. .
Musik-News
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
7. August 2009, 16:55 Uhr

Der "Prototyp des Rock'n'Roll" ist tot

Der für seine bitter-süßen Balladen bekannte US- Rocksänger Willy DeVille ist tot. Erst im vergangenen Jahr war er noch in München aufgetreten. Jetzt starb er in New York an Bauchspeicheldrüsenkrebs. DeVille wurde 58 Jahre alt.

Willy DeVille, Krebs, tot

Er wurde nur 58 Jahre alt: Willy DeVille© Urs Flueeler

Ein schwarzer Gehrock, verschmitztes Goldzähne- Lächeln und eine lange, dunkle Mähne - das waren die Markenzeichen von US-Rocksänger Willy DeVille. Mit seinen bitter-süßen Balladen verzauberte der gebürtige New Yorker 30 Jahre lang die Bühnen der Welt. In der Nacht zum Freitag starb er mit 58 Jahren in einem Krankenhaus in Manhattan an Krebs. "Er ist sehr friedlich verschieden. Ich war an seiner Seite", sagte sein Frau Nina der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Erst im Juni hatte die Familie "mit gebrochenem Herzen" bekanntgegeben, der Sänger sei an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt. DeVille, mit bürgerlichem Namen William Borsay, sollte gegen Hepatitis C behandelt werden, als der Tumor entdeckt wurde. "Es geht ihm ganz gut. Er hat keine Schmerzen und verbringt die Zeit zu Hause mit Filmen, Musik, Gitarrenspiel und Lesen", hieß es damals auf seiner Internetseite.

"Prototyp des Rock'n'Roll-Menschen"

Mit seiner Band "Mink DeVille" war der Musiker zu Weltruhm gelangt. Das Debütalbum "Cabretta" löste 1977 in der Musikszene Jubelrufe aus. Das Fachmagazin "Rolling Stone" kürte die Platte zum Besten Album des Jahres. Die Zeitschrift "Musikexpress" schrieb: "Willy ist der Prototyp des Rock'n'Roll-Menschen. Seine Stimme ist rau, trocken, aufregend und dreckig, und in ihr schwingt die sinnliche Anmache, die uns Hörer zittern lässt."

Am 25. August 1950 in New York geboren, wuchs DeVille mit der Musik der 50er und 60er Jahre auf. Bob Dylan und Jimi Hendrix waren seine Helden, ihnen blieb er immer treu. Seine eigene Musik war eine Mischung aus vielem: Rock, Latino-Rhythmen, Blues, Cajun, Creole und Country. Zu seinen bekanntesten Hits gehörten "Hey Joe" (auch von Hendrix gesungen), "Save The Last Dance For Me" und "Cadillac Walk".

"Mink DeVille" veröffentlichte bis Mitte der 80er Jahre eine Reihe erfolgreicher Alben. Dann ging Willy seinen eigenen Weg als Solist und zog bald darauf nach New Orleans. Im Laufe seiner Karriere trat er unter anderem mit Van Morrison, Bruce Springsteen, Southside Johnny, Brenda Lee, Tom Waits und Los Lobos auf. Und auch privat musste er mit Rückschlägen umgehen: Zwei seiner Partnerinnen starben, lange musste er gegen seine Heroin- und Alkoholsucht kämpfen.

Erst im letzten Jahr war er noch einmal in Deutschland auf Tour. Sein nach vier Jahren Pause 2008 vorgelegtes Abschiedswerk "Pistola" eroberte mit seinen hinreißenden Balladen auch die deutschen Charts. Seine diesjährige Tournee musste er Anfang des Jahres wegen seiner Hepatitis-Erkrankung absagen. "Willy wird 2010 wieder zurück sein - stärker als je", hoffte seine Familie damals noch. Er starb am späten Donnerstagabend nach etwa zehn Tagen im Krankenhaus.

