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8. Juli 2004, 10:22 Uhr

Moore legt sich mit Kritikern an

Der amerikanische Filmemacher Michael Moore fordert die Kritiker seiner Dokumentation "Fahrenheit 9/11" heraus, ihm Fehler nachzuweisen. Der Film ist in den USA ein Kassenschlager.

60 Prozent des Nettoertrages aus dem Film gehen an Wohltätigkeitsverbände: der Filmemacher und leidenschaftliche Bush-Gegner Michael Moore© Frank Franklin/AP

"Jede Angabe in dem Film ist wahr", sagte Moore bei einer Pressekonferenz für internationale Medien in New York. Der politisch engagierte Regisseur wollte noch am Mittwoch damit beginnen, die "etwa 30 Seiten" umfassenden Quellen für alle Aussagen des Films auf seiner Website zu veröffentlichen.

Für Moore ist es eine "Mission", US-Präsident George W. Bush aus dem Weißen Haus zu vertreiben. Auch unter den Verbündeten von Bush im Irakkrieg möchte er mit seinem Film Köpfe rollen lassen. Die Wähler in Australien, Japan, Italien, Südkorea und allen anderen Truppen stellenden Ländern sollten ihren Regierungen beim nächsten Urnengang einen Denkzettel verpassen, forderte er. Spanien habe das beste Beispiel dafür geliefert, dass der Unmut über den Irakkrieg Welten in Bewegung setzen könne.

Am liebsten würde Moore "Fahrenheit 9/11" auch durch Europa, den Nahen Osten und Asien begleiten. Doch jeder Tag außerhalb Amerikas ginge seiner Kampagne gegen die Wiederwahl von Bush im November verloren, sagte er. "Große Pläne" hat er für den Parteikongress der Republikaner Anfang September in New York, verrät aber vorerst keine Details. Sein oberstes Ziel ist, die Wahlmüdigkeit seiner Landsleute zu überwinden. Wenn es - unter anderem mit seinem Film - gelingen sollte, mehr als 50 Prozent der wahlberechtigten Amerikaner für den Urnengang zu mobilisieren, ist nach seiner Überzeugung das Ende der Bush-Regierung sicher.

"Ich stehe für die Mehrheit meiner Landsleute"

Im Herzen nämlich seien die Amerikaner liberal, sagt Moore. "Ich stehe für die Mehrheit meiner Landsleute. Die Mehrheit hatte (2000) nicht für Bush gewählt, und die Mehrheit ist gegen den Irakkrieg". Andererseits hält sich seine Begeisterung für den demokratischen Herausforderer John Kerry in Grenzen. Es falle ihm schwer, für jemanden zu stimmen, der den Irak-Krieg (im US-Senat) erlaubt habe, gibt Moore offen zu. Ein Lob erteilte er Kerry für die Ernennung seines Mitstreiters John Edwards. Die Tatsache, dass Edwards aus einer Arbeiterfamilie stammt und den Süden vertritt, werde den Demokraten helfen.

Dass Moore mit seinem kontroversen "Fahrenheit 9/11" mehr auf Kommerz als auf Politik aus ist, wie ihm manche Kritiker vorwerfen, widerlegte kürzlich das "Wall Street Journal": Demnach gehen 60 Prozent des Nettoertrages aus dem Film an Wohltätigkeitsverbände. Diese Vereinbarung sei bei Vertragsabschluss zwischen Disney und den beiden Vorsitzenden der Disney-Tochter Miramax, Harvey und Bob Weinstein, getroffen worden. Die Brüder hatten den Film für sechs Millionen Dollar aus der eigenen Tasche gekauft, nachdem sich Disney mutmaßlich aus politischen Gründen gegen seine Freigabe gesperrt hatte.

"Fahrenheit 9/11" hatte in Cannes die goldene Palme gewonnen. Bei uns läuft der Film am 29. Juli an.

DPA
 
 
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