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Der Schweizer Schriftsteller Max Frisch gilt als einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren, auch wenn er den Literaturnobelpreis nie bekommen hat. Am 15. Mai wäre er 100 Jahre alt geworden - ein Grund, sein Werk wiederzuentdecken.
Am Abend feiert Günther Jauch Jubiläum: Zum 1000. Mal läuft "Wer wird Millonär?". Sieben Kandidaten - und drei Prominente - schafften es tatsächlich bis zur Million. Was sie mit dem Geld angestellt haben - und welche Frage sie zum Millonär machte.
Er sollte den Suhrkamp-Verlag erben. Doch sein Vater heiratete eine junge Frau und verstieß den Sohn. "Das System Suhrkamp ist gebrochen", klagt Joachim Unseld.
Wie bereits Max Frisch herausgefunden hatte: Man muss einer Krise den Beigeschmack der Katastrophe nehmen. Denn wer das kann, wird voraussichtlich zu den Gewinnern der Krise gehören. Ein Gastbeitrag von Wolfram Weimer.
Der Dichter Paul Celan ertränkte sich 1970 in der Seine. Ingeborg Bachmann starb 1973, eine glimmende Zigarette setzte ihre Wohnung in Brand. So erschütternd wie der Tod war auch ihre Liebesbeziehung - eine Amour fou über Jahrzehnte. Der Band "Herzzeit" gewährt Einblick in ihren eindrucksvollen Schriftwechsel.
Der österreichische Schriftsteller Josef Winkler erhält in diesem Jahr den renommierten Georg-Büchner-Preis. Seit 1951 wird der mit 40.000 Euro dotierte Preis vergeben. Die Jury lobte Winklers Bücher, deren "obsessive Dringlichkeit einzigartig" sei.
Oder: Heilige Abend in fünf Teilen. Heute: 40° 43' N 74° 0' W. Worum es diesmal geht: Endliche Landung, grosse Stille, Hans Christian Andersen, kleines Bibbern, klirrende Kälte, ein Adventsstern, Pilgrim Hill, ein gar gebildetes Bärlein, Tangerine Dream und der sprechende Engel. Der Flug fühlte sich eher an wie ein sehr rasches Schweben, wenn böse Wolken aufzogen, schlängelten sich die drei Sternschnuppen, auf denen Alexander, Marie und der getrennte Papi kauerten, schmiegsam darum und weiter ging es voran und voran. Wie lange der Flug nun wirklich dauerte, wusste keiner des ungewollten Reisegrüppchens zu sagen, waren es nur drei Stunden oder doch eher fünf? Auf einer Sternschnuppe bewegt sich das Zeitgefühl in anderen Bahnen, die eher irgendwie außerirdisch, schnellkalt und zauberhaft sind. Oder doch außerhaft, zauberkalt und schnellirdisch? Ach, was soll's, dachten Marie, Alexander und der getrennte Papi. "Schön wär's, wir kämen nun bald an...". Lustiger Weise dachten alle Drei an Dasselbe - rufen oder schreien oder sprechen konnten himmelhöchst doch nicht, dann eben die Gedankenübertragung aktivieren. Und, da, tatsächlich, behutsam, aber wie auf Federn, flogen die Sternschnuppen auf Manhattan zu, das sich gerade in den Morgengrauen schob. So sah es jedenfalls für die Drei aus, denn von Ferne noch, über dem Atlantik, glitzerte zwar der eine oder andere Wolkenkratzer, die Glitzerfunken spiegelten sich auf der Oberfläche der Sternschnuppen wider. Das konnte der getrennte Papi erkennen, aber als er es einfangen wollte mit seiner linken Hand, verschwand es zurück in die neblige Skyline der Stadt. War es nur ein Wegweiser? Plötzlich standen sie dann kurz in der Luft, direkt über der Fifth Avenue, auf der Höhe der Ostseite der 74th Street. Und es war ein grosse Stille in dieser frühen Morgenstunden am Central Park und in New York City 40° 43' N 74° 0' W, im Staate New York in den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Mauer um den Central Park an der Fifth Ave. war mit Schnee bedeckt, bestimmt über 40 Zentimeter türmten sich darauf - und der ganze Park dampfte in der aufsteigenden Sonne, die sich in dem gigantischen Schneeweiß, das diese Stadtlandschaft überzog, wieder fand. Die Sternschnuppen landeten also mit dem getrennten Papi, Marie und Alexander im Park an der Vierundsiebzigsten, ziemlich genau da, wo die Skulptur von Hans Christian Andersen stand. Auch sie war mit frischen Flocken über und über bedeckt, aber der sitzenden Mr. Andersen, ein schweres Buch auf dem linken Oberschenkel, schien die Drei, die auf einmal vor ihm standen und ihn ungläubig anstarrten, milde anzulächeln; ebenso wie die kleine Ente auf der frostigen Erde , die sonst eigentlich ihren Blick nur auf den Dichter richtete. Mannomann, da standen sie nun: Alexander, der getrennte Papi und Marie, vor wenigen Stunden noch am Fensterrahmen in Hamburg und nun hier, mitten in der Stadt der Städte, mit kleinem Bibbern hielten sie sich an ihren klammen Händen ganz feste, wie stets, wenn sie wo-auch-immer auf der Welt des Weges waren. Es fiel der Blick von Alexander auf einen eigenartigen Stern, der nicht am Himmel, sondern am Fuss des Pilgrim Hill vor sich hin ruhte. Dieser Stern ward aus Holz geschnitzt, vielleicht im Durchmesser nicht grösser wie knapp 30 Zentimeter, in der Mitte stand eine große weiße Kerze, über deren Flamme sich die Drei ihren Hände schön aufwärmen konnten. Wie unerwartet herrlich das aber jetzt geriet und Alexander ist's gewesen, der als erster nach Stunden und Stunden des unglaublichen Schweigens, etwas sagte: "Papi, die Kerze steht hier richtig, cool", dabei schaute er verschmitzt mit seinen braunen Augen durch den Pony seiner braunen Haare, stemmt die kleinen Arme in die Hüften und ruft: "Was da alles so drinne steht!" Uppps, Recht hatte er, der Holzstern hatte einen Rand, drei, vier Zentimeter hoch, und in dem Stern lagen oder standen: ein weißgepunktetes Herz, das man an einen Tannenbaum hätte hängen können, ebenso wie all' die anderen Ding die zudem zu sehen waren. Ein New York Taxi en miniature, ein blauer Pfau, ein knallroter Weihnachtsmann, ein lilafarbener Pilz, auch mit weißen Punkten, ein Mini-Kuschel-Eisbär, ein sehr grüner Froschkönig (mit Krone, versteht sich, von selber), drei gleißende Tannenzapfen, einer in Rot und zwei in Lila, eine graue Blechmaus zum Aufziehen, elf sehr kleine Weihnachtskugeln in Gelb, Lavendel, Orange und Pink, verziert mit silbrigen Eisblumen. Außerdem noch, in hellem Holz (das des Sternes war dunkel, fast schwarz), in kleinen Ausgaben, geschnitzt: das Chrysler Building, das Empire State Building, die Statue of Liberty, das Lever House und der Leuchtturm von Montauk (den Max Frisch mochte). Außerdem war da schließlich ein blaues Iglu mit einem Pinguin davor und noch eine winzig kleiner Bär, auch mit einem Krönchen, der sagte: "Good morning." Der getrennte Papi war derart petrplex, dass er antwortete. "Hi, Mr. Bear." Und Marie beugte sich herunter, strich ihr langes, blondes Haar zurück, das es das Bärlein nicht umwarf und gab ihm einem Kuss auf dessen linke Wange und dessen rechte Wange und flüserte ihm ins passende Öhrchen: "How are you?" Sie sprach so leise, weil sie fürchtete, dies zarte Geschöpf könnte fort gepustet werden vom Atem ihrer Worte. Aber das Bärlein erwiderte trocken: "No reason to sussurate." Es handelte sich anscheinend um ein sehr gebildetes Geschöpf, nun, warum auch nicht, in dieser Geschichte ist wohl das Unmögliche möglich das Mögliche unmöglich. Der getrennte Papi, immerhin, entdeckte die blecherne Keksdose, die wie schottisch kariert anmutete, die neben dem Holzstern im Schnee stand, darin das leckerste Weihnachtsgebäck, wenn das kein Frühstück war im Central Park. Als sie es so Stück für Stück im Stehen genossen, hörten sie von der Westseite her Musik herüber schwingen, eine "Eleanor Rigby "-Version, gespielt von Tangerine Dream, die Sternschnuppen, die wie selbstverständlich über ihnen standen, tanzten danach, John Lennon hätte wahrhaft sein Freude gehabt. Und wie die Drei nach dieser keksigen Stärkung weiter wandeln und alsbald auf einen sprechenden Engel stossen, dazu morgen mehr vom getrennten Papi und seiner Tochter Marie und seinem Sohn Alexander...
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Max Frisch war ein Schweizer Architekt und Schriftsteller. Er gehört zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellern der Nachkriegszeit.