DPA
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
goorooj (08.08.2009, 11:39 Uhr)
Einer der...
...authentischsten Persönlichkeiten in der Rockwelt ist zu früh gegangen. Als ich das im Juni mit dem Bauchspeicheldrüsenkrebs gelesen als ich nach seinen Tourdaten gesucht hatte, hatte ich schon ein ungutes Gefühl.
Werde mir heute Abend die "Live in Berlin" wieder anhören und mir dabei noch eine Flasche Rotwein im Gedenken an Willy gönnen. RIP Willy.
Mr.X (08.08.2009, 01:34 Uhr)
Das hat mich sehr getroffen.
Ich habe ihn in den 90ern 2× in Bielefeld live erleben dürfen, das erste Mal im Ravensberger Park und dann noch einmal im legendären PC69 ...
R.I.P. Willy DeVille
darkover1957 (07.08.2009, 22:37 Uhr)
Traurig
Mit Willy deVille ist ein ganz großer Musiker gestorben. Ich liebe seine Musik und höre sie seit den 80zigern.
Leider habe ich ihn nie live gesehen.
RIP Willy.
Wiebitte20081 (07.08.2009, 19:35 Uhr)
???
Hab ihn mit Band irgendwann in den 80ern auf dem Pink Pop Festival in Geleen/NL gesehen.War Klasse damals.Er war richtig Gut.Schade.
beansidhe (07.08.2009, 19:27 Uhr)
Ich weiß nicht...
ob er bei nur Künstlern besonders häufig ist. Ich denke, dort wird nur öfter darüber berichtet... da er der Krebs mit der höchsten Todesrate überhaupt ist und daher seine Folgen in der Regel dramtisch.
Da im frühen Stadium oft schmerzlos, wird er meist erst entdeckt, wenn es zu spät ist, wie ich aus eigener Erfahrung in meiner Familie weiß und wie ja auch hier geschehen.
Ich nehme an, daß man DeVille gegen Hepatitis C behandeln wollte, weil seine Augen aufgrund der Blockade des Gallengangs durch den Tumor gelb wurden und man so eine Gelbsucht vermutete - war in dem mir persönlich bekannten Fall auch so.
Nur 10–15% der Tumore der Bauchspeicheldrüse sind zum Zeitpunkt der Diagnose überhaupt noch operabel, und nur 1–2 % der operierten Patienten überleben fünf Jahre. Meist hat der Krebs bereits gestreut, und spricht oft schlecht auf eine Chemotherapie an.
In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 12.800 Personen an dieser Krebsart, in Amerika waren es laut Statistik 2007 37.170, mit 33.700 Todesfällen. Das ist zwar pure Statistik, zeigt jedoch die Dramatik.
Wie bei vielen Krebsarten weiß man nicht genau, was Ursache und Auslöser sind... aber sicher wirken Stress, ungesunde Ernährung, Rauchen und Diabetes begünstigend - alles Faktoren, die sicher in Künstlerkreisen auch auftreten, vielleicht sogar etwas überdurchschnittlich.
butcher99 (07.08.2009, 17:19 Uhr)
herzliches
Beileid.
Es sei die Frage erlaubt. Warum tritt Bauchspeicheldrüsenkrebs bei Künstlern so heufig auf?
MEHR ZUM ARTIKEL
Traurige Diagnose Patrick Swayze an Krebs erkrankt

Der Schauspieler Patrick Swayze, berühmt geworden mit Filmen wie "Dirty Dancing" und "Ghost", leidet an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Gerüchte, dass der 55-Jährige nur noch wenige Wochen zu leben habe, nannte seine Sprecherin "unwahr". mehr...

Neues Album von Bruce Springsteen Der Boss hat einen Traum

Perfektes Timing: Wenige Tage nach der Inauguration von Barack Obama veröffentlicht einer seiner agilsten Anhänger ein neues Album. Bruce Springsteens "Working on a Dream" ist der Soundtrack zur Wiederherstellung des amerikanischen Traums. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft