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11. August 2009, 14:43 Uhr
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Norovirus streckt Bergwanderer nieder

Nach der plötzlichen Erkrankung von 200 Bergwanderern im Allgäu an einer Magen-Darm-Infektion herrscht weiter Rätselraten über die Ursache. Welcher Erreger im Trinkwasser war und für die Beschwerden sorgte, stand auch am Dienstag noch nicht fest.

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Beliebtes Ausflugsziel: die Rappenseehütte auf 2091 Meter Höhe in den Alpen bei Oberstdorf© Stefan Puchner/DPA

Die Magen-Darm-Beschwerden von etwa 230 Wanderern im Allgäu kommen vermutlich entweder von verunreinigtem Trinkwasser oder von Noroviren. Das teilte die Polizei in Kempten mit. Proben hätten gezeigt, dass sich einige Menschen mit dem Norovirus infiziert haben. Es gehört zu den weltweit häufigsten Erregern für plötzlich auftretenden Brechdurchfall. In der vergangenen Woche waren zahlreiche Wanderer nach dem Genuss von verunreinigtem Trinkwasser auf einer Berghütte im Allgäu an einer heftigen Magen-Darm-Infektion erkrankt. Welcher Erreger im Trinkwasser war und für die Beschwerden sorgte, stand auch am Dienstag noch nicht fest.

Eine Sprecherin des Landratsamtes Oberallgäu sagte, es sei möglich, dass auch Noroviren in dem Trinkwasser der Allgäuer Rappenseehütte waren. Dies könne aber sehr schwer nachgewiesen werden. Wahrscheinlicher sei, dass sich die betroffenen Wanderer mit dem Virus woanders angesteckt hätten. Das Norovirus ist sehr leicht übertragbar. Die Erreger werden über den Stuhl des Menschen oder über Erbrochenes ausgeschieden. Sie verursachen Übelkeit, Durchfälle und Erbrechen, oft gepaart mit Bauchschmerzen und Mattigkeit.

Bei einigen Erkrankten wurden Noroviren nachgewiesen

Noroviren konnten den Angaben zufolge nur bei einigen Erkrankten nachgewiesen werden. Dennoch hat sich der Deutsche Alpenverein (DAV) nun entschieden, die Desinfektionsmaßnahmen über die Rappenseehütte hinaus zu erweitern. Auch auf der Kemptner Hütte und dem Prinz-Luitpoldhaus, in denen in den vorigen Tagen erkrankte Wanderer waren, soll nun eine Desinfektion durchgeführt werden. Diese Hütten seien aber, mit eingeschränktem Betrieb, weiter geöffnet. Die Rappenseehütte soll zum Wochenende wieder öffnen.

Nach Polizeiangaben sind seit Sonntag keine Neuerkrankungen mehr aufgetreten. Am Sonntagabend war das Landratsamt noch von etwa 145 Betroffenen ausgegangen, bis zum Dienstag erhöhte sich die Zahl auf rund 230. Von den rund 40 in Kliniken behandelten Erkrankten sind derzeit noch vier in Krankenhäusern in stationärer Behandlung.

Polizei ermittelt wegen Körperverletzung

Die Kriminalpolizei Kempten hat unterdessen Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung aufgenommen, die sich zunächst noch gegen keine konkrete Person richteten. Der Hüttenwirt werde aber vernommen. Der DAV bedauerte den Vorfall. Eine DAV-Sprecherin sagte, Bergwanderer müssten nicht verunsichert sein, der Trinkwasserstandard auf den Hütten werde ständig streng geprüft. Einen ähnlichen Vorfall wie jetzt habe es in den vergangenen Jahren nicht gegeben.

Die gut 2000 Meter hoch gelegene Rappenseehütte war zum Zeitpunkt des Ausbruchs der Beschwerden voll belegt. Nach Worten der Landratsamtssprecherin hatte die UV-Anlage des Hauses zur Keimvernichtung im Trinkwasser versagt. Eine Lampe, die per Strahlung gefährliche Keime beseitigen soll, sei defekt gewesen.

DPA
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