft auf die Alternativmedizin genau so zu. Wenn beispielsweise der Kinesiologe beim Muskeltest eine Verschlechterung des Zustandes als Verbesserung diagnostiziert kann das durchaus den Tod des Patienten zur Folge haben. Da Sie das aber pauschal und ohne Einschränkung für alle alternativen Verfahren generell so sehen bitte ich doch wenigstens um eine kleines illustrierendes Beispiel, an dem der uneingeschränkte Charakter Ihrer Behauptung deutlich wird.
Vielleicht können Sie bei dieser Gelegenheit auch konkret die früher angesprochene Falschaussage in meiner Kritik zum Artikel benennen, der als erster zu den "3 vorherigen Kommentaren" gehört.
hgcf (10.04.2007, 01:02 Uhr)
Re: Ein sehr guter Artikel
Soweit ich von dem Urteil bezüglich der Kosten bei "austherapiert"en Fällen weiss, stimme ich diesem auch zu.
Allerdings geht es im Artikel von Prof. Ernst doch ausschließlich um die Diagnostik!
Entsprechend sind meine Kommentare auch vor allem zur Diagnostik gemeint.
Ihren Kommentar verstehe ich so, dass sie meinen Satz:
"Aber: Alternative Medizin ist in dem Fall nur eine Garantie für ein vorzeitiges Ableben."
auf austherapierte Fälle bezogen.
Die Worte "in diesem Fall" bezogen sich aber eindeutig auf den vorhergehenden Satz:
"Kurz gesagt: Wenn Ihnen bereits mehrere Ärzte nicht helfen konnten, dann gehen Sie zur Behandlung am besten zu einer Ambulanz einer der großen Universitätskliniken; die haben nämlich einen Ruf zu verlieren, und werden sich daher einfach mehr anstrengen."
Von austherapiert war da keine Rede.
MfG
hgcf
Tastenquaeler (09.04.2007, 23:17 Uhr)
Re: Ein sehr guter Artikel
In einem Punkt stimme ich zu, hgcf. Der Artikel von Prof. Ernst ist sachlich. Nur ändert das nichts am Inhalt.
Was bringt es, falsche Behauptungen in den vorangegangenen Kommentaren zu behaupten, ohne sie zu benennen? Diese Pauschalität gleicht der des Artikels. Wenn die Schulmedizin einen Patienten erfolglos austherapiert hat, ihm also
a) nicht helfen kann und
b) seine Erkrankung nach bestem medizinischen Ermessen zwangsläufig zum Tode führt
müssen inzwischen auch deutsche Kassen die Kosten für alternative Verfahren übernehmen. Die (unbelegte) Behauptung, die Alternatvmedizin sei eine Garantie für vorzeitiges Ableben, rückt die deutsche Rechtssprechung dann in eine bedenkliche Nähe zur Euthanasie.
hgcf (09.04.2007, 16:58 Uhr)
Re: Ein sehr guter Artikel
An Anonymous130
Nur eine kurze Antwort, da meine lange Antwort leider nicht beim Server angekommen zu sein scheint.
Eigentlich habe ich bereits in meinem ersten Post zu allem, was Sie jetzt ansprechen, ganz klare Aussagen gemacht.
Warum ich trotzdem noch mal schreibe?
Aus dem gleichen Grund wie beim ersten Post: Je öfter die alternativen Heilmethoden als erfolgversprechend dargestellt werden, desto öfter findet sich jemand, der diese falschen Versprechungen glaubt, und sich dadurch letztlich selbst beträchtlich schadet. Ich könnte Ihnen viele Beispiele nennen, wo Aussagen und Versprechungen aus dem Bereich der "alternativen Heilmedizin" dazu geführt haben, dass der Patient, obgleich eine ganz klarer medizinischer Fall vorliegt, entweder erst später oder überhaupt nicht eine 'einfache' und erfolgreiche Schulmedizinische Behandlung in Anspruch genommen hat bzw in Anspruch nimmt, da er durch pure Scharlatanerie verunsichert und *verängstigt* wurde.
