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30. November 2009, 13:51 Uhr

Pete Doherty provoziert für junge Bands

Um junge Bands bei einem Nachwuchsbandfestival des Bayerischen Rundfunks zu unterstützen, erklärte Pete Doherty sich zu einem Spontanauftritt bereit. Jetzt kann er sich einen weiteren Skandal auf seine lange Liste schreiben. Von Kathrin Buchner

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Provozierte im Gebäude des Bayerischen Rundfunks: Pete Doherty, hier bei einem Auftritt am Sonntagabend im Münchner Backstage - der verlief ohne Zwischenfälle© Oliver Lang/DDP

Er sei kein "Dummkopf", bemühte sich Pete Doherty in dem Konzert klarzustellen, mit ziemlich lallendem Zungenschlag. Doch da war der Fauxpas schon geschehen: Bei einem Spontanauftritt beim Nachwuchsfestival von "on3", dem Jugendsender des Bayerischen Rundfunks, stimmte er die unter Hitler missbrauchte 1. Strophe des Deutschlandliedes "Deutschland Deutschland über alles" an. Die Darbietung wurde live auf dem Sender "Bayern 2 Radio" ausgestrahlt. Im Saal wurde Doherty von den Festivalgästen kräftig ausgebuht. Doherty stimmte unbeeindruckt davon weitere Songs an, allein mit der Gitarre, flankiert von Tänzerinnen, die einen ballettartigen Tanz vorführten. Die Veranstalter ließen ihn eine gute Viertelstunde gewähren.

Party trotz Provokation

Nach "Fuck Forever", der ersten zu Ende gesungenen Einlage des rüpeligen Britrockers, beendete eine Moderatorin mit Bühnenansage die Darbietung - sehr zum Unmut von Doherty, der das Rampenlicht ungern verlassen wollte. "Man kann bei einem Konzert nicht den Künstler gleich mit Ordnergewalt von der Bühne holen", sagte der zuständige BR-Programmbereichsleiter Rainer Tief. "Wir wollten keinen Eklat. Deswegen haben wir ihn noch ein bisschen singen lassen, um ihn dann höflich aber bestimmt von der Bühne zu bitten". Man hätte vielleicht angesichts des indisponierten Zustands des Rockstars von einem Auftritt absehen müssen, so Tief selbstkritisch. "Das war bei uns eine 49- zu 51-Prozent-Entscheidung." Doch zeigte man sich beim Bayerischen Rundfunk enttäuscht über das Verhalten eines Musiker, der dem Festival eigentlich positiv gegenüber steht. "Wir wollen, dass jüngere Bands im Schatten von bekannten Stars mehr Aufmerksamkeit bekommen. Aber mit diesem Auftritt hat er der Sache keinen guten Dienst geleistet", sagte Tief. Eine Erklärung von Doherty für sein Verhalten habe es noch nicht gegeben.

Aufmerksamkeit hat er dem Festival auf jeden Fall gebracht - doch in den wenigsten Nachrichten darüber tauchen die Namen der Bands auf, die ohne Provokation, aber mit guter Musik das Publikum erfreut haben. Als Highlights fielen Spiral Beach mit ihrem B52-mässigen Partysound aus Toronto auf, sowie die virtuosen Elektropopper FM Belfast aus Reijkavik oder Ebony Bones aus London, die mit bunten Kostümen auf der Bühne eine mitreißende Show veranstalteten. Und somit hat der "Nicht-Dummkopf" Doherty eines doch erreicht: Auf diese Bands fällt ein Fünkchen der Aufmerksamkeit, die der ewige Rüpel des Rocks immer wieder für sich beansprucht.

Von Kathrin Buchner
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
lummy (01.12.2009, 06:59 Uhr)
Ich frage...
mich allen Ernstes,Wer interessiert sich eigendlich für diesen absolut unnützigen Schwachkopf.
Der ist es nicht mal wert darüber nach zu denken.
LaoLu (01.12.2009, 00:24 Uhr)
Und zu dem Herrn Krawczyk
fällt mir nichts mehr ein.
Das war mit Sicherheit keine Panne, das sollte eine gezielte Provokation sein.

Offizielle Vertreter unseres Staates, Herr Köhler vorneweg, wären gut beraten, um solche A...löcher in Zukunft einen großen Bogen zu machen.
LaoLu (01.12.2009, 00:20 Uhr)
Sie haben ein sehr entspanntes Verhältnis
zur jüngeren deutschen Geschichte, Bertl.
Um das mal vorsichtig auszudrücken.
DasBertl (30.11.2009, 21:24 Uhr)
Bei aller Liebe
aber die Aufregung ist doch weit übertrieben. Das Hr.Doherty kein Musterknabe ist, sollte eigentlich jedem aufgefallen sein, der in den letzten Jahren mal etwas über ihn gelesen hat. Ich kann auch beim besten Willen nicht erkennen, was daran jetzt falsch ist, die erste Srophe zu singen. Sicherlich, sie wurde von den Nazis missbraucht und gehört nicht mehr zur offiziellen Hymne der Bundesrepublik Deutschland, ABER wenn man sich die Nationalhymnen anderer Länder, z.B. USA, anhört, dann ist das Deutschlandlied inkl. der 1.Strophe noch vergleichsweise harmlos...
rynaldo (30.11.2009, 19:15 Uhr)
Mit was man heutzutage
einen Skandal bauen kann ist schon lustig. Solange der Stern endlose Fotostrecken mit als Nutten verkleidete "Sängerinnen" (bitte lieber Administrator das ist so, deshalb muss man den Beitrag nicht löschen), schließlich sind deren Zielgruppe unsere 14-16 jährigen Kinder. Also solange es Zeitschriften gibt, die diesen Dreck im Übermaß promoten, muss man sich einfach nicht wundern, was die sich alles einfallen lassen.
Wanderflke (30.11.2009, 18:47 Uhr)
Das gab es auch am Hofe Köhlers
Die erste Strophe des so genannten Deutschland-Liedes scheint sich zunehmender Beliebtheit zu erfreuen, sogar bei offiziellen Staatsanlässen, siehe hier:
Falsche Hymnen-Strophe bei Köhler
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,661659,00.html
Zitat:
?Musikalische Panne im Schloss Bellevue: Bundespräsident Horst Köhler hatte DDR-Bürgerrechtler mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, die Feierstunde sollte mit der Nationalhymne enden. Doch Liedermacher Stefan Krawczyk vergriff sich im Text - und sang die verpönte erste Strophe.?
Krawczyk, der am 9.11. noch neben Merkel und Biermann den Untergang der DDR feiern durfte, singt bei einem offiziellen Ereignis in Anwesenheit des Bundespräsidenten das sonst nur von ewig Gestrigen und Neonazis benutzte ?Deutschland, Deutschland über alles!?.
Und die Medien regen sich über Pete Doherty auf...
Malt (30.11.2009, 17:46 Uhr)
Hat doch...
...super geklappt! Seite 1 bei stern online und vielen anderen Seiten. Wofür andere PR Berater usw. brauchen muss er nur ein Lied singen um Promo zu bekommen.. so funktioniert Pop heute! Gossip hat ne "übergewichtige" Sängerin, Lady Gaga skurile Outfits, Britney Spears einen an der Klatsche und ein Tommy singt eben die erste Strophe des Deutschlandliedes..... so funktioniert virale Werbung heute!
atticus (30.11.2009, 16:44 Uhr)
Hab ich was verpasst?
Ist die erste Strophe jetzt verboten? Wohl nicht. Es war halt geschmacklos, aber das ist bei Herrn Doherty ja nicht anders zu erwarten...
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