Wie schon geschrieben: Bessere Qualitätskontrollen allgemein im Gesundheitsbereich, und klare Regeln zur Haftung sind das, was fehlen.
Gerade zur Pulsdiagnostik kam doch erst wieder eine kleine Studie, die eindeutig gezeigt hat, dass es so wie es angepriesen wird, nichts taugt.
Außerdem vermischen Sie die im Artikel angesprochene Diagnostik andauernd mit Behandlung: Auch die Schulmedizin sagt schon *seit Jahren*, dass alternative Heilmethoden dann Anwendung finden können, wenn (z.B. durch den Placebo-Effekt oder z.B. durch die zusätzliche Beschäftigung und persönliche Zuwendung) dies die Heilung unterstüzen kann.
Diese Effekt (Placebo, Zuwendung und Aktivierung) sind in ihrer Wirksamtkeit außerdem leicht durch Studien nachweisbar.
Die Versprechungen bzw darüberhinausgehende Effekte der "Alternativmedizin" wurden noch nie nachgewiesen.
hgcf
---
P.S. Warum die persönlichen Angriffe ("Halbarrogant")? (Und warum nicht ganzarrogant??)
Ich sage doch auch nicht, Sie hätten nur halbleserische Fähigkeiten, weil Sie scheinbar so tun, als hätte ich am Ende meines ersten Beitrages nicht deutlich gemacht, dass es auch gute und schlechte Ärzte gibt.
osnasalis (09.04.2007, 15:54 Uhr)
3000 Jahre Erfahrung sind offenbar noch nicht genug
Gerade die angesprochenen Verfahren der Puls- und Zungendiagnose aus der TCM sind schon jahrtausende alt und haben noch immer bestand. Würden diese wirklich nichts taugen, so hätten sich diese Verfahren schon längst überlebt. Dagegen widerspricht sich die Schulmedizin alle 20 Jahre wieder selbst und wirft alles besherige mit schöner Regelmäßigkeit über den Haufen. Bei allen Hinweißen auf die Statistik - wie heißt es so schön: glaube nur der Statistik, die die selbst gefälscht hast.
Spocks_Kommentar (09.04.2007, 15:33 Uhr)
Auto ohne Bremse
Als Nichtmediziner bewundere ich die Experten für ihren Leichtsinn!
Ein Auto ohne Bremse gehört auch dann nicht auf die Straße, wenn sie DER Fahrer auf DER Strecke gerade nicht braucht. Krokodilurin enthält Stoffe, die als Antibiotika wirken, er ist aber nicht besser als Penicilin und ein Lösungsmittel, das keinen Wirkstoff mehr enthält (Homöopathie) kann bestenfalls als Placebo wirken.
Wer heilt hat recht? Nein, wer signifikant öfter nachhaltig heilt hat recht und das heißt, wer reproduzierbare Ergebnisse liefert hat recht. Alles andere schwebt zwischen Okkultismus, Geschäftemacherei und Körperverletzung mit Todesfolge.
Ratgeber Alternativmedizin

Edzard Ernst leitet die Abteilung für Komplementärmedizin an der Universität Exeter

WEITERE ARTIKEL DER KOLUMNE
MEHR ZUM ARTIKEL
Immunstimulanzien Im Nu immun?

Ob Umckaloabo, Echinacea oder Angocin - noch bevor die Erkältung anrückt, sollen pflanzliche Mittel das Immunsystem stärken. Ob sie tatsächlich nutzen, ist Glaubenssache. mehr...

Appetithemmer Hoodia Null Diät mit Pille

Als "natürlicher" Hungerkiller afrikanischer Ureinwohner wird Hoodia tausendfach beworben. Den Appetit europäischer Übergewichtiger kann der Pflanzenextrakt jedoch nicht zügeln. mehr...

Cannabis sativa Hanf als Heilpflanze

Cannabis hilft bei Schmerzen und Gewichtsverlust sowie bei Übelkeit durch eine Chemotherapie. Aber die Droge hat erhebliche Risiken und Nebenwirkungen. mehr...